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Drei gute Gründe, warum Sie den Maulwurf in Ihrem Garten in Ruhe lassen sollten

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Von: Juliane Reyle

Klein, fast blind und eher ein Nützling als ein Schädling: Maulwürfe werden oft zu Unrecht für Schmarotzer gehalten und aus den Gärten vertrieben. Darum darf er bleiben.

Geschmäcker sind bekanntlich unterschiedlich, doch ein Großteil der Menschen möchte auf die kleinen Säugetiere im Garten lieber verzichten. Wer einen Rasen im Garten pflegt, den stören schnell die unschönen Erdhügel, die Maulwürfe produzieren. Einige Gartenfans vertreiben das kleine Tier oder möchten es sogar töten. Irrtümlicherweise werden Maulwürfe auch noch für Schädlinge gehalten – dabei sind sie sogar nützlich für den Garten.

Drei Anmerkungen, warum Sie den Maulwurf lieber nicht aus dem Garten vertreiben oder gar töten sollten

  1. Maulwurf steht unter Artenschutz: Natürlich sollten grundsätzlich keine Lebewesen willkürlich getötet werden, doch im Falle des Maulwurfs ist es sogar gesetzlich verboten. Maulwürfe gehören gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz zu den besonders geschützten Tierarten. Deshalb dürfen sie nicht mit Ködern vergiftet, ausgeräuchert, gejagt oder anderweitig umgebracht werden. Im Bußgeldkatalog 2022 sind je nach Bundesland Geldstrafen zwischen 10.000 und 50.000 Euro für das Fangen, Verletzen, Töten von Maulwürfen, aber auch das Beschädigen ihrer Fortpflanzungs- und Ruhestätten, festgelegt.
  2. Maulwurf hilft dem Gärtner: Ihm geht ein schlechter Ruf voraus, doch in Wirklichkeit interessiert sich der Maulwurf gar nicht für die angebauten Pflanzen im Garten. Wurzeln und Zwiebeln der Blumen bleiben unversehrt. Im Gegenteil: Der Maulwurf gilt als biologischer Schädlingsbekämpfer. Der Nützling lockert die Erde auf und ernährt sich von Insekten, Schnecken, Würmern, Engerlingen (Käferlarven) und kleinen Mäusen, die sonst das angebaute Obst und Gemüse befallen können.
  3. Kein Grund zur Sorge: Auch Maulwürfe haben natürliche Feinde – dass die kleinen Erdwühler Überhand nehmen, ist somit nahezu aus ausgeschlossen. Es gibt keinen Grund ein Wildtier, wie den Maulwurf, aus dem Leben oder seinem natürlichen Umfeld zu reißen. Die Natur reguliert sich nämlich ganz von selbst. Zu den Feinden des Maulwurfs gehören zum Beispiel der Waldkauz, die Schleiereule oder der Mäusebussard.
Maulwurf
Ein Europäischer Maulwurf: Das Tier hat einen Energiesparmodus. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Natürliche Varianten den Maulwurf aus dem Garten fernzuhalten – Pflanzen und Gerüche, die er nicht mag

Wer dennoch auf den Maulwurf im Garten verzichten möchte oder eine Maulwurf-Plage befürchtet, der sollte tierfreundlichere Varianten als verbotenes Gift oder Fallen verwenden. Mit Lärm und Gerüchen soll das Vertreiben der Maulwürfe klappen.

Außerdem gibt es Pflanzen, die Maulwürfe nicht mögen: Die Kaiserkrone, Holunder, Wermut oder Lilien sollen eine abstoßende Wirkung auf Maulwürfe haben und können zum langfristigen Fernhalten der Erdbewohner eingesetzt werden, schreibt Schaedlingsvernichtung.de.

Anstatt Maulwürfe zu vertreiben lieber einen tierfreundlichen Garten pflegen?

Die Zeiten ändern sich: Die maschinelle Landwirtschaft und die Industrialisierung nehmen den kleinen Säugetieren ihren Lebensraum und ihre Nahrung. Maulwürfe, die nur etwa 100 Gramm wiegen, haben es ohnehin schon schwer genug und deshalb sollten die friedlichen Erdwühler im Garten akzeptiert werden.

Mit einigen Ideen können Sie den Garten sogar tierfreundlich und für kleine Wildtiere bequem machen: Für Igel sollte zum Beispiel das Laub liegen gelassen werden und für Eichhörnchen kann das Füttern im Winter sinnvoll sein.

Wühlmäuse sind im Gegensatz zu Maulwürfen jedoch wirklich schädlich für den Garten. An einigen Zeichen können Sie erkennen, ob Sie eine Wühlmaus im Garten haben. Doch Vorsicht es Vorsicht angesagt, der Maulwurfshügel ist leicht mit dem Hügel einer Wühlmaus zu verwechseln.

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