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Erdkröte: So helfen Sie den Tieren über die kalten Wintermonate

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Von: Anna Katharina Küsters

Erdkröten gibt es fast überall auf der Welt. Um im Winter zu überleben, brauchen sie einen Rückzugsort. Der lässt sich im Garten leicht gestalten.

Berlin – Nur bis nach Island und ins nördliche Skandinavien haben es die Erdkröten noch nicht geschafft. Ansonsten hat sich das Tier mittlerweile über ganz Europa ausgebreitet und hat sich zur häufigsten Amphibienart auf diesem Kontinent gemausert. Die Erdkröte hat also eine besonders effiziente Überlebensstrategie und die kommt ihr auch im Herbst und im Winter zugute. Denn Minustemperaturen verträgt die Erdkröte eigentlich überhaupt nicht.

Erdkröte: Mit diesem Trick überlebt das Tier den Herbst und Winter

Die Erdkröte (Bufo bufo) gehört zur Gattung der Echten Kröte und zur Familie der Kröten. Erstmals erwähnt wurde sie vom großen Entdecker Carl von Linné († 1778), der die Kröte jedoch noch zu den Fröschen zählte. Gehen Gartenfreunde nun auf die Suche nach der Amphibie, sollten sie wissen, dass sich Erdkröten vor allem im stehenden Gewässer vermehren. Ein naturnaher Gartenteich ist also ein guter Lebensraum und ein perfektes Biotop für die Tiere*. Ist gerade keine Laichzeit, passen sie sich an die unterschiedlichsten Gegebenheiten an.

So leben Erdkröten zum Beispiel an folgenden Orten:

Dabei kommt es auch darauf an, wie viel Nahrung an den jeweiligen Orten zu finden ist. Erdkröten sind wählerische Gourmets und essen auf ihren nächtlichen Streifzügen am liebsten Würmer, Asseln, Schnecken und Spinnen, also auch einige Schädlinge. Die Jagd der Tiere ist besonders spannend. Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) entdeckt die Erdkröte ihre Beutetiere durch deren Bewegung. Still sitzende Tiere fallen der Erdkröte nicht auf. Bewegt sich also beispielsweise ein Regenwurm in der Nähe, schnellt die Zunge der Kröte hervor und zieht die Beute an einem Stück in den Mund der Kröte. Bei größeren Beutetieren macht der ganze Körper der Erdkröte einen Satz nach vorne und packt das Opfer mit dem Kiefer. Regenwürmer säubert die Erdkröte vor dem Fressen sogar noch, indem es sie durch ihre Finger zieht und so Dreck abstreift. Beim Schlucken verschwinden oft die Augäpfel der Kröte nach innen.

Erdkröte: Lebenslauf einer Kröte

Bis Erdkröten jedoch so groß sind, dass sie alleine auf Jagd gehen können, vergeht einige Zeit. Läuft alles gut, erreichen die Tiere sogar ein Alter von bis zu zwölf Jahren. Der Lebenskreislauf einer Kröte beginnt als Laich. Das Weibchen sucht sich zum Laichen ein ruhiges, stehendes Gewässer und lässt die Eier in Form von langen Schnüren dort ab. Eine solche Laichschnur kann bis zu fünf Meter lang sein. In der Regel lässt ein Weibchen bei diesem Vorgang bis zu 6.000 Eier im Gewässer zurück.

Zu sehen ist eine grau-grüne Erdkröte, die in einem klaren Gewässer schwimmt (Symbolbild).
Erdkröten kehren immer wieder zum selben Laichgewässer zurück (Symbolbild). © Herbert Meyrl/Imago

Aus diesen Eiern entwickeln sich dann nach einigen Tagen die Larven, auch als Kaulquappen bekannt. Schon in diesem Stadium entwickeln die Tiere erstaunliche Manöver, um sich vor Feinden zu schützen: So schwimmen sie zwischendurch in großen Gruppen direkt an der Wasseroberfläche, um laut NABU so ein großes Tier zu imitieren und Fressfeinde abzuschrecken. Nach zwei bis drei Monaten beginnt dann die Metamorphose. Dabei verwandeln sich die Kaulquappen dann in Tiere, die über eine Lunge atmen, Beine haben und an Land leben. Meist wandeln sich alle Kaulquappen zu einem ähnlichen Zeitpunkt zu etwa zwölf Millimeter kleinen Kröten, die aus dem Laichgewässer ausziehen. Eine Kröten-Massenwanderung zu beobachten, ist also gar nicht so ungewöhnlich. Erst nach etwa fünf Jahren können sich die Tiere dann vermehren und sind erwachsen.

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Erdkröte: Massenwanderung zum Geburtsort

Im Frühjahr ist es nichts Ungewöhnliches, wenn in ländlicheren Gebieten Straßen gesperrt und Umleitungen aufgebaut sind, denn dann ist Paarungs- und Laichzeit der Erdkröten. Dabei kommen teilweise so viele Tiere zusammen, dass schon das Laufen eine Herausforderung ist, wenn Gartenfreunde keinen der kleinen Tiere platt treten wollen. Gegen fahrende Autos hätten die Tiere keine Chance, eine Straßensperrung ist also in diesem Fall sehr sinnvoll.

Die Männchen brechen im Frühling als erstes Richtung Laichgewässer auf. Das Laichgewässer suchen sich die Tiere nicht jede Saison neu, sondern kehren ihr Leben lang zu ihrem Geburtsort zurück, sofern dieser noch vorhanden ist. Finden sie auf dem Weg dorthin ein paarungsbereites Weibchen, springen sie auf dessen Rücken und lassen sich bis zum Zielort tragen. Da sich häufig mehrere Männchen um ein Weibchen streiten und alle auf den Rücken des Weibchens klettern, kommt es im Laichgewässer auch vor, dass Weibchen unter der großen Last ertrinken. Hat sich ein Paar gefunden, befruchtet das Männchen die abgegebene Laichschnur des Weibchens. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrere Male. Bis zu 20 Laichschübe kann ein Weibchen durchleben.

Im Winter, wenn Frost droht, verschanzen sich Erdkröten. Da sie in normalem Zustand Minustemperaturen nicht überleben würden, verkriecht sich die Erdkröte zum Beispiel in Laubhaufen, im Kompost oder in Erdlöchern und fällt dort in eine Winterstarre. Da auch zur Paarungszeit die Temperaturen teilweise noch unter null Grad fallen können, haben die Kröten einen Schutzmechanismus entwickelt. Friert es auf dem Weg zum Laichgewässer, unterbrechen sie die Wanderung, graben sich ein und führen ihren Weg erst bei milderen Temperaturen fort. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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