Ihr Garten riecht nach Essig? Weidenbohrer-Raupe ist womöglich schuld daran
Wenn es im heimischen Garten massiv nach Essig riecht, könnte die Raupe des Weidenbohrer-Falters dafür verantwortlich sein.
Gestank im Garten oder im Wald beim Spaziergang – nicht zu verwechseln mit intensivem Knoblauch-Geruch – kann einem die Laune trotz bestem Wetter ordentlich vermiesen. Gut möglich, dass daran nicht etwa der Grill des Nachbars, sondern ein bestimmtes Insekt verantwortlich ist: die Raupe des Weidenbohrer-Falters. Sie ist nicht nur wegen ihres bunten Erscheinungswesens – unten gelb, oben sattrot – auffällig. Denn bevor man die Raupe sieht, riecht man sie zumeist. Das liegt am beißenden, Essig-ähnlichen Geruch, den sie absondert.
Weidenbohrer-Raupe sondert stinkendes Sekret ab, wenn sie sich bedroht fühlt
Die Verwandlung der rund zehn Zentimeter langen Raupe bis hin zum Weidenbohrerfalter dauert zwei bis vier Jahre. Wenn sich die Raupe erst einmal in einem Baum eingenistet hat, ist es nicht so einfach, sie wieder loszuwerden – vor allem geruchlos. Denn besonders stark riecht die Raupe, wenn sie sich bedroht fühlt.

Besonders gerne nisten sich die Raupen laut Bild.de in älteren und weniger robusten Weiden ein. Generell sind folgende Bäume häufiger von einem Befall betroffen: Schwarzerle, Apfel, Birke, Birne und Pappel. Wie der Express berichtet, kann bei einem starken Befall sogar die Krone des Baumes verwelken und dieser dadurch schließlich komplett absterben.
Neben dem Essig-Geruch erkennen Sie einen Befall durch die Weidenbohrer-Raupe vor allem an den Bohrlöchern, die sie auf ihrem Weg in das Innere des Baums hinterlassen sowie an den roten Kotkügelchen. Entdecken Sie eine Raupe, sollten Sie diese keinesfalls einfach per Hand anfassen. Denn neben dem stinkenden Sekret verfügt das Insekt auch über Beißwerkzeuge. Der Biss der Raupe ist zwar für den Menschen – im Gegensatz zum Biss des Ölkäfers – nicht wirklich gefährlich, kann aber dennoch zu starken Schmerzen führen.
Was also tun gegen die stinkenden Störenfriede im Garten? Ganz so einfach ist das nicht. Denn ein zugelassenes chemisches Pflanzenschutzmittel gegen die Insekten gibt es bislang nicht. Die gängigste Methode zur Bekämpfung der Raupe ist deshalb etwas aufwendiger. Dazu sollten Sie nämlich Schlupfwespen-Larven in großer Menge ansiedeln, welche sich über die Raupen hermachen können. Keine Angst: Schlupfwespen können nicht stechen und sind für Haustiere und Menschen völlig ungefährlich.

