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Maiszünsler bekämpfen: So wird mit Drohnen gegen die Schädlinge vorgegangen

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Von: Franziska Irrgeher

In Ziegernrück werden mit Drohnen die Eier von Schlupfwespen auf einem Maisfeld ausgebracht (Symbolbild).
So kann die Bekämpfung von Maiszünslern mit moderner Technik aussehen (Symbolbild). © Steve Bauerschmidt / Imago

Maiszünsler sind wieder auf dem Vormarsch und bedrohen die Maisernte. Doch dank neuster Technik gibt es inzwischen gute Bekämpfungsmethoden, auch mit Drohnen.

Freising – Mais ist eine Pflanze, die in Gärten eher selten angebaut wird. Dabei kommt Mais in vielen Futtermitteln vor, etwa in einigen Vogelfuttermischungen oder teils in der Milchviehfütterung. Doch egal, ob Garten oder Feld: Mais braucht einige Monate von der Aussaat bis zur Reife und dazwischen kann viel schiefgehen. Damit Maiszünsler keine Chance haben, setzen einige Landwirte nun auf Drohnen bei der Bekämpfung.

Maiszünsler bekämpfen: So gehen Landwirte mit Drohnen gegen die Schädlinge vor

Der Maiszünsler (Ostrinia nubilalis) ist ähnlich wie der Buchsbaumzünsler ein Kleinschmetterling, der es in sich hat. Seine Larven entwickeln sich in und an den Maispflanzen. Nachdem die Larven geschlüpft sind, fressen sie erst mal Maisblätter, ehe sie sich in Kolben oder Stängel bohren und dort weiterfressen. Die Schädlinge werden in die Rassen E (fast nur in Beifuß) und Z unterteilt, letztere befällt auch Mais.

Im Spätsommer dringen die Larven dann langsam ins Stängelmark vor, was irgendwann zum Abbrechen der Stängel führen kann. Geschätzt sind Maiszünsler jedes Jahr für etwa vier Prozent Ernteausfall weltweit verantwortlich. Neben dem Fraßschaden können die Tiere aber auch den Weg für Krankheiten wie Schimmelpilze ebnen, außer für Biogas wäre dieser Mais dann unbrauchbar.

Maiszünsler bekämpfen: Diese Optionen gibt es

Vor allem in Süddeutschland richten Maiszünsler viel Schade an und zählen zu den wichtigsten Mais-Schädlingen. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft nennt einige Möglichkeiten, um gegen Maiszünsler vorzugehen:

Soweit die Theorie. In der Praxis setzen derzeit einige Landwirte auf ein spezielles Hilfsmittel: Drohnen (die Fluggeräte, nicht die Tiere).

Maiszünsler bekämpfen: Deshalb nutzen Landwirte aktuell Drohnen

Derzeit macht aber eine spezielle Maßnahme Schlagzeilen: Landwirte setzen Drohnen zum Bekämpfen der Maiszünsler ein. Genutzt werden dabei Schlupfwespen und dafür sollte der Ausbringungstermin stimmen. Der sei bestenfalls zwischen der Eiablage und dem Schlupf der Maiszünsler. Ein Problem ist bei der Schädlingsbekämpfung allgemein oft das Wetter, Regen macht die Felder schnell unbefahrbar und Mais steht normalerweise zu eng für Maschinen. Schlupfwespen mussten bisher also teils von Hand auf den Feldern ausgebracht werden. Wer schonmal Nützlinge in Innenräumen oder im Gewächshaus genutzt hat, weiß um den begrenzten Radius einer Ladung Nützlinge.

Auf dem Feld können Drohnen helfen. Die werden von geschulten Fachleuten geflogen und werfen Kapseln mit Schlupfwespeneiern gezielt im richtigen Abstand über den betroffenen Feldern ab. Eine deutlich effektivere Methode also, als die Nützlinge per Hand zu verteilen, dennoch aber mühsam. Mit Drohnen kann aber recht flexibel auf unpassendes Wetter reagiert werden, zu kalt darf es für die Ausbringung nicht sein*. Ob das überhaupt nötig ist, wird vorab meist anhand von Fallen kontrolliert. So erkennt man, ob ein Befall mit Maiszünslern vorliegt und der richtige Zeitpunkt für die Ausbringung kann ermittelt werden. Eingesetzt werden die Drohnen bereits in verschiedenen Gebieten.

Übrigens eigen sich Schlupfwespen auch wunderbar für die natürliche Schädlingsbekämpfung im Garten. Sie helfen gegen Weiße Fliegen, Kohlweißlinge, Apfelwickler sowie Blattläuse. Im Haus können sie gegen Lebensmittelmotten und Kleidermotten eingesetzt werden. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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