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Laubbläser und Laubsauger schaden Tieren: Warum Sie darauf verzichten sollten

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Von: Franziska Irrgeher

Laubbläser und Laubsauger sind praktisch, sie erleichtern viel Arbeit. Doch die Geräte stören und schaden Mensch und Tier und sollten durch den Rechen ersetzt werden.

Leipzig – Der Herbst ist entgegen der romantischen Darstellungen in der Werbung keineswegs kuschelig, warm und eine Zeit der Entspannung. Wer einen Garten hat, der hat im Herbst vermeintlich genauso viel Arbeit wie im Sommer, denn die Blätter fallen unermüdlich und das meist direkt auf den Rasen. Wer nun zum Laubbläser greifen will, sollte innehalten und sich zuerst informieren. Denn es gibt gute Gründe für den Rechen und gegen Laubbläser.

Laubbläser schaden Tieren: Warum Sie auf das lärmende Gerät verzichten sollten

Gartenarbeit kommt sehr auf die Person und ihre Vorlieben an. Denn wo einer den direkten Kontakt mit den Pflanzen bevorzugt und vorwiegend Handarbeit und Geräte wie Hacke oder Spindelmäher nutzt, greift der andere zu Pestiziden, Laubbläser und Freischneider. Auch dazwischen gibt es viele Arten der Gartenpflege und gewissermaßen geben alle Grund zur Diskussion. Doch bei Laubsaugern und Laubbläsern sind Naturschützer sich einig: Sie schaden Tieren.

Zu sehen sind die Beine einer Person auf einer Wiese sowie ein Laubbläser, Blätter fliegen im Vordergrund weg (Symbolbild).
Laubbläser und Laubsauger können Tieren schaden (Symbolbild). © Neundorf/Imago

Folgende Tiere werden beispielsweise durch Laubbläser und Laubsauger geschädigt oder getötet:

Das sind längst nicht alle Tiere, aber schon eine ganze Menge. Sie alle tragen auf ihre eigene Art zum Funktionieren des Ökosystems Garten bei, einige dienen als Futter, andere verarbeiten Pflanzenreste oder fressen Schädlinge. Warum gerade herbstliche Gartengeräte ihnen gefährlich werden, möchten wir näher erklären.

Laubbläser schaden Tieren: So schaden die Geräte den Gartenbewohnern

Laubsauger verletzen laut dem Regionalverband Leipzig des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) größere Tiere und können kleinere sogar verschlingen. Haben sie eine Häckselfunktion, so werden die Tierchen laut NABU auch direkt zerstückelt und die Geräte seien selbst für Igel lebensbedrohlich. Neben dem Laub als dann fehlender Lebensgrundlage nennt der NABU auch die Lautstärke von Laubbläsern und Laubsaugern als Grund gegen sie, ebenso mögliche Abgase.

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Noch etwas konkreter wird Ökotest und nennt bei Laubbläsern einen Lärmpegel von oft über 100 Dezibel, das sei lauter als ein Presslufthammer. Bereits ab 85 Dezibel könne es zu Hörschäden bei Dauerbeschallung kommen. Menschen, die Laubbläser nutzen, tun das mit Gehörschutz, doch die Umwelt wie Nachbarn oder empfindliche Tiere werden meist nicht gefragt oder gewarnt.

Verbrennungsmotoren seien laut Ökotest zudem schlecht fürs Klima und nicht zuletzt werden vom NABU auch die dann fehlenden Nährstoffe und Probleme für Tiere wie Regenwürmer genannt. Denn Laub verrottet mit der Zeit beziehungsweise wird durch Tiere und verschiedene Organismen zersetzt, es liefert wertvolle Stoffe, die Pflanzen als Wachstumsgrundlage dienen. Laub ist im Herbst ein wunderbarer Mulch, Beetschutz und zugleich Dünger fürs kommende Jahr.

Und wer jetzt noch nicht überzeugt ist: Ökotest gibt an, dass Laubbläser Geschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometer pro Stunde erreichen, das könne Tierkot, Pilzsporen und Mikroben aufwirbeln, ebenso Feinstaub. Und herumfliegenden Kot will nun wirklich niemand in seinem Gesicht. Der gute alte Rechen tut es definitiv auch und der ein oder anderer Laubhaufen sieht zudem schön aus im Garten.

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