Der Star unter den Hecken

Japanischer Liguster und Liguster Atrovirens: Das macht ihn so pflegeleicht

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Wintergrüne Ligusterhecken zeigen sich pflegeleicht und anspruchslos. Optimaler Pflanzzeitpunkt für die Ligusterhecke ist Ende Oktober.

  • In den Sommermonaten Juni und Juli weiß der Liguster mit seinem Blütenduft Mensch und Tier zu begeistern
  • Bei der Anpflanzung von Ligusterhecken haben sich die Sorte Atrovirens (Ligustrum vulgare ‘Atrovirens’) bewährt
  • Beide Sorten sind nicht nur winterhart, sondern auch überwiegend wintergrün ähnlich wie Bambus und Zypresse

Leipzig – Der Gewöhnliche Liguster (Ligustrum vulgare) ist ein einheimischer Wildstrauch aus der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Die Blätter sind klein, länglich-oval und dunkelgrünen. Sie sind gegenständig an den Trieben angeordnet und gelblich-weiße, duftende Blüten ersetzen sie im Juni und Juli. Damit sind sie eine beliebte Nahrungsquelle von Schmetterlingen, Bienen und anderen Insekten.

Aus den befruchteten Blüten bilden sich ab September kleine schwarze Beeren, die der Liguster bis weit in den Winter trägt. Für einige Vögel sind diese Beeren ein schmackhafter Snack, für den Menschen allerdings giftig. Auch die in jungen Jahren grün bis bräunliche und im Alter gräuliche Rinde sowie die Blätter enthalten toxische Inhaltsstoffe. Ähnliche gilt auch für den Kirschlorbeer und die Eibe.

Ligusterhecke: Diese Sorten bieten sich als Heckenpflanzen besonders an

Mit einer natürlichen Wuchshöhe- und breite von zwei bis fünf Metern wird der Liguster im freien Wachstum ein ausladender und großer Strauch. Aufgrund seiner guten Schnittverträglichkeit lässt er sich anstandslos zur dekorativen Hecke schneiden. Aufgrund seines starken und aufrechten Wuchses von 20 bis 100 Zentimetern pro Jahr können schnell attraktive Sichtschutzhecken aus Liguster wie auch aus Kirschlorbeer, Eibe, Zypresse und Bambus geschaffen werden. Insbesondere für Heckenanpflanzungen haben sich folgende winterharten Ligustersorten durchgesetzt:

  • Atrovirens (Ligustrum vulgare ‘Atrovirens’), umgangssprachlich auch als schwarzgrüner Liguster bekannt
  • Ovalblättrige Liguster (Ligustrum ovalifolium), aufgrund seiner Herkunft auch als Japanischer Liguster geläufig.

Beide Arten sind bei milden Temperaturen wintergrün. Ihr Laub werfen Liguster Atrovirens und der Japanische Liguster erst bei längeren Frostperioden ab .Die Sorte Aureum (Ligustrum ovalifolium ‚Aureum‘), eine Sorte des Japanischen Ligusters und auch als Goldliguster bekannt, vereint alle bewährten Merkmale mit herrlich gold-gelben Blatträndern.

Auch der Chinesische Liguster (Ligustrum delavayanum) hält Einzug in die hiesigen Gärten, ist als Heckenpflanze aber weniger geeignet, da er nicht beständig winterhart ist. Gartenfreunde nutzen ihn als Formgehölz in Kübeln. Liguster ist auch unter Bonsai-Freunden beliebt und gilt als Anfängerpflanze, wenn es um das Ziehen des ersten eigenen Bonsais geht.

Ligusterhecke: Der richtige Standort und Boden

Gegen die geniale Anspruchslosigkeit des Ligusters kommen andere Heckenklassiker wie Kirschlorbeer, Bambus, Eibe und Zypresse kaum an. Nahezu keine andere Heckenpflanze ist so einfach in der Handhabe wie der Liguster. Ligusterhecken wachsen so gut wie an jedem Standort und in jedem Boden, wobei die schönsten Hecken in sonnigen bis halbschattigen Lagen gedeihen. Sie gelten als äußerst trockenheitstolerant, auch längere Dürrephasen überstehen sie zumeist unbeschadet.

