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Thripse bekämpfen: Woher sie kommen und welche Nützlinge gegen die Schädlinge helfen

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Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen sind zwei kleine Thripse, die auf einem Blatt sitzen (Symbolbild).

Thripse tragen auch den Namen Gewittertierchen (Symbolbild). © imago

Thripse sind kleine Fransenflügler. Sie ernähren sich vom Pflanzensaft und bringen sie so zum Vertrocknen. Mit natürlichen Mitteln lassen sich die Tiere gut bekämpfen.

Dessau-Roßlau – Thripse sind Fransenflügler. Sie sind Schädlinge, die wie Blattläuse, Raupen und andere Insekten vermehrt an Zimmerpflanzen, aber auch an Nutzpflanzen vorkommen. Bei einem Befall können sie die Wirtspflanze so sehr schädigen, dass sie vertrocknet. Hier wird beschrieben, wie man einen Befall frühzeitig erkennt und die Thripse wirkungsvoll bekämpfen kann.

Thripse: Kleine, kaum sichtbare Schädlinge

Thripse (Thysanoptera) gehören zu der Insektenordnung der Fransenflügler. Umgangssprachlich tragen sie auch den Namen Gewittertierchen, Gewitterwürmchen oder Schönwetterflieger. Laut dem Umweltbundesamt erreichen sie eine Größe von einem bis drei Millimeter und zeigen an den Enden ihren vier Flügeln kleine Härchen auf.

Um an rutschigen Pflanzen nicht abzugleiten, nutzen sie ihre Füße, an denen mit Feuchtigkeit gefüllte Blasen befinden. Ihre Körper sind braun und gelb, wobei ihre Larven grün und durchsichtig sind. Aufgrund ihrer winzigen Größe sind die Tierchen mit bloßem Auge kaum sichtbar, was häufig dazu führt, dass ein Befall erst bei einer großen Population auffällt. Sie ernähren sich von Pflanzensaft, den sie aus der Wirtspflanze heraussaugen. Daneben saugen sie aber auch Blattläuse, Raupen und Milben und andere Insekten aus. Einige Arten können sogar Pilze und totes Holz als Nahrungsquelle nutzen.

Thripse: Ursprung der Frasenflügler

Weltweit gibt es über 5.000 verschiedene Thripse-Arten. Allein in Deutschland sind es mehr als 200 verschiedene Fransenflügler. Thripse können kaum fliegen, sondern schweben aufgrund von Warmluft-Thermik ausgelösten Aufwinde in der Luft. Temperaturen von über 20 Grad lassen die Insekten aufsteigen. Wie andere Insekten auch legen Thripse Eier. Dabei kann ein einzelnes Tier bis zu 70 Eier in seinem Leben legen. Innerhalb von vier Wochen bilden sich aus den Eiern dann ausgewachsene Thripse, die zunächst in der Erde oder dem Pflanzensubstrat leben. Daraufhin beginnen sie, die Pflanze zu befallen.

Thripse heißen auch Luftplankton und verbreiten sich vermehrt über die Luft. Das liegt vor allem an ihrem geringen Gewicht und ihrer kleinen Größe. Sie können viele Hunderte Kilometer auf dem Luftweg zurücklegen und sind deshalb wie viele Insekten überall auf der Welt zu finden. Thripse lassen sich vom Wind tragen, können aber auch durch kleine Öffnungen in Fliegengittern krabbeln oder in Form von Eiern im Pflanzensubstrat in der Wohnung heranwachsen. Ihren Ursprung haben sie in den Tropen. Der seit dem Mittelalter weltweit wachsende Pflanzenhandel trug sie über die Jahrhunderte aber auch immer mehr nach Europa. Das begünstigte ihre die Verbreitung aus Ausbreitung der Thripse, aber auch von Blattläusen und Raupen.

Thripse: Befall an Pflanzen schnell erkennen

Eine frühzeitige Erkennung eines Thripse-Befalls ist für die Bekämpfung der Schädlinge sehr wichtig. Folgende Warnzeichen an ihren Pflanzen sollten Gartenfans laut der Landwirtschaftskammer aufmerksam machen:

Haben sich Thripse bereits weiter ausgebreitet, erkennen Gärtnerinnen und Gärtner das an folgenden Kennzeichen:

Thripse: Häufig befallene Zimmerpflanzen und Nutzpflanzen

Besonders Zimmerpflanzen sind beliebte Wirtspflanzen für Thripse. Zu den anfälligsten unter ihnen gehören zum Beispiel:

Neben den Zimmerpflanzen haben Thripse aber auch bestimmte Nutzpflanzen, die auch Blattläuse und Raupen mögen, im Auge:

Thripse: Die Schädlinge präventiv bekämpfen

Thripse fühlen sich in einem warmen und trockenen Klima besonders wohl. Deshalb sollten Gartenfans ihre Pflanzen vor allem im Hochsommer und im Winter auf Schädlingsbefall untersuchen. Es ist sinnvoll, Zimmerpflanzen regelmäßig mit kalkfreiem Wasser zu besprühen. Dadurch können sich die Thripse mit ihren Blasen an den Füßen nicht mehr festhalten. Gegen die trockene Heizungsluft helfen Luftbefeuchter oder Schalen mit Wasser, die in der Nähe der Heizung ihren Platz finden. Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Präventivmaßnahmen dennoch zu einem Thripse-Befall, aber auch zum Blattläuse-Befall oder Raupen-Befall kommen, gibt es verschiedene natürliche Hausmittel, die zur Behandlung ausprobiert werden können.

Thripse: Natürliche Hausmittel gegen die Fransenflügler

Greifen die vorbeugenden Maßnahmen nicht, ist es Zeit für altbewährte Hausmittel. Wirksam ist es beispielsweise, die Pflanzen mit einer Seifenlauge abzuwischen und abzuduschen. Außerdem empfiehlt es sich, eine Emulsion aus Olivenöl und einigen Tropfen Spülmittel herzustellen und die Pflanzen damit zu besprühen. Auch das Beträufeln der Pflanzen mit Neem-Öl soll helfen.

Sollten die Hausmittel versagen und sich die Thripse hartnäckig halten, hilft oft auch ein Einsatz von speziellen Thripse-Fallen, die in Form von Blau- oder Gelbtafeln als Leimfallen zu kaufen sind. Als besonders effektiver Nützling in der Schädlingsbekämpfung gegen Thripse, aber auch im Kampf gegen Trauermücken und Spinnmilben, hat sich die Raubmilbe erwiesen.

Thripse: Als letzte Lösung gilt der Griff zum Gift

Und zu guter Letzt gibt es auch die Möglichkeit der Bekämpfung von Thripsen mit Insektizid, die wirkungsvoll im Kampf gegen schädliche Raupen, Thripse, Trauermücken und andere Schadinsekten sind. Diese sind in ihrem Einsatz jedoch nicht ganz unbedenklich, da sie auch für andere Nützlinge, etwa Bienen, giftig sein können. Das Umweltbundesamt verweist zudem darauf, dass Thripse aufgrund ihrer Lebensweise in der Erde nur schwerlich mit chemischen Mitteln bekämpft werden können. Der Einsatz von Raubmilben sei immer vorzuziehen. 

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