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Feuerwanzen: Deshalb sind die roten Tiere keine Schädlinge

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Von: Franziska Irrgeher

Feuerwanzen erkennt man an ihrem roten Rücken mit dem typisch schwarzen Muster. Die Tiere werden oft für Schädlinge gehalten, aber sind sie das eigentlich nicht.

Potsdam – Sie sind etwas größer als ein Marienkäfer, haben schwarze Beine, Fühler und einen schwarzen Kopf und ihr Körper ist oben rot mit schwarzen Flecken. Feuerwanzen machen optisch ihrem Namen alle Ehre und treten gerne in großen Gruppen auf. Im Sommer sitzen sie an Hauswänden in der Sonne, sind aber eigentlich nicht gefährlich.

Feuerwanzen: So sehen sie aus und so vertreiben Sie sie

Schon ab März, so der NABU Brandenburg, kommen Feuerwanzen (Pyrrhocoris apterus) aus ihren Winterquartieren. Sie leben normalerweise in der Nähe von Laubbäumen wie Linden und Robinien, berichtet der NABU. Im Winter verbringen sie die Zeit in Bodenstreu und Mauerritzen. Sie werden um die zehn Millimeter lang und habe zwar Flügel, die sind laut NABU aber so verkürzt, dass sie flugunfähig sind. Ausnahmen seien meist Männchen mit voll entwickelten Flügeln. Laut dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) haben junge Feuerwanzen noch nicht die typische Zeichnung auf dem Rücken.

Feuerwanzen fressen die Samen von Malven, Linden und Robinien, ebenso Pflanzensäfte und saugen auch mal das ein oder andere tote und lebende kleine Tier aus, etwa Milben oder Hummeln. Wie viele Insekten sind Feuerwanzen recht paarungsfreudig, eine Paarung kann viele Stunden dauern und findet meist im April und Mai statt. Kein Wunder also, dass die Feuerwanzen dann besonders ins Auge stechen. Aber auch sonst mögen es Feuerwanzen laut NABU gesellig. Sie kommunizieren über Duftstoffe miteinander.

Feuerwanzen: Schädlinge oder Nützlinge?

Oft werden Feuerwanzen erst mal als Schädlinge oder zumindest Lästlinge angesehen, denn viele Menschen ekeln sich ebenso vor ihnen wie vor Stinkwanzen. Mit Stinkwanzen haben sie auch ihre Abwehr gemeinsam, denn auch Feuerwanzen können bei Gefahr stinkende Pheromone absondern. Und ebenso wie Stinkwanzen suchen sie im Winter die Nähe der Menschen oder eher die Ritzen und Wärme der Häuser. Schädlich sind sie nicht und werden aufgrund ihrer Optik auch mal Feuerkäfer genannt.

Laut MDR müssen Feuerwanzen nicht bekämpft werden. Der NABU rät dazu, sie einfach vorsichtig nach draußen zu setzen. Theoretisch wäre eine Bekämpfung mit Balsam-Tanne möglich, die hindert junge Feuerwanzen an der Häutung, sodass sie keine erwachsenen Tiere werden können.

Wer verhindern möchte, dass die Feuerwanzen zu nah ans Haus kommen, sollte laut Umwelt Bundesamt Laub nicht zu nah am Haus lagern. Schädlinge seien die Tiere aber nicht und würden auch Pflanzen nicht nennenswert schädigen.

Daher das Wichtigste in Kürze:

Eine Bekämpfung mit chemischen Mitteln ist absolut kontraproduktiv. Denn einerseits werden Feuerwanzen bei Malvengewächsen im Garten genau wie Linden-Wanzen immer wieder auftauchen, andererseits schädigen chemische Mittel auch andere nützliche Insekten sowie insektenfressende Tiere wie Igel oder Vögel. Natürliche Feinde haben Feuerwanzen kaum, dafür sorgt schon ihre Färbung. Notfalls können die Tiere mit einem Wasser-Spülmittel-Gemisch bekämpft werden.

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