1. 24garten
  2. Mein Garten

Schädlinge bestimmen – natürliche Schädlingsbekämpfung gegen Blattläuse und Spinnmilben

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen ist die Raupe eines Buchsbaumzünslers auf einem Buchsbaum (Symbolbild).
Kein Feind des Buchsbaums ist so weit verbreitet wie der Buchsbaumzünsler (Symbolbild). © Andrea Warnecke/picture alliance/dpa

Schädlinge im Garten und im Haus sind unangenehm und vielen Gartenfans ein Dorn im Auge. Die Ausbreitung vieler dieser störenden Tiere lässt sich aber gut mit ein paar Tricks eindämmen.

Berlin – Kaum blüht und gedeiht die Natur, schon nisten sich Schädlinge in Haus und Garten ein. Die stören nicht nur im Alltag, sie beschädigen Pflanzen und machen zudem Lebensmittel ungenießbar. In großer Menge können bestimmte Schädlinge auch Gartenmöbel angreifen. Wer nicht gleich den Kammerjäger rufen möchte, kann vielen Schädlingen auch mit Hausmitteln sowie bestimmten Reinigern entgegenwirken.

Schädlinge: Was sind Schädlinge?  

Das Wort Schädling ist laut dem Robert-Koch-Institut eine nicht eindeutig definierte Sammelbezeichnung für Lebewesen, „die (aus der Sicht des Menschen) direkt oder indirekt Schadwirkungen herbeiführen“. Manche Tiere, die die einen als Schädlinge sehen, betrachten andere als Nützlinge. Dabei lassen sich bestimmte Gruppen festlegen, von denen aber nur die der Gesundheitsschädlinge und die der Ektoparasiten fest definiert sind. Schädlinge lassen sich in folgende Übergruppen unterteilen:

GesundheitsschädlingeSie zeichnen sich dadurch aus, dass sie Krankheitserreger auf Menschen übertragen. Zu ihnen gehören beispielsweise Nager wie der Marder, Haustauben oder Spinnentiere und Tausendfüßer.
EktoparasitenParasiten, die, laut Definition, für unbegrenzte Zeit auf oder in der Außenhaut des Körpers leben, teils auch parasitär. Dazu gehören beispielsweise Läuse und Kratzmilben, aber auch Flöhe, Bettwanzen und Zecken.
SchadinsektenDazu gehören beispielsweise Bremsen, Fliegen, Wespen und Mücken.
WohnungsungezieferZum Beispiel Wanzen, Ameisen, Schaben.
SchadnagerBeispielsweise Ratten und Mäuse.

Je nach Definition handelt es sich bei Schädlingen aber auch um Bakterien und Pilze. Umgangssprachlich fallen vor allem Insekten unter den Begriff. Besonders Holzbauten, Holzmöbel, Gartenpflanzen und süße Lebensmittel leiden schnell unter Schädlingsbefall. Während einige Schädlinge rund um das Jahr vertreten sind, kommen andere in bestimmten Jahreszeiten gehäuft zum Vorschein. Im Sommer sind aufgrund der hohen Temperaturen und der ebenfalls höheren Luftfeuchtigkeit die Bedingungen für Schädlinge besonders günstig. Auch gelangen sie über blühende Bäume und Fassadenpflanzen schnell in Wohnungen und sind daher nicht nur für Hausbesitzer lästig.

Schädlinge: Wie lassen sich Schädlinge einteilen?

Neben der wissenschaftlichen Definition gibt es zudem auch noch weitere Gruppeneinteilungen für Schädlinge. Diese Einteilung beschreiben genauer, wie oder wo die Tiere Schaden anrichten. Laut t-online sind dies unter anderem:

Während Agrarschädlinge vor allem auf größeren landwirtschaftlichen Plantagen zu finden sind, machen sich Materialschädlinge wie Marder und Mäuse vorwiegend an Häusern und Möbeln zu schaffen. Forstschädlinge sind auf allen möglichen Pflanzen zu finden und besonders schwer loszuwerden. Vorratsschädlinge wie Silberfische und Bettwanzen hingegen sind in erster Linie in dunkeln Räumen anzutreffen, wo sie viele Nahrungsmittel, aber auch Hautschüppchen und Staub zur Ernährung vorfinden. Wichtig dabei ist, dass jedes, als Schädling bezeichnetes Lebewesen immer auch einen ökologischen Zweck erfüllt und erst aufgrund der Beurteilung von Menschen zum Schädling wird.

