1. 24garten
  2. Mein Garten
  3. Tiere

Eichhörnchen beim Nestbau helfen: Das benötigen sie für den Wurfkobel

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Franziska Irrgeher

Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf, sondern nur Winterruhe. Die Paarungszeit beginnt schon zum Jahreswechsel, Gartenfreunde können den Tieren beim Nestbau helfen.

Hamburg – Eichhörnchen sind nicht nur niedlich, sondern auch flink und ausgezeichnete Kletterer. Die Tiere mit den Puscheln an den Ohren halten nur eine Winterruhe, schon zum Jahreswechsel beginnt die Paarungszeit und damit dann auch bald der Bau eines Wurfkobels. Das Material und den Standort können Gartenfans bereitstellen.

Eichhörnchen beim Nestbau helfen: Das brauchen die Tiere für einen Wurfkobel

Wer erfolgreich Eichhörnchen in seinen Garten gelockt hat, wird sich schon im Januar an den wilden Verfolgungsjagden der Tiere zur Paarungszeit erfreuen können. Die Deutsche Wildtier Stiftung berichtet, dass dabei sogar mehrere Männchen um ein Weibchen werben können. Insgesamt bis zu drei Mal paaren sich die Tiere im Jahr. Wobei sich laut Wildtier Stiftrund der erste Wurf in die Sommermonate verschiebt, wenn im Winter nicht genug Nahrung verfügbar war.

Da Gartenfreunde Futter aber meist schon ausreichend und hygienisch bereitgestellt haben, geht es nun an die Unterstützung der Eichhörnchen beim Nestbau. Sogenannte Wurfkobel bauen die Hörnchen in Astgabeln. Mindestens sechs Meter hoch liegen diese meist, so die Wildtier Stiftung. Nach einer Tragzeit von bis zu 42 Tagen kommen blinde und nackte Jungtiere auf die Welt, die acht Wochen im Nest bleiben und danach noch monatelang die Mutter begleiten. Dank vieler Fressfeinde, allen voran der Baummarder, überleben aber nicht viele junge Eichhörnchen die ersten Monate. Gartenfreunde können im Winter anhand der Spuren im Schnee besonders gut erkennen, welche Tiere im Garten herumlaufen.

Eichhörnchen beim Nestbau helfen: Das sind Wurfkobel und so können Sie helfen

Gartenfreunde kennen wahrscheinlich schon Eichhörnchenkobel, die es zu kaufen gibt. In der Natur haben die Hörnchen mehrere Kobel, etwa als Schlafplatz, für die Jungenaufzucht und manchmal auch weitere Extra-Kobel. Auf dem Land mit altem Baumbestand dürfte die Standortwahl für so viele Quartiere nicht zu schwer werden. Wobei bei vielen Eichhörnchen auch eine gewisse Konkurrenz vorhanden ist.

Parks bieten auch genug Raum, um anderen Tieren aus dem Weg zu gehen. Ballungsgebiete machen es den Tieren da schon schwerer. Doch auch die Stadt beheimatet viele Eichhörnchen, die Quartiere suchen. Tierfreunde haben dann die Wahl: Wer einen eigenen Garten hat, kann das Material zum Bau zur Verfügung stellen oder aber einen fertigen Kobel aufhängen.

Nicht fehlen sollte in Kobel-Nähe übrigens genug Nahrung. Denn nur den Wohnraum in einer sonst kargen Gegend zur Verfügung zu stellen, reicht nicht aus. Alte Baumbestände sind für die Tiere wichtig, da viele Bäume erst im hohen Alter Samen liefern, bis zu 20 Jahre kann das dauern.

Daraus bestehen die Kobel der Eichhörnchen:

Während der Paarungszeit wird mit dem Bau des Wurfkobels begonnen, nun sollte dieser also spätestens angebracht oder Material bereitgelegt werden. Wenn gerade keine passende Astgabel da ist, nutzen die Eichhörnchen übrigens auch Baumhöhlen oder alte Vogelnester. Außerhalb der Paarungszeit sind die Hörnchen Einzelgänger, daher werden auch die bis zu acht Kobel maximal mit den Jungtieren zusammen bewohnt.

Für den Wurfkobel stellen Gartenfans im Idealfall einen naturbelassenen Garten zur Verfügung, in dem die Eichhörnchen Nistmaterial finden. Wer im Herbst bewusst Unordnung gelassen hat, darf sich jetzt vielleicht schon über Eichhörnchen auf der Suche nach Zweigen und Blättern freuen. Denn aufgeräumte Gärten bieten den Tieren leider nicht viel. Wer fertige Kobel platzieren möchte, kann etwas Nistmaterial wie Moos hineingeben. Besonders Begabte können den Kobel auch aus Weidenruten flechten, passende Anleitungen dazu bietet das Internet. Wichtig ist Stabilität und bestenfalls auch ein Garten mit Walnussbäumen, Wasserschalen und vielleicht einer Futterstelle.

Auch interessant