Ligusterhecke: So pflanzen Gartenfreunde die Heckenpflanze

Als optimalen Pflanzzeitpunkt empfiehlt t-online Ende Oktober. Die Ligusterhecke benötigt in der Anwachsphase viel Wasser. Nachdem Gartenfreunde die richtige Sorte für ihre Ligusterhecke auserkoren und erworben haben, geht es ans Pflanzen.

Bevor es in die Erde geht, stellen erfahrene Gärtner die Wurzeln der Jungpflanzen zunächst für etwas zwei Stunden ins Wasser. In der Zwischenzeit können sie den Pflanzgraben ausheben. Für längere Heckenanpflanzungen sollte das schon im Vorhinein geschehen. Wichtig bei einer Ligusterhecke ist es, dass wegen des ausladenden Wuchses der Pflanzen ausreichend Platz vorhanden ist. Als Richtwert gilt ein Pflanzabstand von 50 Zentimetern bei einer Pflanzengröße von 1,20 Zentimetern. Bei kleineren Pflanzen verringert sich der Abstand etwas, bei größeren vergrößert er sich dementsprechend. Außerdem sollte ebenfalls der Abstand zu Zäunen, Mauern oder Ähnlichem berücksichtigt werden, damit die Hecke auch später noch gut zugänglich bleibt.

Als Flachwurzler wächst der robuste Liguster sogar auf verdichteten Böden an. Für eine optimale Entwicklung der Ligusterhecke lockern Gartenfreunde den Boden trotzdem im Vorfeld auf, um die Wurzelentwicklung zu erleichtern. Der Boden kann zusätzlich mit Kompost oder Hornspänen aufgearbeitet werden. Bei Anpflanzungen längerer Sichtschutzhecken empfiehlt es sich, eine Richtschnur einzusetzen. Anhand dieser Schnur können Gärtnerinnen und Gärtner die Pflanzlöcher oder den Pflanzgraben ausheben.

Gärtner gehen bei der Heckenanpflanzung von Liguster, Kirschlorbeer, Bambus, Eiben und Zypressen am besten immer zu zweit ans Werk. So kann der eine die Ligusterpflanzen ins Pflanzloch stellen und halten, während der der andere es mit der ausgehobenen Erde auffüllt. Auch wenn der Liguster ein trockenheitstoleranter Heckenvertreter ist, sollte er in der Anwachsphase (acht bis zwölf Wochen) regelmäßig gegossen werden.

Ligusterhecke: Schnitt und Pflege der Ligusterhecke

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) weist darauf hin, dass ein starker Rückschnitt von Hecken wie Liguster, Eibe, Kirschlorbeer und Zypressen in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September laut Bundesnaturschutzgesetz untersagt ist. Dies dient unter anderem zum Schutze brütender Vögel. Leichte Form- und Pflegeschnitte sind davon allerdings nicht betroffen. Gartenfreunde trimmen ihre Ligusterhecke optimalerweise in den Herbstmonaten Oktober und November. Ein Rückschnitt im zeitigen Frühjahr ist zwar auch möglich, kann aber zur Folge haben, dass die Blüte nur schwach ausfällt. Jeweils im Frühjahr vor der Wachstumsperiode freut sich die Ligusterhecke über eine Gabe von Kompost oder Hornspänen, die ihr Wachstum ankurbelt und sie mit ausreichend Nährstoffen versorgt.

Ligusterhecke: Clematis wertet die Hecke optisch auf

Damit die Ligusterhecke nicht nur in ihrer typisch weiß-gelblichen Blütenpracht erstrahlt, können auch vereinzelt Waldreben (Clematis) eingearbeitet werden. Die bringen mehr Farbvielfalt mit ins Spiel und blühen idealerweise vor oder nach der Ligusterblüte. Hierfür greifen Heckenliebhaber auf winterharte Sorten zurück, zum Beispiel Clematis orientalis oder Clematis montana. Die sollten Gartenfreunde mit einem Abstand von etwa 70 Zentimetern vom Ligusterstamm einpflanzen. Damit die Waldreben den Weg in die Höhe finden, ist nach dem Einpflanzen zunächst eine Rankhilfe sinnvoll. Diese optische Aufwertung ist auch bei anderen Heckenarten wie Thuja, Kirschlorbeer und Eibe möglich.

Rubriklistenbild: © Andrea Warnecke/dpa

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