Superfood aus Mittel- und Norditalien

Schwarzkohl: Die Urform des Grünkohls ist äußerst pflegeleicht und lecker

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Grünkohl kennt fast jeder Hobbykoch. Doch Schwarzkohl pflanzen Gartenfreunde deutlich seltener an. Dabei ist das Gemüse im Winter eine wichtige Nährstoffquelle.

München – Obwohl er wahrscheinlich der Ursprung des mittlerweile sehr bekannten Grünkohls ist, ist der Schwarzkohl bei uns oft nicht so bekannt. Doch auch diese Kohlsorte lässt sich gut im Gemüsebeet kultivieren und prima zu winterlichen Gerichten verarbeiten.

Schwarzkohl: So pflanzen, pflegen und ernten Sie die Urform des Grünkohls

Seinen Namen trägt der Schwarzkohl (Brassica oleracea var. palmifolia) aufgrund seiner großen dunklen Blätter. Sie können dunkelgrün bis schwarz sein und stehen palmwedelartig von der Pflanze ab. Daher rührt auch sein Zweitname: Palmkohl. Die Pflanze erreicht in der Regel eine Höhe von etwa 100 Zentimetern, wobei die Blätter jeweils eine Länge von etwa 60 Zentimetern erreichen.

In Italien ist der Schwarzkohl schon viele Jahrhunderte bekannt, sogar die Römer sollen schon von seinen Vorzügen gewusst haben und ihn auf ihre Speisekarte gesetzt haben. Daher vermuten Experten auch, dass der Schwarzkohl die Urform des Grünkohls ist. Im Gegensatz zum Grünkohl ist er jedoch etwas kälteempfindlicher und braucht im Winter einen Winterschutz wie etwa ein Vlies. Dafür kann er so aber das ganze Jahr über angebaut werden und schmeckt etwas milder als Grünkohl. Schwarzkohl lässt sich als Superfood sehen, denn in ihm sind enthalten:

  • Vitamin C und B
  • Calcium
  • Carotinen
  • Mineral- und Ballaststoffen

Schwarzkohl: So pflanzen und pflegen Sie den Palmkohl

Sobald es draußen nicht mehr friert, können Gartenfreunde Schwarzkohl in ihrem Gemüsebeet aussäen. Das ist meist Mitte Mai der Fall. Die einzelnen Reihen sollten etwa 20 Zentimeter Abstand haben und zwei Zentimeter tief sein. Wachsen die Pflanzen heran, benötigen sie etwa 50 Zentimeter Platz in alle Richtungen. Schwarzkohl liebt kalkhaltigen und nährstoffreichen Boden, sodass Gärtnerinnen und Gärtner vor dem Pflanzen von Jungpflanzen der Boden mit Kompost aufwerten sollten. Zudem ist ein sonniger Ort mit wenig Wind ideal für Schwarzkohl. Wer über die Bepflanzung seines Hochbeetes im Herbst nachdenkt, kann durchaus auch einen Schwarzkohl in Betracht ziehen, denn die Pflanze wächst nicht nur im Beet gut.

Ist er auch etwas frostempfindlich, so erträgt Schwarzkohl Hitze besonders gut. Das ist bei den aktuell immer heißer werdenden Sommern ein großer Vorteil. Gartenfreunde müssen den Kohl regelmäßig gießen, dann machen ihm auch heiße Temperaturen nichts aus. Schwarzkohl wächst zudem besser, wenn er ab und an mit Rasenschnitt gemulcht wird. Gärtnerinnen und Gärtner düngen Schwarzkohl zudem regelmäßig mit Pflanzenjauche.

Schwarzkohl: So ernten Gartenfreunde das Gemüse

Ein weiterer Unterschied zum Grünkohl ist, dass der Schwarzkohl keine kalten Temperaturen braucht, um sein leckeres Aroma auszubilden und nicht nur von November bis Januar zu ernten ist*. Es ist also fast das ganze Jahr über Erntezeit für den Starkzehrer. Beim Ernten des Schwarzkohls gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Junge Blätter pflücken: Dabei sollten Sie am unteren Ende der Pflanze beginnen, bis sie oben angelangt sind
  • Herz stehen lassen: Das Herz des Schwarzkohls ist das Zentrum neuer Blätter
  • Erneut Blätter abernten: Sprießen aus dem Herz neue Blätter, können diese nach Bedarf wieder abgeerntet werden

Rund acht Wochen nach dem Einpflanzen ist der Schwarzkohl meistens erntebereit. Wichtig ist, nach einem erfolgreichen Erntejahr im kommenden Jahr an dieselbe Stelle nicht wieder Kohl zu pflanzen. Denn Kohl gehört zu den Starkzehrern und entzieht dem Boden viele Nährstoffe. Daher geben Gartenfreunde nach einer erfolgreichen Ernteperiode ihrem Beet am besten vier Jahre Zeit, bevor sie erneut Kohl anpflanzen. Das hilft zudem, den Schwarzkohl vor Schädlingen wie weißen Fliegen oder Kohlhernie zu schützen. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © imago images / Westend61

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