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Rosengallen: Wodurch die rötlichen Wucherungen entstehen und ob sie schaden

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Von: Franziska Irrgeher

Im Herbst werden sie besonders sichtbar: kleine, plüschig wirkende, runde Gebilde an Rosen, im Herbst tiefrot. Schuld an den Gallen oder Rosenäpfeln sind Wespen.

Berlin – So mancher Gartenfan staunt im Herbst nicht schlecht, wenn die Rose vermeintlich plötzlich „haarige“ Auswüchse zieren, rundlich, fast flauschig aussehend und mit der Zeit rot gefärbt. Diese auch Rosengallen oder Rosenäpfel genannten Gebilde gehören zur Gallwespe und sind eine recht interessante Erscheinung. So entstehen sie.

Rosengallen: Wodurch die rötlichen Wucherungen entstehen und ob sie schaden

Es gibt immer wieder überraschende Dinge in einem Garten. Von der Gallwespe haben Tierfreunde vielleicht sogar schon gehört, ihre Auswirkungen auf die Pflanzen aber wahrscheinlich nie persönlich zu Gesicht bekommen. Im Herbst sind sie aber besonders auffällig, sogenannte Gallen, die an Rosen auftauchen können. Gallen, so der Naturschutzbund Deutschland (NABU) sind Gewebe-Wucherungen, die aufgrund von beispielsweise Verletzungen wie Stichen oder Bissen durch Fliegen, Wespen oder andere Tiere entstehen. Grundsätzlich können laut NABU beispielsweise folgende Ursachen für Gallen infrage kommen:

Um zu bestimmen, um welche Gallen es sich handelt, hilft meist die Pflanze weiter. An der Rose ist es meist die Rosengallwespe. Die Wucherungen, die sie verursacht, werden auch Galläpfel, Rosenäpfel oder Schlafäpfel genannt.

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Rosengallen entfernen: So entstehen die Auswüchse

Die Wucherungen an Rosen sehen aus wie kleine, runde und im Herbst rote Bällchen mit „Haaren“, sie heißen auch Galläpfel und können entweder in Gruppen oder einzeln auftreten. Schuld daran ist die Rosengallwespe (Diplolepis rosae). Das Tier legt seine Eier in geschlossene Rosenknospen und Triebe. Wobei unklar ist, ob bereits beim Anstechen der Knospe das Gallenwachstum ausgelöst wird. Die Larven schlüpfen und scheiden ein Sekret aus, das Gewebewucherungen hervorruft, es entstehen die beschriebenen Gebilde mit hartem Äußeren und weichem Inneren sowie Larvenkammern, die Larven ernähren sich von den Gallen und verpuppt sich im Herbst auch darin. Offenbar können die durch die Tiere injizierten Stoffe sogar steuern, welche Art von Gallen sich bilden. Auf Eichen sehen die Gewächse nämlich komplett anders aus. Der NABU berichtet, dass die Gebilde von einfachem Wundverschluss bis zu Gebilden mit mehreren Kammern reichen können, die injizierten Stoffe spielen dabei eine Rolle für die Wuchsleistung.

Zu sehen sind rote Gallen an einer Rose, hervorgerufen durch die Rosengallwespe (Symbolbild).
Rosengallen sind hübsch anzusehen und schaden kaum (Symbolbild). © J. Pfeiffer/Imago

Von dem Ganzen profitiert aber auch beispielsweise die Erzwespe, die ihrerseits die Rosengallwespe frisst. Noch kurioser: Rosengallwespen können sich parthenogenetisch, also durch Jungfernzeugung, vermehren. Die Tierchen selbst sind übrigens maximal vier Millimeter groß, mehr ins Auge stechen definitiv die Gallen.

Rosengallen entfernen: Richten sie Schaden an?

Gartenfans, die nun besorgt um ihre Rosen sind, fragen sich zu Recht: Schadet der Rosenapfel meiner Pflanze? Grundsätzlich sind Gallen für die Pflanzen kaum schädlich, einzig bei Esskastanien können sie zu Ernteeinbußen führen und sollten entfernt werden. Bei Rosen treten die auch Schlafäpfel genannten Gebilde meist an Wildrosen wie der Hundsrose auf, der Pflanze selbst schaden sie nicht. Die Gebilde können aber bis zu zehn Zentimeter groß werden, stechen also definitiv ins Auge. Wer Gallen entfernen möchte, sollte das im Winter nach dem Austrocknen tun. Früher, so Pflanzenkosmos, glaubte man übrigens, dass die Rosengallen unters Kopfkissen gelegt guten Schlaf fördern.

Weitere Namen für Rosengallen sind: Schlafapfel, Rosenapfel, Rosenschwamm und Bedeguare. Zuerst sind die Gebilde grün, verfärben sich dann gelb und im Herbst rot. Neben Rosen sind vor allem Eichen von Gallen betroffen, ebenso Weiden, teils auch Beeren- und Ziersträucher. Wer Gallwespen dennoch nicht im Garten haben möchte, kann Erzwespe und Schlupfwespe fördern.

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