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Ohrenkneifer: Das ist dran an den Vorurteilen gegenüber dem Ohrwurm

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Von: Anna Katharina Küsters

Ohrenkneifer im Garten helfen bei der Schädlingsbekämpfung. Dennoch hat er bei Menschen oft einen schlechten Ruf.

Dessau-Roßlau – Tagsüber sind sie kaum zu sehen, denn die nachtaktiven Tiere verstecken sich gerne unter Steinen und herumliegenden Laub. Ohrenkneifer, auch Ohrwürmer genannt, erreichen hierzulande eine Größe von etwa 25 Millimetern und legen ihre Eier bis zum Ende des Herbstes ab.

Ohrenkneifer: Das ist dran am schlechten Ruf des Ohrwurms

Ohrenkneifer tummeln sich am liebsten auf Grünflächen in Parks und Gärten. Die Weibchen der Ohrenkneifer werden nicht ganz so groß wie die Männchen. Beide haben am Kopf zangenähnliches Mundwerkzeug, Augen und zwei Fühler. Am Körper sind bei den meisten Ohrenkneifer-Arten Flügel ausgebildet, fast alle Arten laufen jedoch lieber zu Fuß, als zu fliegen. Am Hinterteil der Ohrenkneifer findet sich eine größere scherenartige Zange. Dieses Werkzeug dient vor allem zur Abwehr von Feinden. (Kellerasseln bekämpfen: Wie Sie die Tiere los werden)

Die Tiere sind Allesfresser. Ein Mal im Jahr kommt es zur Eiablage. Laut dem Umweltbundesamt zeigen Ohrenkneifer ein besonders starkes Balzverhalten und eine intensive Brutpflege. Im Gegensatz zu anderen Insekten kümmert sich das Weibchen nach der Eiablage im Frühjahr noch lange um die Pflege und den Schutz der Eier. Nachdem die Tiere im frühen Sommer geschlüpft sind, legen sie bis Ende des Herbstes ihre eignen Eier ab.

Ohrenkneifer: Deswegen heißen sie auch Ohrwürmer und so gefährlich sind die Tiere

Der Ohrenkneifer trägt noch einen weitverbreiteten Namen: Ohrwurm. Das rührt wahrscheinlich daher, dass früher im Rahmen der Heilkunde zerriebene Ohrenkneifer als Mittel gegen Schwerhörigkeit und andere Ohrenprobleme einsetzte. Auch das Vorurteil gegen Ohrenkneifer, sie würden nachts in unsere Betten krabbeln und sich dort auf direktem Weg zu unseren Ohren tasten, um darin das Trommelfell zu zerkneifen, träg zu diesem Namen bei. Dabei sind die Tiere für Menschen völlig ungefährlich. Selbst wenn sie die Absicht hätten, dies zu tun: Ihre Zange an Hinterteil sind dafür viel zu schwach.

Im Garten können Gartenfreunde die Tiere deshalb durchaus als Nützlinge ansehen. Denn die Allesfresser ernähren sich laut merkur.de* mit Vorliebe von Blattläusen und Milbeneiern. Haben Gärtnerinnen und Gärtner mit diesen Schädlingen also Probleme, können sie sich über einen Besuch des Ohrenkneifers im Garten freuen.

Einzig wenn zum Beispiel nicht genügend Blattläuse zur Verfügung stehen, beginnen die Ohrenkneifer auch den Pflanzenbestand anzuknabbern. Obst steht bei den Insekten aber nur auf dem Speiseplan, wenn es bereits Verletzungen hat. Nehmen die Ohrenkneifer im Garten überhand, hilft es meist schon, sie umzusiedeln. Das gelingt, indem Gärtnerinnen und Gärtner ihnen einen Unterschlupf bieten wie zum Beispiel einen mit Stroh gefüllten Blumentopf. Haben sich die Tiere dort angesiedelt, lässt sich der Blumentopf leicht verstellen. (Terracotta-Topf: So reparieren Sie Ihren zersprungenen Blumentopf) *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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