Schädlinge: Diese Schädlinge kommen im Garten besonders häufig vor

Wer sich an einem schönen Garten mit blühenden Blüten sowie eigens gepflanztem Obst und Gemüse erfreut, hat bestimmt schon erste Schädlingsbekämpfung-Erfahrungen in der Gartenpflege gesammelt. Folgende Tierchen sind dabei besonders häufig:

Schädlinge: So lassen sich Blattläuse und Maikäfer bekämpfen

Neben Bettwanzen, Mardern, Mäusen und Silberfischen sind besonders im Garten Blattläuse oft vertreten. Sie haben zwar nicht viel mit herkömmlichen Läusen zu tun, sind aber ebenfalls weit verbreitet. Sie knabbern Pflanzen an und hinterlassen dabei nicht nur unschöne Blätter, sie können die Gartenpflege bei größerem Befall gar ganz unmöglich machen. Im Winter lassen sich die Schädlinge mit Pflanzenöl-Spritzern vorbeugen, während im Sommer vor allem die gründliche Pflege der Stämme im Vordergrund steht. Auch hohe Luftfeuchtigkeit macht den Lebensraum von Blattläusen kaputt, ebenso wie das sorgfältige Entfernen abgestorbener Pflanzenteile.

Auch Maikäfer können großen Schaden im Garten anrichten. Frisch geschlüpft fressen Maikäfer laut dem Umweltbundesamt vier bis sieben Wochen lang, ohne Unterbrechung Laubbaumblätter, pflanzen sich fort und sterben dann. Neben Vögeln, Wildschweinen und Fledermäusen hat der Maikäfer noch Vögel, Igel und den Maulwurf als natürlichen Feinde. Natürlich bekämpfen lässt er sich auch mit dem Pilz Beauveria brongniartii oder Insekten fressenden Nematoden.

Schädlinge: So lassen sich Buchsbaumzünsler bekämpfen

Der Buchsbaumzünsler ist seit ein paar Jahren in aller Munde und ähnlich verhasst wie Bettwanzen, Marder, Mäuse und Silberfische. Wo er war, hinterlässt er kahl gefressene Bäume und Sträucher. Die Raupen fressen sich in der Regel von innen nach außen durch den Baum und frisst sowohl Blätter als auch Triebe ab. Daher ist es unerlässlich, regelmäßig auch ins Innere des Buchsbaums zu schauen, um frühzeitig einen Befall zu entdecken. Sind tatsächlich schon Schäden zu sehen, schneiden Gartenfans die kaputten Triebe am besten ab und verstauen sie in einer Mülltüte. Auch die Raupen können bei leichtem Befall abgesammelt werden. Hilft das alles nichts, ist der Griff zum natürlichen Insektenmittel mit dem Bakterium Bacillus thuringiensis oder einem Neem-Präparat nötig. Ebenfalls nützlich ist das Abspritzen mit dem Hochdruckreiniger oder Absaugen mit einem Staubsauger. 

Schädlinge: So lassen sich Milben und Schnecken bekämpfen

Besonders Topfpflanzen sind häufig von Spinnmilben befallen, aber auch frei stehende Pflanzen im Garten leiden von Zeit zu Zeit unter ihnen. Bei einem leichten Befall genügt es meist, wenn Gartenliebhaberinnen und -liebhaber regelmäßig Ober- und Unterseite der Blätter mit dem Gartenschlauch abspritzen und beschädigte Äste abschneiden. Auch natürliche Feinde wie die Raubmilbe eignen sich gut, die Spinnmilbenplage in den Griff zu bekommen. Die Raubmilben fressen bereits die Eier der Spinnmilbe und dämmen so ihre Ausbreitung ein.

Gartenfans zählen Schnecken mal zu den Nützlingen, meist aber zu den Schädlingen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) empfiehlt, besonders natürliche Feinde gegen gefräßige Schnecken einzusetzen. Das sind unter anderem Igel, Kröten und Blindschleichen. Schnecken lieben Feuchtigkeit, deswegen ist es ebenfalls gut, den Boden um Salat und Co. möglichst wenig zu mulchen und so trocken zu halten. Wer gerne Kaffee trinkt, kann auch seinen Kaffeesatz um die Pflanzen verteilen, das mögen die Tiere gar nicht.

