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Florfliegen: Deshalb sollten Sie die Insekten und deren Larven in Ihrem Garten haben

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Von: Franziska Irrgeher

Florfliegen sind recht unscheinbar, grün und kommen in vielen Gärten vor. Sie sollten die filigranen Tiere und ihre Larven aber gezielt anlocken und fördern, denn sie sind nützlich.

Berlin – In unseren Gärten tummeln sich zahlreiche Insekten, die meisten aber für uns völlig unsichtbar. Viele leben in Hecken, Totholzhaufen, Mauern oder in den Pflanzen. Auch Florfliegen gehören zu den Tieren, die eher übersehen werden, dabei können sie überaus nützlich sein und sollten gefördert werden.

Florfliegen: Deshalb sollten Sie die Tiere sowie Florfliegenlarven in Ihrem Garten haben

Die Gemeine Florfliege (Chrysoperla carnea) heißt auch Blattlauslöwe oder Goldauge und findet sich eigentlich in jedem Garten. Sie hat laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) metallisch glänzende Augen und grazile, durchsichtige Flügel. „Insekt des Jahres“ wurde sie zum ersten Mal 1999, denn die Florfliege hat so einiges drauf. Im Garten erscheint uns das Insekt meist einfach grün, der Körper mit den großen, länglichen Flügeln und den langen Fühlern erinnert ein wenig an Elfen. Die Larven dagegen sehen weniger elegant aus.

Florfliegen gehören laut NABU zu den Netzflüglern, der Name kommt von der Flügel-Aderung. Bei uns gibt es knapp 35 Arten und Florfliegen sind dämmerungsaktiv und sitzen tagsüber eher an Blattunterseiten. Ein Grund mehr, weshalb wir sie selten sehen. Eine Florfliege kann bis zu anderthalb Zentimetern groß werden und nutzt zur Orientierung neben den Facettenaugen vor allem die sensiblen Fühler.

Als Kulturfolger kommt die Florfliege auch in unseren Siedlungen vor und überwintert sogar gerne hinter Vorhängen oder Jalousien in der Wohnung, aber auch im Schuppen oder Dachboden. Wer Laubhaufen im Garten hat, bietet den Tieren ebenfalls ein sicheres Winterquartier. Auch Nistkästen von Vögeln werden gelegentlich bewohnt.

Die Larven der Florfliege sind im Vergleich zum ausgewachsenen Tier braun-beige, länglich und haben Greifzangen. Gerade diese eher hässlich anmutenden Larven sind es, die Gärtner und auch Zimmerpflanzen-Besitzer sich zunutze machen sollten.

Florfliegen: Diese Schädlinge stehen auf dem Speiseplan der Insekten

Und weshalb genau sollten wir nun Florfliegen in den Garten locken? Vor allem die Larven sind nützlich. Denn während erwachsene Florfliegen laut NABU nur Honigtau, Nektar und Pollen fressen, ernähren sich die Larven von Spinnmilben, Blattläusen, kleineren Raupen und Wollläusen. Sie sind also die perfekten Schädlingsbekämpfer.

Ein Pflanzenstängel, auf dem links eine Florfliegenlarve sitzt, die eine rechts sitzende dunkle Blattlaus erbeutet. (Symbolbild)
Die Florfliegenlarve (links) frisst auch Blattläuse. (Symbolbild) © IMAGO / blickwinkel

Aus diesem Grund werden sie auch gerne mal Blattlauslöwe genannt. Laut NABU schafft eine Larve sogar an die 100 Läuse pro Tag. Einen Nachteil gibt es dennoch, der vor allem für den Einsatz im Gewächshaus und in der Wohnung wichtig ist: Bei zu wenig Nahrung fressen Florfliegenlarven auch Nützlinge wie Marienkäfer oder sogar die eigenen Artgenossen.

Um die Tiere nun in den Garten zu locken, gibt es spezielle Florfliegenkästen, noch besser wären aber natürlich die passenden Pflanzen.

Der NABU empfiehlt folgende Pflanzen, die Florfliegen mögen:

In einem Naturgarten dürften sich Florfliegen also ohnehin wohlfühlen. Für Wohnungen sind sie bedingt geeignet, es gibt Nützlings-Sets, mit denen dem Pflanzenfan dann lebende Florfliegenlarven geschickt werden, die man in Gewächshaus oder Wohnung aussetzt. Die Tiere verspeisen dann die Schädlinge.

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