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Fischotter ist Tier des Jahres 2021: So lebt er und das wussten Sie sicherlich noch nicht

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Von: Franziska Irrgeher

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat dieses Mal den Fischotter zum Tier des Jahres 2021 gekürt. Wie er lebt und warum er bedroht ist, erfahren Sie hier.

Hamburg – Einmal im Jahr wird das Tier des Jahres gekürt. Für 2021 wurde es diesmal der Fischotter. Dabei ist das Säugetier weitaus mehr als nur ein niedlicher Fischliebhaber. Inzwischen ist er geschützt, früher war er aus ganz anderen Gründen beliebt.

Fischotter ist Tier des Jahres 2021: So lebt er und das wussten Sie garantiert noch nicht

Viele Tierfreunde kennen den Fischotter (Lutra lutra) wahrscheinlich eher aus Zoos als in freier Wildbahn. Sein natürlicher Lebensraum sind fließende und stehende Gewässer mit schilfreichen Ufern, so die Deutsche Wildtier Stiftung. Er brauche strukturierte Uferrandzonen und saubere Gewässer, so der Geschäftsführer Natur- und Artenschutz Hilmar Freiherr von Münchhausen. Und genau das sei ein Problem. Zu schaffen machen ihm daher laut Deutscher Wildtier Stiftung beispielsweise vernichtete Uferrandzonen, trockengelegte Feuchtgebiete und kanalisierte Gewässer. (Wildtiere im Winter füttern: In welchem Fall es erlaubt und wann es verboten ist)

Wo bei uns die Koexistenz aktuell nicht wirklich funktioniert, klappt das in Singapur übrigens erstaunlich gut. Dort lebt die Bishan Otter-Familie mitten unter Menschen und fühlt sich wohl. Dabei kommt es auch auf Respekt den Tieren gegenüber an, wie dieses Video von BBC Earth zeigt:

Fischotter ist Tier des Jahres 2021: So lebt er und deshalb wurde er gejagt

Wie viele Otter aktuell bei uns leben, sei nicht genau zu sagen, so die Experten. Man finde die Tiere häufiger im Osten Deutschlands, sie breiten sich aber weiter aus. Zur Nahrung der Fischotter gehören natürlich Fische, aber auch Insekten, Schnecken oder Krebse, Kleinsäuger und mehr. Wildtiere, die Fische fressen, kommen immer wieder in Konflikt mit Fischzuchten, so die Deutsche Wildtier Stiftung. Früher war die Bejagung deshalb einer der Gründe für den Rückgang der Population. Auch ihr dichtes Fell sei begehrt gewesen. (Vogelgrippe in Deutschland: Das bedeutet es – und ob Sie noch Singvögel füttern dürfen)

Auch heute noch gibt es gelegentlich Konflikte zwischen Fischzüchtern und Ottern, ein weitaus größeres Problem ist aber der Straßenverkehr. Die Deutsche Wildtier Stiftung nennt als Grund dafür eine Eigenart der Otter: Unter Brücken schwimmen sie nicht durch, sondern nehmen lieber den Weg über die Straße. Der Geschäftsführer erklärt daher, dass eine ottergerechte Brückengestaltung nötig sei, um den Tieren zu helfen. Die Wahl zum Tier des Jahres, über die auch fr.de* berichtet, macht nun auf bestehende Probleme aufmerksam.

Fischotter ist Tier des Jahres 2021: Das wussten Sie sicher noch nicht über ihn

Neben den bekannten Gründen für die Bejagung hatten Fischotter mit Menschen früher aber noch ein ganz anderes Problem. Weiterlesen auf eigene Gefahr:

Auch wenn die Tiere inzwischen geschützt sind und auf der Roten Liste stehen, früher war das nicht der Fall. Und Not macht bekanntlich erfinderisch. In der Fastenzeit durfte kein Fleisch, sondern lediglich Fisch gegessen werden. Fischotter bewegen sich nun mal auch im Wasser und wurden daher im Mittelalter tatsächlich als Fisch akzeptiert und durften in der Fastenzeit gegessen werden. Gleiches Schicksal erlitten Biber. Zurück geht diese absurde Regel auf das Konstanzer Konzil (1414 – 1418). Es gibt in alten Büchern sogar noch Rezepte für die Zubereitung.

Heute stehen die Tiere unter Schutz und wenn Sie dem Fischotter helfen möchten, können Sie beispielsweise Patenschaften übernehmen. Neben dem Otter gibt es in verschiedenen Kategorien übrigens auch andere Tiere des Jahres. So kürt der Naturschutzbund Deutschland bald den Vogel des Jahres und Schmetterling des Jahres 2021 wurde erst kürzlich der Braunbär. *fr.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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