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Eichhörnchen zählen: Deswegen ist es so wichtig

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Von: Anna Katharina Küsters

Bei seiner jährlichen Eichhörnchen-Zähl-Aktion möchte BUND das Tier besser kennenlernen. Jeder kann mitmachen und Eichhörnchen in seiner Gegend zählen.

Regensburg – Eichhörnchen sind nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer wunderbar zu beobachten. Die Garten- und Parkbewohner hüpfen von Baum zu Baum, kabbeln sich auf den Ästen und flitzen zwischen den Stämmen hin und her. Dennoch wissen Tierschützende bisher erstaunlich wenig über die Lebensweise der Eichhörnchen. Das möchte der Bund für Umwelt und Naturschutz in Bayern (BUND) nun ändern und ruft zu einer Mitmach-Aktion auf. Jedes Eichhörnchen, das Gartenfreunde entdecken, zählt.

Eichhörnchen zählen: Deswegen müssen Sie die Tiere beobachten

Eichhörnchen zählen zu den Tieren, die Gartenfreunde in einem baumreichen Garten oder einem Park besonders oft sehen. In der Stadt klettern die Tiere sogar auf Balkone oder suchen sich als Lebensraum grüne Innenstädte aus*. Die Tiere sind überaus clever und unglaubliche Kletterkünstler. Das liegt unter anderem an ihrem sehr buschigen und ausgeprägten Schwanz. Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) hilft der etwa 20 Zentimeter lange Schwanz den Tieren dabei, zu balancieren und zu steuern. Außerdem teilen die Tiere ihren Artgenossen so auch Dinge mit, sie kommunizieren also über ihren Schwanz. Daneben dient der Schwanz des Eichhörnchens auch als Decke, denn er ist so groß, dass sich die Tiere darunter gemütlich zusammenrollen können und in ihrem Nest nicht frieren. Ein wahres Wunderkörperteil also.

Auch die Fellfarben der Tiere haben eine ganz spezielle Aufgabe. So finden sich in höheren und kälteren Regionen eher Eichhörnchen mit dunkleren Fällen. Das liegt daran, dass das schwarze Fell länger und dichter ist und somit besser vor Kälte schützt. In wärmeren Gebieten ist die Fellfarbe der Eichhörnchen eher braun bis rostrot.

Eichhörnchen zählen: So funktioniert es

Die Tiere passen sich ihrer Umgebung also sehr gut an. Doch allzu viel wissen Tierschützende bisher über Eichhörnchen noch nicht. Denn es ist beispielsweise extrem schwierig, die aktuelle Populationsdichte herauszufinden oder zu verstehen, wann Eichhörnchen wo leben. Für einen besseren Schutz ihres Lebensraums ist das aber sehr wichtig. Deswegen ruft der BUND in Bayern nun alle Menschen auf, beim Eichhörnchenzählen mitzumachen.

Und das funktioniert ganz einfach. Sobald Gartenfreunde ein Eichhörnchen entdeckt haben, notieren sie sich folgende Daten:

Diese Daten tragen Gartenfreunde dann entweder direkt auf der Website des BUND ein oder laden sich die Eichhörnchen-App herunter. Die Fellfarbe müssen Beobachtende aus mehreren Gründen eintragen. Die Wildtierforschung schließt aus diesen Angaben später, ob sich die Fellfarbe im Laufe der Jahre verändert, wenn sich die Tiere ihrer Umgebung anpassen müssen. Zudem wollen Forschende herausfinden, ob die Verteilung von dunklen Eichhörnchen in kälteren Regionen auch auf Bayern zutrifft. Gärtnerinnen und Gärtner müssen übrigens keine Sorgen haben, dass sie ein Eichhörnchen mit einem Grauhörnchen verwechseln, diese Tierart gibt es bisher nämlich in Bayern noch nicht.

Sollten Tiere doppelt gemeldet werden, ist das für die Auszählung kein Problem. Eichhörnchen leben auf einem Gebiet von etwa fünf Hektar, sodass Nachbarn beispielsweise dieselben Tiere zählen können. Bei der Auswertung der Ergebnisse spielt das später aber keine Rolle.

Das Projekt geht über mehrere Jahre und hilft so Stück für Stück ein besseres Bild von den in Deutschland lebenden Eichhörnchen zu bekommen. So sind beispielsweise Daten interessant, die belegen, dass Eichhörnchen vermehrt in städtischen Gebieten auftreten und sich dort auch anders verhalten als in ihren natürlichen Lebensraum. Was das für Konsequenzen hat, bereitet dann der BUND abschließend auf. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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