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Stiefmütterchen: So kam die Blume zu ihrem Namen

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Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen ist eine in einen Gartenhandschuh gepackte Hand, die ein gelb blühendes Stiefmütterchen über dem Blumenbeet hält (Symbolbild).
Stiefmütterchen blühen bei richtiger Pflege bis spät in den Sommer hinein (Symbolbild). © IMAGO / Klaus W. Schmidt

Zum Ursprung des Namens des Stiefmütterchens gibt es zwei Theorien. Besonders die Anordnung der Blätter der Zierpflanze spielen dabei eine Rolle.

Münster – Das Stiefmütterchen finden Gartenfreunde bevorzugt in Kübeln, also meistens auf Balkonen. Die Blume ist mehrjährig und blüht ab dem zweiten Jahr in zahlreicher Pracht. Mit wenig Pflege holen Gärtnerinnen und Gärtner schon eine Menge aus der Pflanze heraus. Und lernen nebenher noch, wie das Stiefmütterchen eigentlich zu seinem Namen kam.

Stiefmütterchen: Deswegen trägt die Blume ihren Namen

Stiefmütterchen gehören zur Familie der Veilchengewächse. Mittlerweile gibt es zahlreiche Arten und Sorten, für jeden Gärtner und jede Gärtnerin gibt es also die passende Zierpflanze. Besonders bekannt ist zum Beispiel das Garten-Stiefmütterchen (Viola wittrockiana), daneben gibt es beispielsweise aber noch folgende Arten:

Das bekannte Garten-Stiefmütterchen ist sehr pflegeleicht und weit verbreitet. Mit der richtigen Pflege blüht es auch schon im ersten Jahr. So sollten Gartenfreunde die Aussaat im Frühjahr vornehmen, dann können sie im nächsten Jahr blühende Stiefmütterchen erwarten. Die Blütezeit kann sich von April bis Oktober erstrecken und wer regelmäßig die verblühten Blüten abschneidet, erhält einen noch prächtigeren Blütenwuchs.

Das Acker-Stiefmütterchen hingegen ist weit weniger auffällig und nicht nur in Ziergärten, sondern auch auf Ackerflächen zu finden. Die kleinen, weißen Blüten erinnern an eine alte Haube. Im Inneren der Blüte erkennen Gärtnerinnen und Gärtner kleine, schwarze Streifen, die in die Mitte der Blüte weisen. Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) ist das tatsächlich ein Wegweiser für Insekten hin zu Pollen und Nektar. Zur Unterstützung dieses Effektes ist der Mittelpunkt der Blüte gelb gefärbt. Eine Bestäubung ist mit diesen Hilfsmitteln quasi gesichert.

Stiefmütterchen: So pflanzen Sie es in Ihren Garten

Je nachdem, wann Gartenfreunde sich an der Blüte des Stiefmütterchens erfreuen wollen, passen sie den Aussaatzeitpunkt an. So lässt sich festhalten:

Eine Vorzucht in einer Anzuchtschale ist bei Stiefmütterchen immer empfehlenswert. Am liebsten steht das Stiefmütterchen an einem feuchten, sonnigen und windgeschützten Platz. Humoser Boden ist am besten, sodass eine Aufarbeitung im Beet mit Kompost sinnvoll ist. Im Garten eignen sich Stiefmütterchen gut als Unterpflanzung von Laubbäumen.

Für die Kübelpflanzung empfiehlt es sich, alte Blumenerde mit neuer zu mischen, so ist der Nährstoffgehalt wieder ausreichend. Auch wenn es anfangs schwerfällt, aber Gartenfreunde sollten die vorgezogenen Blumen nicht zu eng setzen. Gibt es mehr Platz, ist die Blütenpracht später umso größer. Auf dem Balkon sollten sie besser vor Regen geschützt stehen, denn zu viel Wasser und vor allem Staunässe lässt die Blumen eingehen. Bei herunterfallenden Blütenblättern des Stiefmütterchens auf den Balkon des Nachbarns unten drunter, müssen sich Balkonbesitzer übrigens keine Sorgen um den Groll der Nachbarn machen. Das müssen die Mitbewohner eine Etage tiefer hinnehmen*.

Stiefmütterchen: Daher kommt der Name

Über den Ursprung der Bezeichnung Stiefmütterchen für die Blume sind Experten und Expertinnen sich bis heute nicht sicher. Es gibt jedoch zwei Haupttheorien. Die erste bezieht sich auf die Anordnung der Blütenblätter des Garten-Stiefmütterchens. Denn dort verdeckt das unterste Blütenblatt die beiden seitlichen Blätter, die wiederum die obersten Blätter verdecken. Das unterste Blatt wäre also die Stiefmutter, die beiden seitlichen die Töchter und die oberen beiden die Stieftöchter.

Die andere Namenstheorie bezieht sich auf die Pflege der Pflanze. Das Stiefmütterchen braucht so wenig Pflege und Aufmerksamkeit, dass Gärtnerinnen und Gärtner es sozusagen stiefmütterlich behandeln können und fast außer Acht lassen können. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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