1. 24garten
  2. Mein Garten
  3. Tiere

Glühwürmchen: Wo Sie die Leuchtkäfer jetzt in der Natur beobachten können

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Franziska Irrgeher

Wer kleine, gelbe Leuchtpunkte über die nächtliche Wiese gleiten sieht, hat Glühwürmchen entdeckt. Sie bevorzugen bestimmte Orte und ihre Lebensweise ist überaus interessant.

Berlin – Es hat etwas Magisches, wenn an einem lauen Sommerabend kleine, gelbe Lichtpunkte über Wiesen schweben und es vereinzelt am Boden blinkt und leuchtet. Was wir im Dunkeln sehen, erinnert etwas an Fabelwesen, aus der Nähe betrachtet sieht ein Glühwürmchen dann komplett anders aus als in der romantischen Vorstellung. Das macht aber nichts, denn sie sind überaus faszinierende Tiere.

Glühwürmchen: Wo Sie die Leuchtkäfer in der Natur beobachten können

Romantische Lieder besingen immer wieder die Schönheit der Glühwürmchen in der Nacht. Die leuchtenden Punkte wirken dann wie winzige Lichter, die Liebende umschweben. Mit Romantik haben Glühwürmchen in gewisser Weise tatsächlich zu tun, denn sie sind auf der Suche nach paarungswilligen Partnern. Das Kommunikationsmittel der Wahl: leuchtende Körperteile.

Im Juni tauchen Glühwürmchen wie aus dem Nichts auf und schweben nachts vorüber beziehungsweise sitzen in Bodennähe. Schön ist so ein Glühwürmchen, das eigentlich Leuchtkäfer (Lampyridae) heißt und gar kein Wurm ist, nicht. Dafür kann es aber etwas, um das es Erfinder beneiden.

Das Leuchten der Glühwürmchen kommt nämlich durch eine chemische Reaktion zustande, bei der laut GEO Energie freigesetzt wird, die als Licht abgestrahlt wird. So ähnlich wie eine Glühbirne also. Jedoch wandelt das Glühwürmchen ganze 98 Prozent der freigesetzten Energie in Licht um, die Glühlampe, so GEO, verliert beim Glühen 95 Prozent als Wärme. Den Mechanismus eines Glühwürmchens effektiv nachzubauen, ist bislang niemandem gelungen. Doch von vorne: So leben Glühwürmchen.

Glühwürmchen: So leben die Leuchtkäfer in der Natur

Glühwürmchen bezeichnet eigentlich verschiedene Arten wie den Großen Leuchtkäfer, Kleinen Leuchtkäfer oder Kurzflügel-Leuchtkäfer. Sie alle haben Leuchtorgane, die dem Finden paarungswilliger Partner dienen. Nicht bei jedem Glühwürmchen leuchten aber Männchen und Weibchen. Beim Kleinen Leuchtkäfer leuchten aber tatsächlich beide, jedoch können nur die Männchen fliegen.

Die Leuchtstoffe befinden sich in Kammern im Hinterleib der Tiere, berichtete der NABU Baden-Württemberg. Mithilfe eines Enzyms wird der Leuchtstoff gespalten. Passend zum erzeugten Licht heißt die benötigte Carbonsäue Luciferin, das dazugehörige Enzym Luciferase. Als Ergebnis der chemischen Reaktion leuchten die Tiere (meist die Weibchen) dann, wie bereits beschrieben. Und das sehr effektiv, denn heiß wird den Weibchen davon nicht. Das Leben der Glühwürmchen bis dahin ist allerdings komplett anders:

Glühwürmchen: Deshalb glühen sie bei uns immer seltener

Das alles klingt faszinierend und etwas traurig zugleich. Leben um sich zu paaren und dann zu sterben. Glühwürmchen gibt es laut WWF außer in der Antarktis auf jedem Kontinent. Mehr als 2000 Arten sind es gesamt und vermutlich werden es immer weniger Leuchtkäfer. Denn auch Glühwürmchen haben ein Problem mit Lichtverschmutzung. Wo viel Licht ist, kann das Weibchen nur schwer Männchen anlocken, die Larven mögen es ebenfalls lieber dunkel laut WWF. Zudem ist auch die Intensivierung der Landwirtschaft ein Thema. Auch Pestizide können den leuchtenden Tierchen zu schaffen machen.

Glühwürmchen: Hier leuchten sie

Und nun die entscheidende Frage: Wo finde ich Glühwürmchen? Nie in Nadelwäldern und nicht im dichten Wald, so WWF. Die Tiere halten sich vorwiegend in Parks, Gärten, Wiesen, Gebüschen oder Waldrändern auf, gerne in Wassernähe. Rund um den Johannistag (24. Juni) ist die Chance am Größten, Glühwürmchen zu sehen. Ab der Dämmerung sind die Männchen unterwegs. Besonders begehrt ist Laub bei den Tieren, ein Waldrand oder Naturgarten wäre also ein guter Ausgangspunkt für die Beobachtung. Auch höhere und krautige Pflanzen sind gute Aufenthaltsorte für die Tiere. Bei der Autorin sitzen die Weibchen beispielsweise in einer Mauer aus etwas überwucherten Gittersteinen und in der Nähe einer Totholzmauer.

Meist treffen Naturfans eher zufällig auf Glühwürmchen, wenn Sie den genauen Aufenthaltsort nicht kennen. Das macht das Ganze aber umso spannender und ein Spaziergang in der Dämmerung kann nicht schaden. Ganz nebenbei werden Sie dann auch auf Fledermäuse oder Igel treffen und die Temperaturen sind abends im Sommer angenehm kühl. Legen Sie sich also auf die Lauer, fangen Sie aber bitte keine Glühwürmchen.

Noch mehr spannende Garten-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Auch interessant