Zu sehen ist das Blatt der Stechpalme, auf der ein bräunlicher gewundener Fressgang der Larve der Minierfliege zu erkennen ist (Symbolbild).
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Die Larven der Minierfliege hinterlassen eine gekrümmte Fressspur (Symbolbild).

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Minierfliege: So schützen Sie Ihre Stechpalme vor dem Schädling schon im Winter

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Minierfliegen schädigen aufgrund ihrer gefräßigen Larven vielen Pflanzen. Besonders Gemüse, aber auch die Stechpalme leiden unter ihrer Fresswut. Im Winter lässt sich die Stechpalme aber schon schützen.

Münster – Die Stechpalme ist neben verschiedenen Gemüsesorten ein besonders beliebter Platz der Minierfliege, um ihre Eier abzulegen. Gartenfreunde können sich im Winter schon vor der Minierfliege schützen und mit ein paar Tricks den Befall im Frühjahr verringern oder ihn sogar ganz in den Griff bekommen.

Minierfliege: So schützen Sie Ihre Stechpalme vor dem Schädling schon im Winter

Die Minierfliege (Agromyzidae) kann zur wahren Plage werden. Laut der Landwirtschaftskammer NRW kann sie für verschiedene Zier- und Nutzpflanzen zum Schädling werden. Gerne befällt die Minierfliege beispielsweise Kräuter, Chrysanthemen, aber auch verschiedene Gemüsesorten wie zum Beispiel:

  • Möhren
  • Lauch
  • Spargel

Beliebtes Ziel bezüglich der Eiablage sind auch Stechpalmen. Das Hauptproblem ist die schnelle Vermehrung der Minierfliege. Besonders die Liriomyza-Arten der Minierfliegen vermehren sich rasant. Daneben gibt es noch die Phytomyza-Arten, die etwas besser in den Griff zu bekommen sind.

Minierfliegen haben eine eher unscheinbare Erscheinung. Sie sind höchstens drei Millimeter lang und haben einen gelblichen Körper. Die kleinen Schädlinge sind ähnlich wie Kellerasseln extrem anpassungsfähig. Das unterstreichen nicht zuletzt auch Fressspuren der Fliegen in Fossilienform. In Deutschland gibt es mittlerweile neben der Liriomyza-Art und der Phytomyza-Art noch weitere 500 Arten. Weltweit ist die Zahl auf etwa 3.000 Arten gestiegen.

Minierfliege: Das Problem sind die Larven

Das Problem an den Minierfliegen sind jedoch nicht so sehr die ausgewachsenen Fliegen, sondern ähnlich wie bei den Mehlkäfern vielmehr ihre Larven. Denn ausgewachsene Weibchen haben einen sogenannten Legestachel, mit dem sie laut der Landwirtschaftskammer NRW in die Stängel der Pflanzen Löcher bohren, aus denen dann der Pflanzensaft austritt. Aus diesen sogenannte Feeding-Points lecken sie den Saft heraus und legen in die entstandenen Auswölbungen ihre Eier. Ein ausgewachsenes Weibchen legt in ihrem Leben etwa 200 bis 400 Eier.

Aus diesen Eiern schlüpfen an warmen Tagen dann die Larven der Minierfliege. Sie verpuppen sich und entwickeln sich dadurch zur Fliege. Die sich entwickelnden Larven legen sogenannte Miniergänge an. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie die äußerste Schicht nie durchdringen, sondern innerhalb des Pflanzenstängels wandern. Das Besondere an den Liriomyza-Arten ist, dass sie sich außerhalb der Pflanze verpuppen, Gartenfreunde die Tiere also mit etwas Glück auf dem Boden sehen können. Alle anderen Arten verpuppen sich in der Pflanze. Spinnen haben daher kaum Chance, die Fliegen in Schach zu halten.

Die Miniergänge haben ein ganz eigenes Erkennungsmerkmal. Sie sind leicht gekrümmt, denn die Larven liegen beim Fressen auf der Seite. Grundsätzlich mögen es die Minierfliegen gerne warm und feucht, sodass ein Ausbruch im Winter nicht zu befürchten ist. Im Sommer jedoch kann es bis zu zwei Larvendurchgänge geben. Aufgrund der Löcher gelangen auch leichter Bakterien und Pilze in das Innere der Pflanze, die sie weiter schwächen.

Minierfliegen: Das können Sie tun, wenn Ihre Stechpalme befallen ist

Ein Befall der Stechpalme mit Minierfliegen-Larven lässt sich im Winter leicht erkennen*. Die Blätter der Stechpalme sehen dann gelblich aus und die Fressspuren der Larven sind klar zu erkennen. Der erste Schritt, den Gartenfreunde in diesem Fall gehen können, ist, die befallenen Blätter der Stechpalme zu entfernen. Damit verhindern Pflanzenfreunde ein Ausbrechen der fertig entwickelten Fliegen im Frühjahr.

Des Weiteren ist es auch möglich, seine Pflanzen regelmäßig mit Brennnesseljauche zu dünge. Minierfliegen mögen den Geruch der Brennnessel nicht und bleiben häufig fern. Sicher wirksam ist auch der Einsatz von Nützlingen gegen die Minierfliege. Dazu zählen zum Beispiel die Schlupfwespen-Arten Dacnusa sibirica und Diglyphus isea. Die Sibirica-Schlupfwespen legen nämlich in die Larven der Minierfliegen ihre Eier, sodass sich die Larve der Sibirica dann von der Minierfliegen-Larve ernährt. Die Isea-Schlupfwespen wählt eine andere Methode und lähmt mit einem Stich die Minierfliegen-Larve. Ihr Ei legt sie dann neben der Larve ab, sodass sich ihre Larve von der Miniefliegen-Larve ernähren kann. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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