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Lungenkraut: Wertvolle Heilpflanze oder doch nur eine hübsche Pflanze?

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Von: Mattias Nemeth

Im Mittelalter ging man aufgrund der Signaturenlehre davon aus, dass Lungenkraut wegen der Ähnlichkeit mit dem Lungengewebe bei Leiden der Lunge helfen kann, doch was ist da wirklich dran?

München – Seine rosa und violetten Blüten blühen in vielen Gärten und Wäldern. Von den meisten wird das Lungenkraut allerdings eher wegen seines Zierwertes angebaut. Doch hat man sich im Mittelalter bezüglich der Heilwirkung des echten Lungenkrauts geirrt oder ist etwas dran am alten Wissen?

Lungenkraut: Ist diese Gartenpflanze ein Heilkraut oder doch nur Zierde?

Um es mal vorweg zu nehmen: die Ähnlichkeit mit dem Lungengewebe hat keine Auswirkungen auf die Heilwirkung von Lungenkraut. Die Signaturenlehre bezog sich vor allem auf den göttlichen Schöpfungsglauben. So soll Gott Pflanzen geschaffen haben, die den Organen ähneln, die sie heilen können. Dieser Glaube hielt sich lange, da es einige Glückstreffer gab. Die Natur hält eine Menge an Heilpflanzen für uns bereit, aber sie macht es uns nicht so leicht, dass sie die Pflanzen dementsprechend designt. Aber in diesem Fall muss man zugestehen, beim echten Lungenkraut liegt die Signaturenlehre gar nicht so falsch.

Lungenkraut: Viele positive Inhaltsstoffe

Tatsächlich enthält das Lungenkraut nämlich einiges, was unseren Körper sehr guttut. Was ebenfalls noch hervorzuheben ist: echtes Lungenkraut gehört zu den Vertretern der Raublattgewächse (Boraginaceae), die keine Pyrrolizidinalkaloide enthalten. Diese kommen beispielsweise in Huflattich vor, weshalb dieser auch nur mit großer Vorsicht zu verwenden ist. Denn in der Leber entstehen dadurch Abbauprodukte, die in hoher Dosierung zu tödlichen Leberfunktionsstörungen führen können. Aber Lungenkraut kann diesbezüglich unbedenklich eingesetzt werden und das lohnt sich vor allem für Asthmatiker, Husten- und Bronchitis-Geplagte*, denn es enthält:

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Lungenkraut: Asthmatee und Lungenbier

Entscheidend für seine Heilwirkung sind die wertvollen Schleimstoffe und der Kieselsäure. Diese sorgen für eine Linderung bei chronischer Bronchitis, Asthma, Husten, Keuchhusten und anderen Atemwegserkrankungen. Dazu werden die zur Blütezeit gesammelten Blätter zu einem Tee gekocht, wie kraut&rüben berichtet. Dieser lindert den Hustenreiz und löst festsitzenden Schleim. Ziehen muss dieser Tee ungefähr fünf Minuten, damit er seine Wirkung entfalten kann. Im bayrischen Wald kennt man auch das sogenannte „Lungenbier“. Dazu kocht man ein Esslöffel Lungenkraut mit einer Flasche Bier auf und nimmt mehrmals täglich einen Esslöffel davon. Dieses hilft gegen Heiserkeit und Husten. Die Blätter können auch in die Suppe oder den Salat gegeben werden. *24vita.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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