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Mistelzweig: Das sollten Sie über die Pflanze und die Kuss-Tradition wissen

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Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen ist ein paar mit Weihnachtsmützen, das sich unter einem Mistelzweig küsst (Symbolbild).

Küssen erlaubt: Paare, die sich unter einem Mistelzweig küssen, haben laut Brauch ein glückliches gemeinsames Leben vor sich (Symbolbild). © Adriane Beck & Partner GmbH/dpa

Mistelzweige gehören zu Weihnachten dazu wie der Tannenbaum oder die Weihnachtsgans. Rund um die Pflanze gibt es viele Bräuche, Traditionen und Mythen.

Hamburg – Der Mistel wurden schon viele Eigenschaften zugesprochen. Sie soll Glücksbringer sein, Paaren eine liebevolle Zukunft schenken, vor Feuer schützen oder böse Hexen fernhalten. Lange Zeit galt es als großes Rätsel, wie die Pflanze als Kugeln an Bäumen überhaupt überlebt.

Mistelzweig: Das sollten Sie über die Pflanze und die Kuss-Tradition wissen

Ganz so mystisch umwoben wie in früheren Jahrhunderten ist die Mistel mittlerweile nicht mehr. Ein paar Fragen sind aber immer noch offen. Forscherinnen und Forscher konnten herausfinden, wie die Pflanze ohne Wurzeln überhaupt überleben kann und stellten dabei fest, dass sie ein Halbschmarotzer-Leben führt.

Die Mistelpflanze wächst als große, grüne Kugel an Baumästen und hat in der Regel einen Durchmesser von bis zu zwei Metern. Dabei bildet sie sogenannte Saugwurzeln aus, mit denen sie in die Rinde der Bäume dringt. So hält sie in erstaunlichen Höhen Wind und Wetter stand und kann gleichzeitig vom Wasser und den Nährstoffen des Baumes leben. Halbschmarotzer heißen sie deshalb, weil sie selbst Fotosynthese betreiben. Allerdings ist bis heute ungeklärt, ob sie dabei aber nicht doch auch die Stoffwechselprodukte des Baumes zum Teil abzapfen.

Laut dem Bayerischen Rundfunk (BR) erhält die Mistel ihren Namen aufgrund der Art und Weise, wie sie verbreitet wird. Ihre Beeren sind ähnlich wie die der Vogelbeere oder des Sanddorns im Dezember eine wichtige Nahrungsquelle von Vögeln. Diese picken die Beeren ab und fressen sie. Da die Mistelbeeren aber relativ unverdaulich ist, scheiden die Vögel sie meist unversehrt wieder aus. Aufgrund eines die Beeren umgebenden Schleims bleiben sie als „Mist“ auf Baumästen kleben und können sich dort entwickeln.

Mistelzweig: Eine Heilpflanze, die giftig ist

Neben vielen Traditionen ist die Mistel seit jeher eine Heilpflanze. Aber Gartenfreunde müssen aufpassen, denn die Pflanze hat es in sich. Besonders in der Homöopathie kommt die Mistel zum Einsatz. In Mitteln gegen Bluthochdruck oder Verkalkung der Arterien, aber auch in Krebsmedikamenten sind Inhaltsstoffe der Mistel zu finden. Aber vorsichtig, denn alle Teile der Mistel bis auf ihre Beeren sind giftig. Erwachsene, Kinder und Tiere sollten also keinesfalls roh etwas von der Mistel essen, da das eine starke Vergiftung bedingen kann.

In vergangenen Jahrhunderten hatte die Mistel ebenfalls eine Aufgabe als Heilpflanze. Allerdings war ihr Einsatz dort noch sehr vage. So setzten die Menschen im Mittelalter sie zum Beleben erfrorener Gliedmaßen ein und wollten mit ihr einen Blutfluss stoppen. Auch die Germanen und Kelten schworen auf die Pflanze und brauten aus und mit ihr zahlreiche Zauber- und Heiltränke. Die Pflanze sollte zudem beim Verzehr der Tränke Kraft und Mut einflößen.

Mistelzweig: Das hat es mit dem Kuss-Brauch auf sich

Das Paar, das sich an Weihnachten unter einem aufgehängten Mistelzweig küsst, lebt dem Brauch nach ein langes und glückliches Leben miteinander. Ein Junge darf dabei ein Mädchen solange küssen, bis keine Beeren mehr am Zweig hängen. Bei jedem Kuss wird eine Beere abgezupft.

Diesen Brauch oder ähnliche Bräuche verbinden wahrscheinlich viele Weihnachtsfreunde mit den Mistelzweigen. Besonders in englischsprachigen Ländern sind sie weit verbreitet. Aber auch hierzulande wird er immer mehr zur Weihnachtstradition. Woher genau der Ursprung dieses Kuss-Brauchs kommt, ist ungeklärt. Laut t-online gibt es aber zwei Vermutungen:

Wo auch immer der Mistelzweig-Kuss-Brauch seine Wurzeln hat, er verbreitet in jedem Fall Liebe und macht das Weihnachtsfest noch ein bisschen gemütlicher und verwunschener.

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