1. 24garten
  2. Mein Garten

Myrrhe als Heilpflanze: So gut hilft das Harz des Baumes gegen Magenbeschwerden

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen ist ein grüner Myrrhe-Straucht. Seine Blätter sind klein, ledrig und grün (Symbolbild).
Der Myrrhe-Strauch erreicht eine Höhe von bis zu vier Metern (Symbolbild). © blickwinkel / Imago

Myrrhe ist eine seit Jahrhunderten bekannte Heilpflanze, die auch heute noch in vielen Medikamenten enthalten ist. Besonders das Harz hilft gegen viele Beschwerden.

Münster – Myrrhe kennen die meisten wohl aus der Weihnachtsgeschichte, in der die Heiligen Drei Könige dem Neugeborenen in Bethlehem ihre wertvollen Geschenke Weihrauch, Gold und Myrrhe überreichen. Myrrhe spielt also schon seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle für die Menschheit. Besonders als Heilpflanze kommt sie auch heute noch zum Einsatz. Eine Gruppe Forschender von der Universität in Würzburg ernannte die Myrrhe deswegen nun zur Arzneipflanze des Jahres 2021.

Myrrhe als Heilpflanze: So nutzen Sie das uralte Kraut für sich

Der botanische Name des Myrrhe-Strauchs lautet Commiphora myrrha. Die Pflanze erklimmt unter guten Bedingungen luftige Höhen von bis zu 1300 Metern und bevorzugt flache Sandsteinböden. Diese sind in der Heimat der Myrrhe oft zu finden, so zum Beispiel im Osten Afrikas wie auch auf den arabischen Halbinseln. Klar ist dadurch auch, dass die Pflanze hohe Temperaturen gut übersteht und wenig Probleme mit Trockenphasen hat.

Ein Myrrhebaum erreicht maximal eine Höhe von vier Metern und trägt dabei kleine, ledrige Fliederblätter in blau-grün oder grau-grün. So hat der Strauch keine großen Blattflächen, durch die er Wasser verliert, sondern Flüssigkeits-sparendes Blattwerk. Die Rinde der Myrrhe ist außen ebenfalls gräulich. Fallen größere Stücke der Rinde ab, kommt darunter eine grüne, glatte Borke zum Vorschein. Bei Verletzungen dieser unteren Borke ist der Baum vorbereitet und sondert einen Extrakt ab, aus dem hartes Gummiharz entsteht. Der verschließt dann die Wunde wieder.

Myrrhe als Heilpflanze: Die Geschichte der Pflanze

Myrrhe ist der Menschheit schon sehr lange bekannt und kam laut der Universität Münster schon vor 3.000 Jahren im alten Ägypten beim Einbalsamieren zum Einsatz. Außerdem wurden Rauchopfer mit Myrrhe erbracht und Menschen nutzten sie als Aphrodisiakum in Form von Parfum. Der Name Myrrhe geht auf das arabische Wort „muss“ zurück, das so viel heißt wie „bitter“. Denn oben beschriebene Harz der Myrrhe schmeckt in der Tat sehr bitter.

Im wertvollen Myrrhe-Harz stecken folgende Inhaltsstoffe:

Diese besondere Mischung diente schon früh als Grundlage für verschiedene Salböle und kam so immer häufiger auch bei der Heilung von Kranken zum Einsatz.

Noch mehr spannende Garten-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Myrrhe als Heilpflanze: So wirkt das Harz der Pflanze

Dass Myhrre eine heilende Wirkung hat, merkten die Menschen früh. So erwähnte Dioskurides Myrrhe bereits im 60. Jahrhundert nach Christus als Mittel gegen chronischen Husten, Seiten- und Brustschmerzen und gegen starken Durchfall. Sein Werk „Materia medica“ war damals eines der wichtigsten bekannten pharmazeutischen Bücher. Natürlich fand Myrrhe auch bei der berühmten Naturwissenschaftlerin Hildegard von Bingen einen Platz. Sie beschrieb Myrrhe jedoch zuerst als wirksames Mittel gegen Zauberei. Doch auch als wirksame Salbenzutat bei Magenbeschwerden empfiehlt die Universalgelehrte die Pflanze.

Heutzutage steckt Myrrhe in vielen Salben und anderen Medikamenten und hilft auch jetzt noch bei lokaler Behandlung von leichten Haut- und Schleimhautentzündungen. Aber auch bei Magenbeschwerden ist Myrrhe durchaus noch eine gefragte Zutat, denn sie lindert Krankheitssymptome im Mund, Rachen, aber auch im Magen-Darm-Track.

Auch interessant