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Amerikanische Faulbrut: Kein dreckiges Honigglas in den Container schmeißen

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Von: Anna Katharina Küsters

Die Amerikanische Faulbrut kann im schlimmsten Fall ganze Bienenvölker dahinraffen. Dreckige Honiggläser spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Veitshöchheim – Bienen gehören seit langer Zeit zu den wichtigsten Faktoren bei der Erhaltung eines gesunden Ökosystems. Entwickelt sich ihre Population zurück, wird es auch für den Menschen große Einschränkungen und Nachteile geben. Umso wichtiger ist neben der Erhaltung des natürlichen Lebensraums der Bienen auch das Eindämmen von Krankheitserregern, die die Bienen potenziell töten können. Einer davon ist zum Beispiel die amerikanische Faulbrut, eine Bienenseuche, die anzeigepflichtig ist.

Amerikanische Faulbrut: Kein dreckiges Honigglas in den Container schmeißen

Die Ursache allen Übels ist in diesem Falle das Bakterium namens Paenibacillus larvae larvae. Es verursacht die gefürchtete sogenannte amerikanische Faulbrut bei Bienen. Laut der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) ist das Bakterium extrem widerstandsfähig. Das bedeutet leider auch, dass es auch bei Temperaturen um die 120 Grad Celsius noch überlebt und ansteckungsfähig ist. Mittlerweile hat sich das Bakterium auf der ganzen Welt verbreitet.

Erwachsenen Bienen schadet das Bakterium nicht direkt. Indirekt jedoch schon, denn besonders gefährdet ist die Brut der Bienen. Bei der amerikanischen Faulbrut dringt das Bakterium über Futter in den Larvendarm und entwickelt sich dort. Überlebt die Larve diesen Befall und verdeckelt sich in ihrer Zelle, kommt es meist zur Massenvermehrung des Bakteriums. Dabei fällt das Bakterium über die gesamte Larve her und zerstört sogar ihren Chitinpanzer. In einer Larve sind teilweise laut LWG 2,5 Milliarden Sporen des Bakteriums zu finden.

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Amerikanische Faulbrut: So gelangen die Sporen in neue Bienenvölker

Die Übertragung über Sporen machen es extrem schwierig, Bienenvölker zu schützen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie die Sporen in ein Bienenvolk gelangen können:

Besonders über den letzten Punkt wurde bereits viel diskutiert und die Imker-Welt ist sich uneinig. Ist es gefährlich, nicht gespülte Honiggläser in den Container zu werfen? Jein, sagen Expertinnen und Experten. Im Sommer suchen Bienen solche süßen Plätze nicht auf, fehlt aber im Mai und ab August die Nahrung in der Natur, kommt Althonig in Glascontainern auf den Speiseplan der Bienen. Deswegen ist es besonders im Spätsommer wichtig, Honiggläser zu spülen, bevor sie im Glascontainer landen.

Das Problem liegt auch nicht bei Honig vom heimischen Imker. Viel häufiger befinden sich die Sporen in Honig aus dem Ausland. Das Problem: Laut dem Bayerischen Rundfunk (BR) sind etwa 80 Prozent des gekauften Honigs der Deutschen aus dem Ausland importiert. Ein extra Spülgang lohnt sich also. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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