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Rotpustelpilz: Rote Flecken auf Zweigen bedeuten Handlungsbedarf

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Von: Franziska Irrgeher

Er sieht unscheinbar aus und zeigt sich durch kleine, rötliche Pusteln auf den Ästen. Der Rotpustelpilz ist hilfreich bei Totholz, kann gesunde Pflanzen aber schädigen.

Leipzig – Der Frühling bringt neues Leben in den Garten. Aber leider auch Pflanzenkrankheiten wie den Rotpustelpilz oder die Rotpustelkrankheit. An sich ist dieser Pilz sinnvoll bei Totholz, an lebenden Pflanzen aber kein gutes Zeichen.

Rotpustelpilz: Rote Flecken auf Zweigen bedeuten Handlungsbedarf

Haben Sie kleine rote oder orange Pusteln an den Zweigen und Ästen Ihrer Pflanzen entdeckt? Dann könnte es sich um den Rotpustelpilz, auch Rotpustelkrankheit genannt, handeln. Ursache ist der Pilz Nectria cinnabarina, der Obst- und Laubgehölze bevorzugt. An sich ist dieser Pilz kein Problem, denn er befällt gerne Totholz und hilft so bei dessen Zersetzung.

Vorsicht ist aber geboten, wenn Sie den Pilz an lebenden Pflanzen entdecken, denn vor allem junge Pflanzen leiden mitunter stark darunter. Schnelles Handeln ist dann entscheidend. Laut dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) befällt die Krankheit neben Obstbäumen auch andere verholzende Pflanzen wie etwa Rosen. Das typische Schadbild ist einfach zu erkennen, auch für Laien. Sie sollten schnell handeln. Denn ansonsten drohen befallene Äste abzusterben. Der Pilz verbreitet sich dabei über die Saftbahnen und sondert toxische Stoffe ab. Als Folge davon kann auch das Laub verkümmern oder ganze Pflanzen sterben. Es kann auch Gewebeneubildungen geben.

Rotpustelpilz: Für den Pilz empfängliche Pflanzen

Als typischer Schwächeparasit nutzt der Pilz laut MDR Eintrittspforten wie nicht verschlossene Schnittstellen und auch Frostschäden an Trieben. Dabei beschränkt sich der Pilz nicht auf totes Material, sondern kann von toten Pflanzenteilen auch auf gesunde übergreifen. Ein Beweis mehr, wie wichtig gründliche und saubere Arbeit im Garten ist, denn jeder Schnitt und jede Verletzung der Pflanzen bietet Erregern einen Nährboden.

Häufig betroffen sind beispielsweise folgende Pflanzen:

Als besonders empfindlich gilt Ahorn. Allgemein sind vor allem junge Bäume anfällig für die Krankheit, vor allem wenn Wassermangel nach dem Pflanzen herrscht.

Rotpustelpilz: So bekämpfen Sie ihn

Günstig für den Pilz ist zu wenig Wasser in der Pflanze und auch Schäden durch Umwelteinflüsse wie Hagel, Nährstoffmangel oder niedrige Temperaturen. Der erste Schritt in Richtung Vorsorge sind resistente Sorten. Insgesamt ist wurzelnackte Ware anfälliger für die Krankheit, Staunässe sollte allgemein vermieden werden. Ebenso Schäden an den Pflanzen, etwa durch Schnitte oder das Rasenmähen. Wunden beim Rückschnitt sollten immer glatt und möglichst klein sein, das Werkzeug sauber und keimfrei. Regelmäßiger Dünger stärkt die Pflanzen außerdem.

Wenn die Krankheit dann aber doch da ist, kann der Rotpustelpilz zunächst durch einen kräftigen Rückschnitt bekämpft werden. Dabei entfernen Sie alle befallenen Pflanzenteile und schneiden bis ins gesunde Holz zurück. Eine Entsorgung über den Hausmüll oder Verbrennen (dort, wo es erlaubt ist!) sind die einzig sinnvollen Entsorgungsmethoden. Chemische Mittel dagegen richten gegen den Pilz nichts aus. Ein Schnitt im September ist sinnvoll, trockenes Wetter ist bestens geeignet, denn dann breitet sich der Pilz schlechter aus. Zu viel Stickstoffdünger kann eine Infektion begünstigen und sollte vermieden werden.

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