Überlebenskünstler im Winter

Stockente: So schafft es der Vogel, nicht festzufrieren

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Der Winter bringt uns in diesem Jahr eine Menge Schnee. Stockenten macht das nichts, denn sie haben ein spezielles Adersystem in den Füßen und frieren niemals auf Eis fest.

Berlin – Zum Winter gehören die Stockenten genauso wie zum Sommer. Die Tiere sind in unseren Breitengraden sehr verbreitet und bei fast jedem Spaziergang in der Nähe eines Gewässers zu finden. Da sie keinen Winterschlaf machen, gehören sie auch zu den Tieren, die sich in den dunklen Monaten gut beobachten lassen. Und um bei Frost und Kälte zu überleben, hat der Körper einen ganz besonderen Schutzmechanismus entwickelt.

Stockente: Darum kann der Vogel auf dem Eis stehen, ohne festzufrieren

Die Stockente gehört zu den am meisten verbreiteten Wasservogelarten in Deutschland. In fast jedem Gewässer, und sei es noch so klein, finden sich diese Enten. So wie sich auch auf fast jedem Baum eine Amsel findet. Ihren Namen tragen Stockenten aufgrund ihrer Art zu Nisten. Über einen langen Zeitraum wurde sie als Wildente bezeichnet. Für die präzisere Bezeichnung Stockente entschieden sich Experten jedoch, da die Enten gerne auf auf Stock gesetzten Weiden brüten. Grundsätzlich sind sie bei der Wahl ihrer Brutplätze im Gegensatz zu Blaumeisen jedoch nicht wählerisch. Im Laufe der Zeit haben Stockenten auch die städtischen Parks und Seen erobert, sodass ein Brutplatz auf Häusern nicht ungewöhnlich ist. Wenn es geht, brüten die Stockenten aber so nah am Wasser, wie es ihnen möglich ist.

Im Reich der Stockenten unterscheiden Experten zwischen Erpeln und Ente, also zwischen männlichen und weiblichen Tieren. Der Erpel trägt bei den Stockenten ein dunkelgrünlich und bläulich schimmerndes Federkleid und einen weißen Ring um den Hals. Dazu ist ihr Schnabel leuchtend gelb gefärbt. Die Enten hingegen haben ein unscheinbareres, bräunliches Gefieder. Oftmals beobachten Gartenfreunde die Stockenten als Paar am Gewässer. Ist jedoch Paarungszeit, kommt es durchaus vor, dass mehrere Männchen ein Weibchen solange bedrängen, bis es flieht.

Stockente: So schlägt sich der Wasservogel durch den Winter

Grundsätzlich ernähren sich Stockenten im Sommer laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) von zum Beispiel von:

  • Pflanzen
  • Wasserpflanzen
  • Samen
  • Beeren
  • Früchten

Diese sind im Winter, wenn es geschneit hat und ordentlich kalt ist, jedoch deutlich schwerer zu finden. Zwar weichen Stockenten auch auf Frösche, Schnecken, Würmer, Laich, Larven und sogar kleine Fische aus. Jedoch sind auch die bei zugefrorenen Teichen und Seen schwerlich zu erreichen. Daher dauert die Nahrungssuche im Winter deutlich länger als im Sommer und auch Enten freuen sich über entsprechende, tiergerechte Futterstellen. Daher sollten Spaziergänger die Enten im Winter nicht aufscheuchen, denn das kostet die Enten unnötige Energie, die sie als Reserven brauchen, um über den Winter zu kommen*.

Stockente: Das Prinzip des Wärmetauschs

Abgesehen vom Nahrungsangebot sind Stockenten jedoch wunderbar auf den Winter vorbereitet. Zum einen haben sie witterungsfeste Deckfedern. So kann kein Wasser und kaum Kälte zu den tieferliegenden Daunenfedern dringen. Um die Deckfedern geschmeidig zu halten, fetten die Enten sie mit einem öligen Sekret ein, das sie selbst mit der sogenannten Bürzeldrüse produzieren.

Was aufmerksame Gartenfreunde jedoch im Winter häufig auch beobachten, ist eine Stockente, die sehr lange auf zugefrorenen Wasserflächen steht, ohne festzufrieren. Das ist ein weiterer Trick der Natur. Denn in den Schwimmfüßen der Enten liegen die Blutgefäße sehr eng beieinander. Durch das dadurch entstehende Netz fließt beständig warmes Blut vom Körper hinab in die Füße. Das etwa 40 Grad Celsius warme Blut fließt sehr nah entlang der Venen vorbei. Die Venen leiten das kalte Blut aus den Schwimmfüßen wieder hinauf in den Körper. So gelingt es dem Körper der Ente, das kalte Blut der Füße direkt wieder aufzuwärmen. Es findet also ein Wärmetausch statt. So gelingt es, dass weder das Eis unter den Schwimmfüßen der Ente schmilzt, noch dass sie auf dem Eis festfriert. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © imago images / Bluegreen Pictures

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