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Mehlkäfer: Das passiert, wenn die Tiere Ihren Vorratsschrank befallen

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Sie sind zwar sehr klein, jedoch für unsere Gesundheit schädlich. Sollten Gartenfreunde Mehlkäfer im Vorratsschrank entdecken, gilt es, diese schnell zu entfernen.

Dessau-Roßlau – Zurzeit verbringen wir alle viel Zeit zu Hause. Nicht selten entdecken Gartenfreunde das Backen und Kochen als neues Hobby und vertreiben sich so die vielen dunklen Stunden in den eigenen vier Wänden. Doch ab und zu findet mit dem Mehl fürs Backen auch ein unerwünschter Besucher den Weg ins Haus. Mehlkäfer zählen dazu. Wer sie findet, sollte sie schnellstmöglich entfernen.

Mehlkäfer: So gefährlich sind die kleinen Würmer

Mehlkäfer lassen sich leicht ausmachen in Lebensmitteln. Sie haben einen dunkelbraunen bis schwarzen Körper und erreichen eine Länge von 18 Millimetern. Die Käfer haben zwar Flügel, aber sie fliegen äußerst selten. Neben den Käfern sind vor allem ihre Larven gut zu erkennen. Sie erreichen eine Länge von bis zu 30 Millimetern und haben zum Ende hin eine dunkelbraune Farbe. Die jüngeren Larven sind eher weißlich bis beige.

In der Natur bewohnen die Käfer am liebsten warme und dunkle Stellen. Dazu gehören zum Beispiel verrottetes Holz oder Moos, aber auch Vogelnester. Gelangen die Käfer in unsere Innenräume, sind es meistens:

in denen sie sich aufhalten und ihre Larven leben. Daher fällt der Mehlkäfer auch unter die sogenannten Vorratsschädlinge. Die Tiere sind nachtaktiv und daher erst zur späteren Stunde zu beobachten. In der Regel legt ein Mehlkäfer-Weibchen laut dem Umweltbundesamt etwa 100 Eier in vier Monaten. Nach vier Wochen haben die geschlüpften Larven eine Länge von drei Millimetern erreicht und beginnen, sich zu verpuppen.

Mehlkäfer: So erkennen Sie einen Befall und das müssen Sie dann unternehmen

Meist ist ein Befall von Mehlwürmern recht schnell zu erkennen. Die entsprechenden Lebensmittel sind ungenießbar, da sie deutlich sichtbar verunreinigt sind und Mehl beispielsweise beginnt, Fäden zu ziehen, statt pulvrig zu sein. Da die Tiere nur nachts aktiv sind, hilft es auch, eine UV-Lichtfalle in der Nähe der entsprechenden Verpackung aufzustellen. Sie lockt die Käfer an und die Tiere bleiben an ihr kleben.

Das ist jedoch kein Mittel, um alle vorhandenen Mehlkäfer zu entfernen. Liegt ein Mehlkäfer-Befall vor, müssen ähnlich wie bei einem Befall von Lebensmittelmotten alle betroffenen Lebensmittel in den Müll. Auch den Schrank, in dem beispielsweise die Haferflocken standen, sollten Gartenfreunde putzen und alle eventuell vorhandenen Löcher und Ritzen zukleben. Es hilft zudem, die Schränke mit Teebaumöl vorsichtig und dünn zu bestreichen, denn die Käfer mögen den Geruch nicht. Anders als beispielsweise die Wanze gelangt der Mehlkäfer nämlich über eingekaufte Lebensmittel in die Wohnung und bleibt gerne dort, wenn er sich einmal richtig eingenistet hat.

Es ist wichtig, die Tiere sofort zu entfernen. Denn sie können unserer Gesundheit schaden. Sollten befallene Lebensmittel trotzdem aus Versehen auf den Esstisch kommen und Gartenfreunde essen davon, ist die Gefahr groß, über die Mehlkäfer Bandwürmer und Bakterien aufzunehmen.

Mehlkäfer: So lassen sich Mehlwürmer verwerten

Die Larven des Mehlkäfers heißen umgangssprachlich oft auch Mehlwürmer. So schädlich sie in gegessener Form roh auch für den Menschen sind, macht er sie sich dennoch zunutze. Denn Mehlwürmer sind oft Grundlage von Tierfutter. So sind die Würmer bei Anglern sehr beliebt als Köder, aber auch Fledermäuse fressen sie gerne und Hamster und Mäuse erhalten sie auch öfters als Futter.

Daneben können Menschen die Würmer sogar verspeisen, allerdings nur in zubereiteter Form. Bisher sind diese jedoch als Lebensmittel noch nicht in der EU zugelassen und es bedarf einer speziellen Genehmigung, Mehlwurm-haltige Produkte zu verkaufen. Die EU ist aber nicht der einzige Kontinent, der versucht, mit Mehlwürmern die Küche zu revolutionieren. Auch Afrikas Küche will sich mit Speisen aus Mehlwürmern einen Namen machen*. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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