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Apfelwickler: So gehen Sie gegen den Schädling vor

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Von: Anna Katharina Küsters

Der Apfelwickler zerstört innerhalb kürzester Zeit die ganze Apfelernte. Regelmäßige Kontrolle der Bäume auf Schädlinge ist daher Pflicht.

Freising – Gartenfans mit einem Nutzgarten ist der Apfelwickler ein Graus. Die Larve des Schädlings kann erheblichen Schaden an der leckeren Ernte anrichten, lässt sich aber mit den richtigen Tricks in den Griff bekommen. Dabei ist das adulte Tier sogar recht hübsch anzusehen, denn der Apfelwickler ist ein Schmetterling. Die Weibchen nutzen jedoch den Apfel, die Blätter und den Stamm des Baums, um ihre Eier abzulegen. Und damit beginnt das Problem für den Apfelbaum.

Apfelwickler: So erkennen und entfernen Sie den Schädling

Der Apfelwickler, Cydia pomonella, gehört zu den prominentesten Obstbaumschädligen. Das Tier, das zur Familie der Wickler gehört, ist bei Gartenbesitzerinnen und -besitzern gefürchtet, fressen sich die Larven doch im schlimmsten Fall durch die gesamte Ernte. Das adulte Tier erkennen Gärtnerinnen und Gärtner an seiner braun-grauen Musterung. Laut der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zeichnen sich besonders die Vorderflügel durch eine besondere Maserung aus: Sie sind hellgrau mit dunkelbraunen Streifen durchzogen und einem präsenten, dunklen Fleck am Ende der Flügel.

Apfelwickler: Lieblingsorte des Schädlings

Der unscheinbar wirkende Schmetterling hat es in sich, denn er nutzt unter anderem folgende Bäume, um seine Eier abzulegen:

Am häufigsten ist jedoch der Apfelbaum betroffen. Sobald es im Sommer dämmrig ist, ist die Zeit des Falters gekommen. Dabei spielen die Temperatur und das Wetter aber auch eine wichtige Rolle, denn der Apfelwickler fliegt nur bei trockenem Wetter und Temperaturen über 15 Grad Celsius aus. Ansonsten sitzt er meist reglos an der Rinde eines Baumes.

Zu sehen ist ein adulter Apfelwickler. Der Falter ist grau-braun (Symbolbild).
Der Apfelwickler kann dafür sorgen, dass die Äpfel faul zu Boden fallen (Symbolbild). © Imago

Apfelwickler: Zwei Generationen

So harmlos er dabei auch wirkt, umso schädlicher sind seine Larven. Ein Apfelwickler bringt zwei neue Generationen pro Jahr zustande, wobei die zweite Generation einen deutlich schlimmeren Schaden anrichtet als die erste. Die erste Generation ist laut dem LfL ab Mai im Garten unterwegs, wobei die Weibchen ab Juni etwa 30 bis 60 Eier auf dem Apfelbaum ablegen. Dabei dient dann der gesamte Baum als Ablageplatz, also die jungen Früchte, die Blätter, aber auch der Stamm.

Nach zwei Wochen schlüpfen die Larven aus den Eiern und bohren sich in die Äpfel hinein. Die für Gartenfans sichtbaren Löcher sind jedoch nicht die Einbohrstellen der Würmer, sondern deren Kotausgang. Sie bohren sich von innen nach außen also spezielle Kotlöcher, durch die sie ihre Notdurft entfernen. Im Apfel fressen sie sich etwa einen Monat lang dick und verlassen dann im Juli die Frucht und krabbeln dann meist unter die Rinde des Apfelbaums zum Überwintern.

Nicht alle Larven verstecken sich jedoch direkt. Ist es ein warmes Jahr, verpuppen sich einige der Larven, sodass im August eine zweite Generation schlüpft. Da die Äpfel dann kurz vor der Reife stehen, richtet diese Generation einen noch größeren Schaden an den Früchten an als die erste.

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Apfelwickler: Bekämpfung ohne Chemie

Die Apfelwickler müssen verschwinden, das ist klar. Doch das gelingt auch auf natürliche Art und Weise ganz ohne Pflanzenschutzmittel. Denn die einfachste und wirkungsvollste Methode ist laut dem LfL das Absammeln betroffener Früchte. Dafür müssen Gartenfreunde aber früh dran sein. Das bedeutet, es muss bereits das befallene Obst der ersten Generation abgesammelt werden. Wichtig ist jedoch, dass Gartenfreunde das noch am Baum hängende Obst pflücken, im Fallobst sind die Larven schon nicht mehr enthalten. So sollte der Befall von der zweiten Generation deutlich geringer ausfallen. Auch dabei gilt es dann wieder, die Früchte vor dem Herunterfallen einzusammeln. Beim Abschlussschnitt des Apfelbaums im Spätsommer lassen sich faule Äpfel schnell entdecken*. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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