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Kein Leben ohne Bienen: Deswegen sind wir auf die Insekten angewiesen

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Von: Anna Katharina Küsters

Bienen tragen einen erheblichen Teil zum ökologischen Gleichgewicht bei. Ohne die Tiere würde es auf der Erde schnell still und leer werden.

Wachtberg – In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist vielen Menschen klar geworden, dass Bienen eine sehr wichtige Rolle im Ökosystem spielen. Denn sie produzieren nicht nur Honig, sondern bestäuben auch einen Großteil aller Pflanzen. Gäbe es keine Bienen mehr, hätte das also erheblichen Einfluss auf Natur und Mensch. Im schlimmsten Fall würde die Menschheit sogar nicht mehr lange existieren.

Kein Leben ohne Bienen: Deswegen würde es die Menschheit ohne sie nicht geben

Im Alltag fällt es meistens nicht so sehr auf, doch das Bienensterben hat drastisch zugenommen. Unter normalen Umständen würde nur jedes zehnte Bienenvolk sterben. Doch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten nachweisen, dass in den vergangenen Jahren deutlich mehr Bienenvölker verendeten. Für Europa bedeutet das laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) konkret, dass es zehn Prozent weniger Bienen gibt als noch vor ein paar Jahren. In den USA sind es sogar 30 Prozent weniger und im Nahen Osten besorgniserregende 85 Prozent weniger.

Gründe für das Bienensterben gibt es viele. Unter anderem sind es beispielsweise Pestizide, die auf Feldern in der Landwirtschaft im Einsatz sind. Gründe sind aber zum Beispiel auch:

Daneben spielt auch die Rodung von Wäldern eine Rolle. Denn viele Bienenarten leben wie auch Hummeln in lichten Wäldern und brauchen die Pflanzenvielfalt, die so ein Ort zu bieten hat. Der Lebensraum der Biene schrumpft also immer weiter und die Populationsdichte der Tiere wird immer geringer.

Kein Leben ohne Bienen: Deswegen braucht der Mensch die Biene

Und das hat fatale Auswirkungen. Es klingt wie in seinem Science-Fiction-Film, doch übertrieben ist es nicht. Denn Bienen spielen unter den Insekten noch mal eine besondere Rolle. Ihr Aussterben würde den Menschen vor sehr große Probleme stellen und vielleicht sogar seinen Untergang bedeuten. Grund dafür sind die komplexen Aufgaben, die Bienen während ihres Lebens übernehmen.

So sind laut dem Deutschen Imkerbund etwa 80 Prozent aller heimischen Pflanzenarten auf die Bestäubung von Insekten angewiesen, wobei die Honigbiene dabei einen Großteil der Arbeit übernimmt. Bienen sind damit das dritt wichtigste Nutztier nach Rind und Schwein. Dabei steht nicht nur die Produktion von Honig im Mittelpunkt, sondern auch die Ernte von Gemüse und Obst. Denn gibt es mehr Bienen, fällt diese deutlich besser aus. Außerdem steigt die Qualität von Obst und Gemüse, da es beispielsweise länger lagerbar ist, größere Früchte hervorbringt, die Früchte schöner geformt sind und ein größeres Gewicht haben, die Keimkraft der Pflanze besser ist und ein ausgeglichenerer Zucker-Säure-Gehalt besteht. Neben Obst und Gemüse wie Tomaten, Paprika und Melonen sind beispielsweise auch Kaffeepflanzen auf die Bestäubung von Bienen angewiesen.

Würde all das wegfallen, gäbe es nicht nur deutlich weniger Nahrung für den Menschen, bei manchen Gemüse- und Obstsorten würde der Ernteertrag sogar um bis zu 90 Prozent schrumpfen. Sondern auch anderen Tieren würde es ohne die Biene schlecht gehen. So zum Beispiel Vögeln und kleinen Säugetieren, denn auch ihnen ginge ohne die Bestäubung die Nahrung aus.

Das wiederum hat zur Folge, dass Schritt und Schritt die Artenvielfalt immer geringer würde. Laut Schätzungen könnten ohne die Biene 20.000 Pflanzenarten aussterben. Verhungern würde der Mensch nicht, jedoch wäre die Versorgung stark eingeschränkt und auf Dauer nicht absehbar, wie sich das Artensterben auf den Menschen auswirken würde. Bienen stellen also die biologische Vielfalt sicher, die Menschen zum Überleben brauchen. Um die Bienen zu unterstützen, können Gartenfreunde im Mai noch leicht eine Bienenweide anlegen*. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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