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Steingarten: Die Alpenwelt im Vorgarten – so legen Sie ihn richtig an und gestalten ihn typisch

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Von: Jasmin Pospiech

Ein Steingarten ist modern, pflegeleicht und hat dennoch das gewisse Etwas. Besonders dann, wenn auf dem kargen Boden typische Pflanzen der Alpenwelt Platz finden.

München – Sie hätten gerne einen modernen Garten mit dem gewissen Etwas? Doch gleichzeitig sollte er auch pflegeleicht sein? Dann liegen Sie mit einem Steingarten genau richtig. Ein bloßer Haufen Steine? Nur weil dieser Gartentyp auf den ersten Blick karg erscheint, muss das nicht zwangsläufig auch so sein. 

Steingarten: Pflegeleicht, aber mit dem gewissen und modernen Etwas

Zwar besteht sein Untergrund im Gegensatz zu Blumenbeeten aus steinigem Boden mit einer Abdeckung aus Kieseln, doch dahinter steckt ein besonderes Gestaltungskonzept. So ist der Steingarten in seiner Anlage der charakteristischen (Hoch-)Gebirgslandschaft nachempfunden und die Pflanzen darin sollen die einzigartige alpine Fauna und Flora widerspiegeln. 

Der Steingarten wurde allerdings nicht im alpinen Raum erstmals angelegt, sondern in England. Als Vater des englischen Steingartens gilt der Autor und Pflanzensammler Reginald Farrer (40, † 1920), Verfasser des einflussreichen Buches My Rock Garden (1907) und The English Rock Garden (1919, geschrieben 1913) in zwei Bänden. Bereits 1894 hatte er in dem Gut Ingleborough, das seinem Vater gehörte, einen Steingarten eingerichtet.

Da Steingärten in kargen Regionen und schwierigen Witterungsverhältnissen überleben müssen, sind sie meist sehr robust, winterhart und sehr pflegeleicht. Schließlich muss oft nur wenig gedüngt oder geschnitten werden. Auch Unkraut hat hier kaum eine Chance, durchzudringen. Generell brauchen Sie für einen Steingarten nicht viel Platz – meist reicht eine kleine Gartenecke. 

Steingarten anlegen: Das ist der richtige Untergrund

Wollen Sie einen Steingarten anlegen, sollten Sie diesen zuvor genau planen. Eine Skizze hilft Ihnen dabei, die Flächen auszurechnen und die Steine und Pflanzen so einzuzeichnen, dass alles harmonisch aussieht und Platz findet. Nun geht es an den Untergrund für den Steingarten.

Zuerst tragen Sie die obere Bodenschicht ab und entfernen alle Wurzeln aus der Erde. Werfen Sie die Erde aber nicht weg! Stattdessen können Sie diese mit Sand und/oder Kies vermischen und später wieder einsetzen. Zuvor legen Sie aber ein Drahtgitter vollflächig aus. So haben Wühlmäuse & Co. keine Chance mehr, zu den Wurzeln und Zwiebeln möglicher Pflanzen zu gelangen.

Experten empfehlen, einen Steingarten am besten an einem Hang, an einer Anhöhe oder einer flachen Böschung anzulegen. So kann überschüssiges Wasser schneller ablaufen. Zudem sollten Sie auf die Ausrichtung des Steingartens achten, schließlich mögen es manche Pflanzen lieber sonniger, andere dagegen schattiger.

Steingarten gestalten: Diese Steine sorgen für alpines Flair 

Darüber hinaus fühlt sich nicht jede Pflanze auf allen Untergründen wohl. Das gilt auch für die Steine, die Sie im Garten verwenden wollen. Während große Steine im Steingarten-Beet für Schatten sorgen, können kleinere Steine dazwischen die Sonnenwärme gut speichern und abgeben. Dadurch wirken sie wie eine Fußbodenheizung.

Auch die Gesteinsmischung spielt eine Rolle, schließlich wachsen manche Pflanzen nicht auf kalkhaltigem Gestein, sondern mögen zum Beispiel lieber sauren Boden wie silikathaltige Steine. Grundsätzlich werden für einen Steingarten gerne Steine verwendet, die sehr witterungsbeständig sind. Darunter sind:

Wer zudem für ein paar Farbtupfer im sonst grauen Garten sorgen möchte, kann auch eingefärbte Zierkiesel in Rot, Gelb & Co. im Steinbeet einstreuen. Doch Vorsicht: Sie sollten nicht zu viele Farben mischen, ansonsten wirkt das Beet schnell unruhig und überladen.

Da die meisten Steingartenpflanzen keine Staunässe vertragen, ist es essenziell, dass sie eine großzügige Drainageschicht aus Schotter oder Kies aufbringen. Anschließend breiten Sie darauf ebenfalls ein Vlies aus.

Zum Schluss bedecken Sie die Oberfläche mit einer dicken Schicht magerer Gartenerde oder Bauschutt. Formen Sie dabei Hügel und Täler, um so eine organische Gebirgslandschaft nachzuahmen. Darauf wird erneut ein Unkrautvlies ausgelegt. Abschließend schütten Sie das Beet mit karger, steiniger Pflanzerde auf.

Enzian, Aloe Vera oder Thymian: Diese Pflanzen dürfen in den Steingarten

Nun haben Sie die Wahl, ob Sie Stauden, Sträucher und Blumen in Ihrem Steingarten anlegen wollen. Viele von ihnen verwandeln den Garten ganzjährig in eine Augenweide. Allerdings sollten Sie nur solche Pflanzen auswählen, die auf dem nährstoffarmen Boden auch gut gedeihen können.

Das müssen nicht nur alpine Arten, sondern können auch exotischere Pflanzen oder sogar Sukkulenten sein. Die bekanntesten und beliebtesten sind:

Steingarten gestalten – mit diesen Gräsern und Bäumen

Daneben gibt es allerdings auch einige Ziergräser, die sich sehr gut für den Steingarten eignen. Einige von ihnen sind sogar das ganze Jahr über grün und sorgen auch im winterlichen Steingarten für das gewisse Etwas. Darunter sind Blaugräser, Federgras, Seggen und Schwingel.

Neben verschiedenen Bodendeckern, niedrigen Stauden und Gräsern machen auch kleine Bäume im Steingarten viel her. Hier sollten Sie immergrünen und winterharten Koniferen den Vorzug geben. Aber auch Zwergkiefer, Buchsbaum oder Scheinzypressen sind gute Alternativen.

Steingarten-Verbot: Das steckt dahinter

Kürzlich wurde allerdings in der Politik ein Steingarten-Verbot diskutiert. Besonders Naturschützer warnen vor sogenannten „Betonwüsten“. Doch im eigentlichen Sinne geht es hier um Schottergärten, die meist gar keine oder nur wenige blütenlose Pflanzen beherbergen. Nun haben einige Kommunen hierzulande bereits der „Versteinerung der Städte“ den Kampf angesagt.

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