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Scharbockskraut: Aus diesen Gründen rettete die Pflanze früher vielen Menschen das Leben

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Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen ist eine Blumenwiese, auf der hauptsächlich die gelben, kleinen Blüten des Scharbockskraut zu sehen sind.
Scharbockskraut hat sternenförmige, gelbe Blüten (Symbolbild). © IMAGO / Hanke

Das Scharbockskraut ist ohne Zweifel eine Heilpflanze, denn es war besonders im Mittelalter ein Lebensretter. Wer sie heute nutzen möchte, sollte die Blätter vor der Blüte pflücken.

Frankfurt am Main – Im Frühjahr sind die Blüten des Scharbockskrauts mit die Ersten, die Gartenfreunde in ihrer Oase entdecken können. Die kleinen, sternenförmigen, gelben Blüten breiten sich schnell aus und blüht von Februar bis Ende März. Aufgrund ihrer frühen Blütezeit ergattern sie besonders viel Sonne, die sie brauchen, um die Energie in ihren Wurzelknollen aufzutanken.

Scharbockskraut: Deswegen unterstützt die Pflanze nach einem langen Winter Ihr Immunsystem

Schon vor Jahrhunderten war das Scharbockskraut als Heilpflanze bekannt. Das lag unter anderem an seinem hohen Vitamin-C-Gehalt. Nach einem langen, harten Winter mangelte es den Menschen an Vitaminen im Körper, denn Gemüse und Obst waren nicht konservierbar mit damaligen Mitteln. Ähnlich wie beim Sauerkraut fanden einige Menschen heraus, dass der Verzehr von Scharbockskraut eine Besserung bei Skorbut versprach. Natürlich konnten sich die Menschen damals diese Folge nicht erklären, doch das Heilkraut war eine der wenigen Möglichkeiten damals, sich gegen die Krankheit zu schützen. Da ein altertümlicher Begriff für Skorbut Scharbock war, hatte die Pflanze im Handumdrehen ihren Namen.

Auch heute können Gartenfreunde die heilende Wirkung der Pflanze nutzen und vom Vitamin-C-Gehalt profitieren. Dafür ist eine Sache laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) wichtig. Die Blätter des Scharbockskauts sollten Gartenfreude vor der Blüte pflücken. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Gärtnerinnen und Gärtner das Gift Protoanemonin zu sich nehmen. Dieses bildet sich nach einiger Zeit in den Blättern, wenn die Pflanze bereits blüht.

Verarbeiten lässt sich Scharbockskraut beispielsweise zu:

Scharbockskraut ist, zum richtig Zeitpunkt gepflückt, also eine gute Ergänzung im Kräuter-Regal.

Scharbockskraut: Das braucht die Pflanze, um im Garten zu wachsen

Wer auf den Geschmack gekommen ist und sich die das Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) als Zierpflanze oder Nutzpflanze zulegen möchte, hat leichtes Spiel. Die zur Familie der Hahnenfußgewächse gehörende Pflanze breitet sich schnell aus und macht sich hervorragend als Unterpflanzung von Laubbäumen. Das liegt unter anderem daran, dass die Bäume im Frühjahr noch keine Blätter haben und das Kraut ungehindert die Sonnenstrahlen abfangen kann.

Da das Scharbockskraut zu den Kaltkeimern zählt, braucht es den Kältereiz im Winter, um richtig zu keimen. Daher ist es sinnvoll, Scharbockskraut-Samen bereits im Oktober in die Erde zu bringen. Wer etwa 20 Zentimeter zwischen den einzelnen Samen Platz lässt, ist auf dem richtigen Weg. Im Frühjahr ist eine Pflanzung über bereits großgezogene Pflanzen aber auch möglich.

Am liebsten steht das Kraut auf feuchtem, humosen Boden im Halbschatten. Auf sandigem Boden wächst die Pflanze nicht so gut, jedoch eignet sie sich gut als Kübelpflanze. Auch Balkonbesitzer können sich das spannende Kraut also in ihre Nähe holen. Aus dem Wald sollten Gartenfreunde das Scharbockskraut nicht entfernen, da schnell Verwechslungen mit anderen giftigen Pflanzen entstehen*.

Scharbockskraut: So entwickelt sich die Pflanze

Das Scharbockskraut hat beim Wachstum eine besondere Art und Weise entwickelt, zu überleben. Im ersten Jahr bildet das Kraut laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) nur kleine, grüne Blättchen. Darüber tankt die Pflanze dann genügend Kraft, die sie an ihre Wurzelknolle weitergibt. Die Wurzelknolle ist beim Wachstum entscheidend, denn dort speichert das Scharbockskraut seine Energie.

Im zweiten Jahr beginnt die Pflanze dann mit der Bildung der Blüten und der sogenannten Brutknöllchen. Die Brutknöllchen sitzen in den Achseln der Stängelblätter und dienen der Vermehrung. Im Laufe der Zeit fallen sie ab und sichern so die vegetative Fortpflanzung des Scharbockskrauts. Zeitgleich bilden sich auch noch weitere Wurzelknollen, die bei der polsterförmigen Ausbreitung der Pflanze helfen. In den meisten Fällen vermehrt sich das Kraut über die Verbreitung seines Samens, den der Wind dann an eine andere Stelle trägt. Dort beginnt der Wachstumszyklus von Neuem. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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