Schädlinge: Diese Schädlinge kommen im Haushalt und bei Zimmerpflanzen besonders häufig vor

Die bekanntesten Schädlinge in geschlossenen Räumen sind Fruchtfliegen. Sie landen meist schon im Supermarkt in der Einkaufstüte und gelangen so ins Haus. Besonders süßes Obst wie Birnen, Bananen und Erdbeeren enthält viele Larven, die dann im Haus schlüpfen. Entsprechend empfiehlt es sich, Früchte und Gemüse schon vor dem Verzehr gründlich mit viel Wasser abzuspülen, Obst besonders schnell zu verzehren und Bio-Müll rasch auf den Kompost im Garten zu bringen. Ansonsten sind folgende Tiere häufig auf Zimmerpflanzen und im Haus anzutreffen:

Schädlinge: So lassen sich Bettwanzen und Silberfische bekämpfen

Bettwanzen gehören zu den gefürchtetsten Schädlingen im Haushalt. Schließlich tun ihre Bisse nicht nur weh und hinterlassen optisch Spuren, die kleinen Tierchen nisten sich in erster Linie dort ein, wo Entspannung und Ruhe an erster Stelle stehen sollten. Erkennen lassen sich Bettwanzen an Bissspuren nach dem Aufwachen an Kotspuren, gelegten Eiern sowie an einem unangenehmen Geruch. Sie sind überaus hartnäckig, daher ist es laut dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) ratsam, einen Schädlingsbekämpfer die Wanzen entfernen zu lassen. Bis dieser eintrifft, können Betroffene Textilien zunächst gut abgesaugen und mit desinfizierendem Waschmittel heiß waschen.

Silberfische kommen vor allem dort vor, wo hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. So ziehen sie in Badezimmern und schlecht gelüfteten, schimmeligen Räumen aus den Rohren und ernähren sich vorwiegend von Hautschüppchen und Haaren. Um den Schädlingen vorzubeugen, sollten feuchte Räume regelmäßig stoßgelüftet werden. Gekippte Fenster hingegen fördern die Ansiedlung der flinken Schädlinge. Wenn die Anzahl der Silberfische überhandnimmt, könnte eine Silberfische-Falle aus der Drogerie oder dem Supermarkt Abhilfe schaffen.

Schädlinge: So lassen sich Kakerlaken bekämpfen

Kakerlaken lauern unter dem Bodenbelag, in Abwasserrohren, in der Klimaanlage sowie in Holzmöbeln und hinter Haushaltsgeräten. Treten die Schädlinge nicht bloß vereinzelt, sondern gar in ganzen Scharen auf, sollte ein Kammerjäger lieber früher als später kontaktiert werden. Hält sich der Befall in Grenzen, können auch Hausmittel helfen. Besonders Lorbeerblätter und Katzenminze schrecken Kakerlaken effektiv ab. Auch Essig mit etwas Pfeffer eignet sich dazu, Kakerlaken vom heimischen Fußboden fernzuhalten.

Schädlinge: Schädlingen vorbeugen

Bei Schädlingen gilt zweifellos: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Vorbeugen lassen sich die unerwünschten Tierchen vor allem mit konsequenter Hygiene. Dabei muss keinesfalls immer die chemische Schädlingsbekämpfung in der Gartenpflege ran. Idealerweise sollte gerade bei pflegeaufwendigen Pflanzen im Vorhinein eine Gartenpflege-Schädlingsbekämpfung-Checkliste erstellt werden, um den Überblick in der Gartenpflege nicht zu verlieren. Im Haus selber sollten Betroffene vor allem frei rumstehendes Obst sowie der Müll schnell entsorgen, das Geschirr rasch spülen und alle Räume konsequent lüften.

Gartenfans sollten daran denken, dass auch die Wahl der Pflanzen im Garten entscheidend sein kann bei der Schädlingsbekämpfung. So hält Muskatellersalbei und Zwiebeln mit ihrem Duft Schädlinge ab – Zwiebeln als Zwischenpflanzung, Muskatellersalbei als Jauche. Lavendel kann ebenfalls gut als duftende Ablenkung für Schädlinge das Beet schmücken. Und auch Holunder wirkt als Jauche gegen Wühlmeisen und Kohlweißlinge. Die Studentenblume, auch Tagetes genannt, weht Schnecken und Nematoden ab, wohingegen die Kapuzinerkresse Bakterien und Pilze hemmt.

Auch interessant