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Bienenautomat: So ziehen Sie sich Ihre persönliche Blumensamenmischung

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Von: Anna Katharina Küsters

Der Bienenautomat enthält kleine Plastikkapseln, in denen Samenmischungen verschlossen sind. Als umgebauter Kaugummiautomat soll er pflanzliche Vielfalt bringen.

Frankfurt am Main – Klebrige Süßigkeiten und Plastikringe gibt es in den umgebauten Bienenautomaten von Sebastian Everding keine mehr. Dafür aber jede Menge Samen, die später zu Leckereien für Bienen werden können. Das Prinzip ist einfach: Alte Kaugummiautomaten recycelt Sebastian Everding und baut daraus Automaten, an denen Blumenfans statt Süßigkeiten kleine, mit Samen befüllte Kugeln ziehen können. Nun konnte das Bienenprojekt einen weiteren Erfolg erzielen.

Bienenautomat: So hilft ein umgebauter Kaugummiautomat den Tieren

Sebastian Everding scheint einen wahren Narren an alten Kaugummiautomaten gefressen zu haben. Zu Beginn baute der Handwerksmeister die ausrangierten Modelle um zu Witzeautomaten. Passanten konnten sich aus den gelben Automaten dann nach Wunsch für ein paar Centmünzen Witze ziehen. Doch mit der zunehmenden Bedrohung der Bienen kam Everding noch eine weitere Idee: Die alten Kaugummiautomaten eignen sich hervorragend für den Verkauf von Samenmischungen. Vor zwei Jahren setze er diese Idee dann um, seitdem steht in Dortmund der erste Bienenautomat Deutschlands.

Der Bienenautomat funktioniert wie folgt: Passanten werfen 50 Cent ein und können sich dann entweder einjährige, regionale Pflanzen oder mehrjährige, heimische Pflanzen ziehen. Die Regionalität spielt bei der Zusammensetzung des Saatguts natürlich eine wichtige Rolle, denn nicht überall in Deutschland ist das Klima gleich. Deswegen gibt es je nach Jahreszeit und Region speziell zusammengesetzte Samenmischungen. In einer kleinen Plastikkugel spuckt der Automat den Passanten die Samen dann aus. Da für die Plastikkugeln bisher noch keine nachhaltigere Lösung gefunden wurde, steht neben jedem Bienenautomaten noch eine weitere Box, in der Gartenfreunde alte und leere Kapseln abgeben können.

Bienenautomat: Daher stammen die Samenmischungen

In integrativen Werkstätten in Dortmund und Bochum befüllen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jede Kugel von Hand. Die Samen bekommt das Projekt dabei vom Partner „Bienenretter“ aus Frankfurt. Neben den „Bienenrettern“ sind außerdem noch das Projekt von Verein FINE Frankfurter Institut für nachhaltige Entwicklung beteiligt. Ein Teil der Einnahmen geht daher auch an das Bienenretter Bildungs- und Ökologieprojekt. Die Bienenautomaten sollten laut Betreiber keinen kommerziellen Zweck verfolgen, sondern für eine artenreichere Pflanzenwelt in urbanen Gebieten sorgen. Denn besonders in Städten ist es oft schwierig, Bienen einen Lebensraum mit Totholzstapeln und den richtigen Pflanzen zu geben*.

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Bienenautomat: So viele Bienenautomaten gibt es schon

Die Nachfrage nach den knallgelben Bienenautomaten wächst. Das Projekt startete in Dortmund, mittlerweile gibt es deutschlandweit bereits über 100 Bienenautomaten. Sie sind unter anderem in folgenden Städten zu finden:

Besonders im Westen und Norden Deutschlands kommen die Kästen gut an. Sebastian Everding baut dafür jeden einzelnen Kasten von Hand. Aus dem Internet bezieht er dafür ausrangierte Kaugummiautomaten und baut diese in seiner Werkstatt um. Und die Warteliste ist mittlerweile lang: Noch mehr als 60 Interessenten warten laut Everding auf einen Bienenautomaten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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