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Eulen anlocken: Das frisst der Waldkauz am liebsten

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Von: Anna Katharina Küsters

Eulen sind faszinierende Tiere. Wer ihnen im eigenen Garten einen Lebensraum bieten möchte, muss für die richtige Bepflanzung und genügend Nahrungsangebot sorgen.

Hilpoltstein – Haben sich Eulen für einen Platz entschieden, bleiben sie meist ihr ganzes Leben lang in der Nähe. Wer Eulen also ein gutes Zuhause bietet, hat die Tiere für lange Zeit in der Nähe. Besonders gut stehen die Chancen, einen Waldkauz anzulocken. Er ist die in Deutschland am weitesten verbreitete Eule.

Eulen anlocken: So leben die Tiere bald in Ihrem Garten

Lange galt die Eule als Todesbote und Seuchenüberbringer. Sie hatte ein schlechtes Image und viele Menschen fürchteten sich vor ihr. Das hat sich zum Glück geändert, denn heute gilt die Eule als besonders schützenswert und viele finden Gefallen daran, die Lebensweise des Vogels zu beobachten. Auch die nächtlichen Rufe der Eule schüchtern die meisten nicht mehr ein, sondern lassen das Herz der Vogelfreunde höherschlagen.

Mittlerweile gibt es etwa 200 Eulenarten, wobei sie außer der Antarktis die ganze Welt bevölkern. Innerhalb der Eulen unterscheiden Expertinnen und Experten zwischen der Familie der Schleiereulen und der der Eigentlichen Eulen. Die Tiere der Familie Schleiereulen sind sich in Form und Farbe sowie Größe meist recht ähnlich, wohingegen die Arten der Eigentlichen Eulen in ihrer Erscheinungsform stark variieren können.

Laut dem Landesverband für Vogelschutz Bayern (LBV) sind folgende Eulenarten besonders häufig in Deutschland zu beobachten:

Besonders stark vertreten ist in Deutschland der Waldkauz. Ab und an finden Gärtnerinnen und Gärtner aber auch mal einen Uhu auf einem ihrer Bäume*. Von ihm gibt es schätzungsweise 50.000 Brutpaare in ganz Deutschland und seinen typischen „Huu-hu-huhuhuhuu“-Ruf kennt wahrscheinlich jeder, der schon mal in der Nähe eines Waldes zu etwas späterer Stunde spazieren war.

Eulen anlocken: An diesen Orten fühlt sich der Waldkauz besonders wohl

Da der Waldkauz so stark vertreten ist, ist er auch der Vogel, den Gartenfreunde am ehesten in ihren Garten locken können. Zu Beginn sei gesagt, dass sich Gärtnerinnen und Gärtner darüber klar sein müssen, dass eine Eule nicht nur ein Jahr lang im Garten lebt. Hat sie sich erst mal eingerichtet, bleiben sie meist ein Leben lang. Laut dem LBV sichern sich die Eulen so ihr Überleben auch in kalten Wintern, denn sie wissen genau, wo sie Nahrung finden. Daher zählt der Waldkauz auch als sogenannter Standvogel.

Um dem Waldkauz ein passendes Umfeld zu bieten, müssen Gärtnerinnen und Gärtner wissen, welchen Lebensraum sie normalerweise bevorzugen. Besonders wohl fühlt sich der Waldkauz beispielsweise:

Gärtnerinnen und Gärtner haben also gute Karten, dass ein Waldkauz bei ihnen einzieht, wenn viele, hohe Laubbäume im Garten wachsen. Ausschließlich Nadelbäume mag der Waldkauz laut LBV nicht, da dort das Nahrungsangebot zu gering ist.

Die Bäume im Garten dienen den Tieren als Brutplatz. Besonders Altholzbestände, also ausgehöhlte, ältere Bäume, sind ein wichtiger Ort zum Brüten. Waldkäuze haben es insbesondere dann schwer, wenn solche Plätze immer weniger werden. Haben Gartenfreunde also einen hohlen, alten Baum auf dem Gelände, sollten sie ihn, so er denn noch stabil genug ist, stehen lassen. Brutzeit des Waldkauzes ist im Februar und März. Das Weibchen verlässt während der 29-tägigen Brutzeit die zwei bis vier Eier nicht und verteidigt sie zur Not auch aggressiv gegen Feinde. Nach einem Monat verlassen die Jungtiere die Brutstätte und sitzen in der Nähe auf Ästen, bis sie flugfähig sind. Im Herbst müssen sie sich dann ein neues, eigenes Revier suchen.

Sind nicht genügend natürliche Brutplätze vorhanden, bietet es sich auch an, solche selbst zu schaffen. Das gelingt beispielsweise mit dem Bau eines Waldkauz-Nistkastens. Eine Anleitung finden Gartenfreunde hier.

Eulen anlocken: Diese Nahrung braucht das Tier, um zu überleben

Das Nahrungsangebot ist ein weiterer Punkt, der eine Ansiedlung des Waldkauzes wahrscheinlicher macht. In der Regel ernährt sich ein Waldkauz von Maulwürfen, Jungkaninchen, Ratten, Fledermäuse oder Mäusen. Wer also seine eigenen Kaninchen im Garten hält, sollte lieber keine Eulen in den Garten locken. Wer jedoch an einer Ratten- oder Wühlmausplage leidet, hat gute Chancen, sie mit dem Waldkauz in den Griff zu bekommen.

Bis zu 300 Gramm schwer können die Beutetiere des Waldkauzes sein. Sind die oben genannten Tiere nicht zu haben, kommen auch kleinere Vögel, Frösche, Käfer oder Regenwürmer auf die Speiseliste des Waldkauzes. Klar ist, dass das Tier sehr gut auf Alternativen ausweichen kann und somit sehr anpassungsfähig ist. Naturgärten mit einer hohen Biodiversität haben also gute Chancen, einen Waldkauz im Garten zu beherbergen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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