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Ökosystem in Gefahr: Nur drei Prozent der Welt sind noch intakt

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Von: Eva Goldschald

Weil noch immer zu wenig Maßnahmen zum Schutz natürlicher Lebensräume getroffen werden, sterben mehr Arten aus. Eine neue Studie liefert erschreckende Ergebnisse.

München – Nur noch drei Prozent der weltweiten Fläche können als intakt bezeichnet werden. Das bedeutet, die Tier-Bestände sind gesund und leben in für sie optimalen Lebensräumen. Dazu zählen Teile des Regenwaldes im Amazons und im Kongo, im Osten Sibiriens, im Norden Kanadas und der Sahara. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Dr. Andrew Plumptre aus Cambridge und anderen Wissenschaftlern, die bei „Frontiers in Forests and Global Change“ veröffentlich wurde. Die größte Gefahr für Tiere geht demnach vom Menschen aus. Für Landwirtschaft und den Bausektor würden wichtige Lebensräume zerstört. Experten befürchteten ein weiteres Massensterben auf der Erde. Und das wirke sich unweigerlich auf unsere Ernährung sowie unsere Wasser- und Luftqualität aus. 

Ökosystem in Gefahr: Nur drei Prozent der Welt sind noch intakt

„Viele Orte, von denen wir denken, sie seien intakt, haben bereits wichtige Spezies verloren. Entweder aufgrund von nicht heimischen Tieren oder auch Wilderei durch den Menschen“, erklärt Dr. Andrew Plumptre, Leiter der Studie. Momentan würde man sich zu einseitig nur auf die Wiederaufforstung verschiedener Ökosysteme bemühen, man vergesse aber dabei, auch heimische Säugetier-, Amphibien- und Insektenarten wieder anzusiedeln. Nicht-heimische Tierarten wie Katzen, Füchse, Hasen, Ziegen und Kamele hätten überhand genommen und einen wesentlichen Einfluss auf die heimische Tierwelt, zum Beispiel in Australien. Laut Plumptre gebe es dort keine Gebiete mehr, die nicht von diesen Tieren besiedelt seien, obwohl sie eigentlich nicht heimisch seien.

Um dem entgegenzuwirken, fordern die Forscher, eine gewisse Anzahl wichtiger Spezies wie Elefanten oder Wölfe anzusiedeln. So könnte man bis zu 20 Prozent der Ökosysteme wieder ins Gleichgewicht bringen. Elefanten verteilten zum Beispiel von Natur aus Samen und räumen den Wald auf, während Wölfe die Population von Hirschen und Elchen kontrollierten.

Ökosystem in Gefahr: Alarmierende Zahlen der Weltnaturschutzunion

Mehr als 37.400 Arten sind vom Aussterben bedroht. Das sind 28 Prozent aller bisher bekannten. Die Rote Liste der Weltnaturschutzunion IUCN nennt folgende Zahlen:

Ökosystem in Gefahr: Zu wenige Maßnahmen

Immer noch seien die Maßnahmen zum Schutz der Ökosysteme nicht ausreichend. Durch die Rodung des Regenwaldes würden weiterhin Tiere ihren Lebensraum verlieren. Auch der CO2-Ausstoß werde dadurch begünstigt. Das führe wiederum zu weiterem Artensterben. Durch die fortschreitende Bebauung würden Böden weiter versiegelt und auch die Landwirtschaft beanspruche immer mehr Böden. Das wirke sich nicht nur auf die Tiere und die Umwelt aus, sondern auch maßgeblich auf uns Menschen und unseren Lebensraum.

Was können wir tun? Vor allem Obst und Gemüse saisonal und regional kaufen oder selbst anbauen. Nicht nur an Aktionstagen wie dem Earth Day sollten wir uns außerdem um eine klimafreundliche Ernährung bemühen und auf importierte Lebensmittel verzichten. Flächenversiegelung in Form von Schottergärten ist bei uns in vielen Orten verboten, auch bei der Bebauung und Bepflanzung können Naturfans daher einen kleinen Beitrag leisten. Noch mehr spannende Garten-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

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