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Riesenbärenklau: So gefährlich ist die phototoxische Pflanze

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Von: Franziska Irrgeher

Riesenbärenklau ist auf dem Vormarsch und er kann gefährlich werden. Im Garten hat er aus gutem Grund nichts zu suchen, denn er ist phototoxisch.

München – Riesenbärenklau ist gewissermaßen das Schreckgespenst der Sommermonate, denn er kann durchaus heftige Reaktionen auslösen. Die Pflanze hat vor allem auch harmlose Doppelgänger. Daher ist es wichtig zu wissen, wie Riesenbärenklau aussieht, wo er vorkommt und wie gefährlich er wirklich ist.

Riesenbärenklau: So gefährlich ist die Pflanze wirklich

Riesenbärenklau oder Herkulesstaude, beide Namen von Heracleum mantegazzianum klingen recht imposant und passen damit perfekt zur Pflanze mit einer Wuchshöhe von bis zu drei Metern oder mehr. Doch die Pflanze ist nicht nur giftig, sondern auch aus einem anderen Grund eher schlecht für unsere Natur.

Der Riesenbärenklau gehört zur Gattung Bärenklau und zu den Doldenblütlern. Da fangen die Probleme schon an, denn Riesenbärenklau ist ausgewachsen zwar meist gut zu erkennen, doch gerade Jungpflanzen werden gelegentlich mit anderen Doldenblütlern verwechselt. Während die Verwechslung mit beispielsweise Fenchel oder Wilder Möhre keine gesundheitlichen Folgen hat, sieht dem Riesenbärenklau vor allem der hochgiftige gefleckte Schierling ähnlich.

Zu sehen sind zwei Personen in weißen Schutzanzügen, die Riesenbärenklau entfernen (Symbolbild).
Bei der Entfernung von Riesenbärenklau sollte Schutzkleidung getragen werden (Symbolbild). © Reinhard Kurzendörfer/Imago

Riesenbärenklau: Diese Probleme verursachen seine Inhaltsstoffe

Doch damit nicht genug, denn Riesenbärenklau ist vor allem eines: giftig. Er bildet photosensibilisierende Substanzen, die zu den Furocumarinen gehören. Das sind pflanzliche Abwehrstoffe. Das bedeutet konkret, dass seine Substanzen mit Sonnenlicht reagieren und dann phototoxisch wirken. Welche phototoxischen Pflanzen es sonst noch gibt, erläutern wir hier näher. Bei Berührung in Kombination mit Sonnenlicht kann es dann zu Blasen, Quaddeln oder regelrechten Verbrennungen kommen. Das Ganze nennt sich auch Wiesengräserdermatitis. Schlimmstenfalls kommt es beim Einatmen der Dämpfe des Pflanzengiftes zudem zu Kreislaufproblemen und Atemnot, wie Bayern 1 berichtet. Riesenbärenklau ist das Beispiel, das häufig genannt wird, wenn es um bekannte Giftpflanzen geht.

Gefährlich ist er damit nicht nur für unvorsichtige Erwachsene und unbedarfte Kinder, sondern vor allem auch für Tiere wie Hunde, die vorwiegend ihre Nase einsetzen. Wer Riesenbärenklau versehentlich berührt, sollte die Stelle sofort vor Licht schützen. Zudem hilft es, betroffene Stellen so bald wie möglich mit Seife und Wasser abzuwaschen und einen Arzt aufzusuchen. Je nach Wunden kann die Behandlung und Heilung viele Tage dauern.

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Riesenbärenklau: So sieht er aus

Um Riesenbärenklau zu erkennen, muss man wissen, wie er aussieht. Eine kleinere Variante, die ebenfalls zu Hautproblemen führen kann, ist übrigens der Wiesenbärenklau.

Risenbärenklau erkennen Sie so:

Bayern 1 rät dazu, Riesenbärenklau bei der Stadt oder Gemeinde zu melden, wenn man ihn an öffentlichen Standorten sieht. Meldepflicht besteht allgemein nicht, doch es schadet definitiv nicht, wenn Riesenbärenklau entfernt wird.

Riesenbärenklau: Invasive Pflanze

Denn der Riesenbärenklau kommt ursprünglich aus dem Kaukasus und kam dann als Gartenpflanze zu uns. Riesenbärenklau ist bei Bienen begehrt, es hat gewissermaßen auch Vorteile für die Natur. Er verbreitet sich schnell und wächst vor allem rasant und sehr ausladend. Schnell kann die Pflanze dann große Gebiete einnehmen und andere heimische Pflanzen verdrängen. Wer Riesenbärenklau im Garten hat, sollte diesen bestenfalls vor Heranreifen der Samen samt Wurzel entfernen. Schutzkleidung, Handschuhe und notfalls eine Schutzbrille sind unbedingt zu empfehlen. Da die Verbrennungsgefahr bei Sonnenlicht höher ist, sollten solche Arbeiten an bewölkten Tagen stattfinden.

Wer dennoch Doldenblütler im Garten möchte, hat die Wahl zwischen vielen hübschen und harmlosen Vertretern wie Kümmel, Wilde Möhre, Pastinak, Koriander und vielen mehr.

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