Eine der giftigsten Pflanzen

Selbstmordbaum: Das macht den unscheinbaren Zerberusbaum so besonders

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Haben Sie schon mal vom Selbstmordbaum gehört? Das ist ein anderer, aber sehr passender Name für den Zerberusbaum. Das macht die Pflanze so gefährlich und faszinierend.

München – Vom Zerberusbaum haben die meisten wahrscheinlich noch nie gehört. Kein Wunder, denn bei uns kommt er natürlich auch nicht vor, kann jedoch als Kübelpflanze gehalten werden. Dem Namen Selbstmordbaum macht er dabei alle Ehre, denn er zählt zu den giftigsten Pflanzen der Welt.

Selbstmordbaum: Das macht den hochgiftigen Baum besonders

Der Zerberusbaum, Cerbera odollam, kommt an den Küsten Indiens, auf den Seychellen und auf Madagaskar vor, bei uns finden ihn Pflanzenfans gelegentlich als Kübelpflanze. Er wird auch Milchbaum, Pong Pong Tree, See-Mango oder Schellenbaum genannt und gehört zu den Hundsgiftgewächsen. Dazu zählt auch der Oleander, der nicht grundlos eine unserer giftigsten Gartenpflanzen ist.

Wie der Name schon vermuten lässt, stammt der Gattungsname vom Höllenhund Zerberus. Bei uns erreicht der Baum seine maximale Höhe von etwa 15 Metern kaum, auch Früchte und Samen bildet er hier selten aus. In seiner Heimat dagegen sind diese gelegentlich eingesetzte Mittel für allerlei „Notfälle“ wie Mord, Selbstmord, Abtreibung oder als Abführmittel. Uneinig sind sich Fachleute darüber, ob alle Teile des Baumes giftig sind, oder nur Früchte und Samen.

Selbstmordbaum: So sieht er aus und so äußert sich eine Vergiftung

An sich ist der Baum recht unscheinbar, die hübschen weißen Blüten wirken dekorativ. Der Zerberusbaum ist immergrün, bei jugen Bäumen ist die Rinde noch grau, später braun. Die weißen Blüten können über vier Zentimeter groß werden und ihr Geruch erinnert an Jasmin, später werden daraus Steinfrüchte, die an Mangos erinnern.

Das innere Fruchtfleisch ist weiß, bei Luftkontakt wird es jedoch schwarz, die Samen enthalten Glykoside. Gezielt verabreicht oder versehentlich gegessen: Der Verzehr der Frucht oder der Samen führt innerhalb weniger Stunden zum Herzstillstand. Besonders beliebt sind die Samen zur Beseitigung unbeliebter Schwiegertöchter.

Folgende Symptome treten bei einer Vergiftung durch den Zerberusbaum auf:

  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Würgereiz, Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall
  • Brennen im Mund
  • Herzschmerzen
  • Herzrythmusstörungen und unregelmäßige Atmung

Glücklicherweise bilden sich bei uns jedoch die Früchte meist nicht aus. Dennoch sollten Gärtner wie auch beim Umgang mit anderen Giftpflanzen beim Zerberusbaum vorsichtig sein. Tragen Sie Handschuhe bei der Pflege.

Neben diesem Baum gibt es noch weitere Bäume, die zu den giftigsten der Welt zählen, darunter der Wunderbaum, Manchinelbaum, Brechnussbaum und die Eibe.

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