Zu sehen ist ein rothaariges Mädchen, dass an einem Quittenbaum steht und eine Frucht in Händen hält (Symbolbild).
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Quitten verstörmen einen angenehmen Duft, sind roh aber nicht zum Verzehr geeignet (Symbolbild).

Pflegeleichter Obstbaum

Quitten: Die gelbe Wunderfrucht aus dem Garten

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Neben Apfel- und Birnenbaum sollten Gartenfreunde auch über einen Quittenbaum im Garten nachdenken. Die Frucht des Baums ist nicht nur eine schöne Zierde, sondern lässt sich auch zu vielen Speisen verarbeiten.

Veitshöchheim – Im Herbst schmückt die Frucht des Quittenbaums mit aromatischem Duft und gelber Farbe den Garten. Neben den optischen und olfaktorischen Vorteilen sind Quitten zudem Lieferant wichtiger Vitamine und haben gesundheitlich positive Auswirkungen auf den Körper. Auch wenn Quitten roh zu hart sind, um sie zu essen, können Gartenfans aus ihnen in gekochter Variante viele Gerichte zaubern.

Quitten: Die gelbe Wunderfrucht aus dem Garten

Die Geschichte der Quitte ist schon viele Jahrtausende alt. Laut der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau aßen schon die alten Griechen die Frucht, die als Zeichen für Liebe, Fruchtbarkeit und Glück galt. Ihren Ursprung vermuten Expertinnen und Experten in Zentralasien, aber auch im Iran und Nordamerika. Quitten gehören zu den Rosengewächsen und weltweit gibt es etwa 200 Sorten. Die meisten erreichen eine Höhe von zwei bis fünf Metern und eigenen sich deshalb gut als Obstbaum im Garten. Zudem werden sie meist mehrere Jahrzehnte alt und sind winterhart, was die Gartenarbeit erleichtert.

Ernten können Gärtnerinnen und Gärtner die Frucht ab Anfang Oktober bis in den November hinein, aber in jedem Fall vor dem ersten Frost. Zu diesem Zeitpunkt tragen die Quitten bereits ihre gelbe Farbe und der sie bedeckende Flaum verliert sich. Dieser Flaum ist in den Sommermonaten der Sonnenschutz der Quitte. Er enthält außerdem ätherische Öle, die bitter schmecken und den Gartenfreunde daher immer vor der Weiterverarbeitung der Quitte mit einem Tuch entfernen sollten.

Quitten: Diese Sorten gibt es

Grundsätzlich unterscheiden Gärtnerinnen und Gärtner zwischen Apfel- und Birnenquitten. Frucht- und Gehölzform entscheiden darüber, ob eine Quitte eine Apfel- oder eine Birnenquitte ist. Die Form der Frucht der Apfelquitte gleicht eher der eines Apfels. Apfelquitten haben laut dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) etwas härteres und trockeneres Fruchtfleisch als Birnenquitten. Diese sind hingegen weicher und besser in der Küche weiterzuverarbeiten.

Folgende Sorten gedeihen gut im Garten:

  • Astheimer Perlquitte
  • Quittenrennette von Castell
  • Würzburger Goldquitte
  • Wudonia
  • Radonia

Quitten: So gesund sind Quitten für den Menschen

Roh sollten Gartenfreunde die meisten Quitten-Früchte nicht essen. Das liegt unter anderem an ihrem schützenden, bitter schmeckenden Flaum, aber auch an ihrem harten Fruchtfleisch. Mittlerweile gibt es jedoch vereinzelt auch Sorten, die Gärtnerinnen und Gärtner direkt vom Baum pflücken und essen können. Dazu zählen zum Beispiel die Honigquitte oder Esme.

In verarbeiteter Form hingegen sind Quitten überaus gesund. So sind Quitten laut der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Lieferant für Vitamin C, Kalium, Zink und Eisen. Daneben hilft die Frucht bei Verdauungsproblemen, Gicht und Arteriosklerose und enthält sekundäre Pflanzenstoffe, die Zellen im Körper vor freien Radikalen schützen. Außerdem hilft eine verarbeitete Quitte bei Halsschmerzen und wirkt ähnlich wie Ingwer antibakteriell. Aufgrund seiner heilenden Wirkungen ist die Quitte schon lange Zeit als Heilpflanze bekannt. Die Samen in der Frucht sind beispielsweise reich an Schleimstoffen, weswegen Kranke sie bei Halsschmerzen gut lutschen können. Zerkauen sollten sie diese aber nicht, da sie extrem bitter schmecken.

Quitten: Den Obstbaum pflegen und anpflanzen

Quittenbäume sind in der Regel sehr pflegeleicht. Da der Baum mehrere Jahrzehnte alt werden kann und an den Boden kaum Ansprüche stellt, eignet er sich gut als Gartenbaum. Er bevorzugt einen sonnigen, nicht allzu windigen Standort. Im Frühjahr verträgt ein Quittenbaum einen Rückschnitt an seinen Trieben oder in seiner Krone, allgemein müssen Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer aber nicht oft zur Astschere greifen. Auch mit dem Dünger können Gartenfreunde sparsam umgehen. Etwa ein Mal im Jahr benötigt der Baum externe Unterstützung in Form von Kompost.

Wer einen Quittenbaum in seinen Garten pflanzen will, hat es nicht schwer. Da junge Quittenbäume keinen Frost vertragen, sollten Gärtnerinnen und Gärtner sie erst im Frühjahr ins Beet setzen. Sollte es noch frostige Nächte geben, ist es ratsam, die jungen Bäume mit einem Vlies zu schützen. Die Veredelungsstelle des Baums sollte beim Einsetzen etwa zehn Zentimeter über der Erde sein.

Quitten: Diese Möglichkeiten bietet die Frucht in der Küche

Besonders bekannt ist die Quitte für Gelee und Mus. Wer statt der Frühstücksvariante eine Soße für seine Hauptgerichte zubereiten möchte, ist mit einem Quitten-Chutney gut beraten. Auch Quittenschaum mit Walnüssen bietet sich als leckere Variante des Chutneys an. Als Hauptspeise können Köchinnen und Köche Quitten in Kombination mit Hähnchenfilet oder in einer Tajine mit Lamm zubereiten. Wer die Früchte lieber in seine Nachspeise mit einbacken möchte, kann sich an einem Quittenkuchen mit Rahmguss oder Quittenkonfekt mit Walnüssen versuchen.

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