Zu sehen ist eine Recyclingmauer aus verschiedenen alten Rohren, Backsteinen und Ziegelsteinen (Symbolbild).
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Alte Baureste dienen als Grundlage für eine Recyclingmauer (Symbolbild).

Aus Resten etwas Neues kreieren  

Recyclingmauer: Wie Sie diese aus Dachziegeln im Garten selbst bauen

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Für die einen sind alte Ziegelsteine Abfall, für die anderen Grundlage für ihre Recyclingmauer. Recyclingmauern sind eine kostengünstige und umweltfreundliche Bauvariante.

  • Die Recyclingmauer kann aus allerlei Materialien wie beispielsweise Ziegeln bestehen.
  • Trockenmauern können Gärtnerinnen und Gärtner oftmals selbstständig und ohne Expertenhilfe aufbauen.
  • Recyclingmauern bieten für Insekten und Pflanzen einen idealen Lebensraum.

Berlin – Recyclingmauern haben vor allem in den vergangenen Jahren wieder mehr an Beliebtheit gewonnen. Oftmals kommt dabei ein Material zum Einsatz, das Gartenfans auch als Mauerabdeckplatten verwenden: der Ziegel. Ob Mauerziegel oder Dachziegel – beides kann beim Bau einer Trockenmauer zum Einsatz kommen. Um den ökologischen Aspekt der Recyclingmauer zu erhalten, bietet sich die Wiederverwendung alter Steine aus einem Abbruch oder einer Umgestaltung existierender Gebäude an. So müssen Heimwerker keine neuen Ziegelsteine kaufen. Gerade für Anfänger, Hobbygärtner und -gärtnerinnen ist der Bau einer Recyclingmauer aus Dachziegeln ein guter Einstieg, denn sie lassen sich leicht stapeln.

Recyclingmauer: Das macht eine Recyclingmauer aus

Das wichtigste Merkmal einer Recyclingmauer steckt im Namen: Die Wiederverwendung bereits genutzter Materialien sollte dabei im Vordergrund stehen. Damit wirken Heimwerker der Herstellung neuer Baumaterialien gezielt entgegen. Dies führt automatisch dazu, dass jede Recyclingmauer ein Unikat ist und damit ein ganz individuelles Objekt.

Einen besonderen Mehrwert haben Recyclingmauern für Insekten. Herkömmliche Steinmauern sind meist mit Beton gefüllt und bieten deshalb keinen Lebensraum für Tiere. Im Gegensatz dazu zeigt die lockere Bauweise einer Trockenmauer aus Ziegeln viele Ritzen und Fugen und bietet laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) somit Unterschlupf für viele unterschiedliche Tierarten, darunter auch die heimische Honigbiene. Je nach Fugenbreite ist zusätzlich eine großzügige Bepflanzung des Recyclingmauerwerks möglich. Verzichten Heimwerker auf eine Mauerabdeckung, steht einer Bepflanzung der Maueroberseite nichts im Wege.

Recyclingmauer: So bauen Sie eine Recyclingmauer selbst

Auch Hobbygärtner und -gärtnerinnen können eine Recyclingmauer bauen. Bevor sie mit dem Bau beginnen, ist es wichtig, den Untergrund vorzubereiten. Bei höheren Trockenmauern ist ein Fundament unabdingbar. Dieses kann aus einem etwa 40 Zentimeter tiefen Graben bestehen, den Heimwerker erst mit einer 30 Zentimeter hohen Schotterschicht und danach mit fünf bis zehn Zentimeter Bausand befüllen und verdichten. Hierauf wird dann die erste Reihe Dachziegeln oder Steine verlegt. Zwischen den Reihen findet Sand und Kompost seinen Platz.

Hinsichtlich der Stabilität der Mauer sollten Kreuzfugen vermieden werden. Kreuzfugen entstehen dann, wenn vier Steine an den Ecken zusammentreffen. Auch sehr lange und durchgehende Fugen sollten weder horizontal noch vertikal zu finden sein. Als abschließende Reihe kann eine Mauerabdeckung aus Ziegelsteinen als Witterungsschutz erfolgen.

Recyclingmauer: Die passende Bepflanzung

Eingebrachte Pflanzen sorgen für eine optimale Nutzung der Recyclingmauer. Nicht alle Pflanzen sind für die Bepflanzung einer Trockenmauer geeignet. Neben verschiedenen Sukkulenten kommen auch folgende Recyclingmauer Pflanzen infrage:

  • Kleines Habichtskraut
  • Mauerpfeffer
  • Steinkraut
  • Frühlings-Fingerkraut
  • Zypressen-Wolfsmilch
  • Blaukissen
  • Natternkopf

Die Pflanzen finden in Mauerspalten, Mauerabdeckplatten aus Ziegeln und Mauerelementen mit Hohlräumen wie beispielsweise Lochklinken beste Lebensvoraussetzungen. Es ist zudem deutlich einfacher, die Pflanzen bereits während des Mauerbaus einzusetzen als erst nach Fertigstellung der Mauer. Auch Beete lassen sich mit Recyclingmauern gestalten.

Recyclingmauer: Das kostet eine Recyclingmauer

Die Kosten einer Recyclingmauer können sehr stark variieren und hängen von unterschiedlichen Faktoren ab. Erst einmal spielt es natürlich eine Rolle, ob Heimwerker die Recyclingmauer im Garten selbst bauen oder sich Hilfe von Gartenfachpersonal holen.

Ein anderer Aspekt ist die Auswahl der Steine. Am günstigsten entsteht eine Recyclingmauer, wenn ausschließlich alte Baustoffe wie alte Ziegel oder Bodenplatten zum Einsatz kommen. Teils sind diese sogar kostenlos zu erwerben, da viele Menschen nach Umbauarbeiten keine Verwendung für alte Materialien haben und sich aufgrund der Weitergabe an Dritte die Entsorgungskosten sparen können.

Mauerabdeckplatten können die Lebensdauer der Mauer durch Witterungsschutz verlängern. Kosten für Pflanzen, die die Mauer schmücken sollen, können ebenfalls noch anfallen. Die Bepflanzung einer recycelten Trockenmauer ist zwar nicht zwingend erforderlich, steigert aber deren optische Erscheinung sowie den Wert als Biotop.

Recyclingmauer: Die Mauer aus Plastik

Auch außerhalb des Gartens arbeiten Wissenschaftler mit Hochdruck an Methoden, Materialien zu recyceln und wiederzuverwerten. So stellten laut Deutschlandfunk Nova Studierende Massachusetts Institute of Technology einen besonders belastbaren Beton aus zerkleinerten Plastikflaschen und Zementpaste her. 

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