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Apfelschnecke: Deswegen dürfen Sie das Tier nicht selbst halten

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Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen ist eine Apfelschnecke, die einen weißen Körper und ein großes, weißes Gehäuse hat. Sie streckt ihre zwei langen Fühler aus und kriecht auf einem Stein (Symbolbild).
Apfelschnecken sind in der EU eine invasive Gattung (Symbolbild). © blickwinkel / Imago

Apfelschnecken sind beliebte Tiere in einem Aquarium, in freier Wildbahn schaden die Tiere der Natur aber erheblich. Die Haltung ist daher verboten.

München – Ursprünglich sollten Apfelschnecken nur in Aquarien leben, an einem Ort, wo sie unter Aufsicht ihrer Besitzerinnen und Besitzer sind. Doch dort und auch in ihrer ursprünglichen Heimat Südamerika, Afrika und Asien konnten Apfelschnecken immer wieder ausbrechen und sich in Europa verbreiten. Für die Natur ist das ein Problem, denn die als invasiv eingestuften Apfelschnecken richten in unseren Breitengraden mehr Schaden an, als dass sie nutzen.

Apfelschnecke: Deswegen ist sie eine Gefahr für den Garten

Apfelschnecken (Ampullariidae) zählen zu den tropischen und subtropischen Süßwasserschnecken. Bisher sind 175 Arten bekannt, in Europa auf dem Vormarsch ist aber vor allem die sogenannte Spitze Apfelschnecke (Pomacea diffusa). Das liegt unter anderem daran, dass es sich hierbei um eine Zuchtart handelt, deren farbiges Gehäuse besonders bei Aquariumsbesitzerinnen und -besitzern beliebt ist. Besonders weit verbreitet sind in Züchterkreisen Tiere mit weißem Körper und braun gestreiftem Gehäuse, teilweise gibt es die Apfelschnecken aber sogar mit blauem Gehäuse. Im Grunde ist das kein Problem, denn kontrollierte Zucht und Haltung impliziert, dass die Tiere nicht ihren eigenen Weg gehen. Doch im Laufe der Jahre zeigte sich, dass die Apfelschnecken zum Problem geworden sind.

Apfelschnecke: So leben die Tiere

In ihren Ursprungsländern leben Apfelschnecken in stehenden Gewässern oder Sümpfen. Da es durchaus vorkommen kann, dass ihr natürliches Habitat zeitweise austrocknet, hat die Schnecke im Laufe der Evolution neben ihren Kiemen auch einen Lungensack entwickelt. So ist es ihr möglich, auch ohne Wasser für einen bestimmten Zeitraum zu überleben. Besonders charakteristisch ist ihr wohlgeformtes Schneckenhaus, sichtbar sind aber auch die Fühler der Schnecke und ihre sogenannten Lippentaster am Maul.

Es gibt Apfelschnecken-Weibchen und -Männchen. Die Weibchen aus den Gattungen Pomacea und Pila legen nach der Befruchtung ihre Eier außerhalb des Wassers ab. Sie sind sehr gut zu erkennen, denn die Eier sind durch eine Kalkschicht geschützt, die in rot, orange, weiß oder grün leuchtet. Bis die Jungtiere aus den Schalen schlüpfen, kleben sie als Paket aus bis zu 1.000 Eiern an Bäumen und Steinen fest. Andere Apfelschnecken-Arten tragen die Eier in ihrem Gehäuse, bis die Jungtiere schlüpfen. Klettern die Temperaturen über 18 Grad Celsius, fühlt sich die Apfelschnecke besonders wohl und vermehrt sich fortlaufend. Ein Ei braucht etwa vier Wochen, bis daraus ein Jungtier schlüpft.

Apfelschnecke: So wüten sie in der EU

Unter Aquariumfans ist sie neben ihrem Gehäuse unter anderem auch so beliebt, da sie bekannt dafür ist, das Gewässer zu reinigen und Algen zu fressen. Das erscheint auch in der Natur erst mal als ein positives Merkmal, doch macht die Apfelschnecke in hier heimischen Gewässern keine Fresspause und hört nicht nach dem Verspeisen der Algen auf. Ihr fallen dann auch viele heimische Pflanzen zum Opfer, die die Vegetation hierzulande eigentlich braucht. So hatten beispielsweise schon Spanien und Frankreich mit einer Apfelschnecken-Plage zu kämpfen, während der das Tier über Reisfelder herfiel und große Mengen der Ernte zerstörte.

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Folgende Dinge machen es der Apfelschnecke sehr leicht, in Europa zu überleben:

Da der entstandene Schaden innerhalb der EU schon so groß war, griff die Europäische Kommission ein und verbot 2013 Einfuhr und Handel aller Arten aus der Gattung Pomacea. Das bedeutet auch, dass die Apfelschnecke nicht mehr als Aqauriumsmitbewohner gekauft oder gehalten werden darf und eine Vermehrung der Tiere verboten ist. Ähnlich wie bei Pflanzen, gibt es also auch bei Tieren invasive Arten*. Zudem gelten sie seit 2019 in der EU als sogenannte Unionsquarantäneschädlinge. Das bedeutet, dass sie bekämpft werden, da sie hierzulande nicht heimisch sind und massiven Schaden anrichten. Daher müssen Gärtnerinnen und Gärtner es auch sofort bei Pflanzenschutzdienst melden, wenn sie den Verdacht haben, Apfelschnecken im Garten leben zu haben. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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