Das große Krabbeln

3 Fakten über Insekten: Zu diesen wundersamen Sachen sind die Tiere fähig

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
    schließen

Insekten sind zwar im Winter nicht so sichtbar wie im Sommer. Aber auch zu dieser Jahreszeit gibt es sie im Garten. Und die Tiere leisten Ungewöhnlicheres, als Sie vielleicht denken.

Berlin Ameisen, Kellerasseln und jede Art von Käfern haben in den Sommermonaten zwar Hochsaison, verschwinden aber auch in kalten Monaten nie ganz. Denn sie sind bekannterweise ein wichtiger Teil unseres Ökosystems und sind unverzichtbar für uns. Der starke Insektenrückgang der vergangenen Jahre bereitet Experten nicht umsonst große Sorgen. Mit ihrer wichtigen Funktion gehen auch einige interessante Fakten über die Tiere einher, die jeder Gartenfreund kennen sollte.

3 Fakten über Insekten: Das sollten Sie über die Tiere wissen

Das Insektensterben beschäftigt seit einiger Zeit viele Biologinnen und Biologen. Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) wurde bei Untersuchungen ein Rückgang von 80 Prozent der Insekten-Biomasse seit 1989 an verschiedenen Orten in NRW festgestellt. Eine Zahl, die dazu auffordert, die Insekten verstärkt zu schützen, indem Gartenfreunde beispielsweise einen bienenfreundlichen Garten anlegen.

Einen besseren Zugang und besseres Verständnis haben Menschen bekannterweise zu Dingen, die sie besser kennen. So ist dies ein guter Zeitpunkt, drei Fakten über Insekten festzuhalten, die neugierig auf die krabbelnden Tiere machen. Denn hinter jedem Insekt steckt eine spannende Geschichte: Stinkwanzen geben zum Beispiel ihr stinkendes Sekret nur ab, wenn sie sich bedroht fühlen. Dauerhaft stinken die kleinen Tiere also nicht. Und auch als Nahrungsmittel werden Insekten im Alltag immer interessanter*.

3 Fakten über Insekten: Insekten haben Mittel gegen multiresistente Keime – Fakt 1

Forscherinnen und Forscher fanden heraus, dass Insekten enorm wichtig sind in unserem Kampf gegen multiresistente Keime. Besondres viele multiresistente Keime finden sich in Krankenhausumgebungen und nicht selten infizieren sich Patienten zusätzlich zu ihrer eigentlichen Erkrankung noch mit diesen Keimen. Das ist ein Problem, denn Behandlungen mit verschiedenen Antibiotika schlagen oftmals nicht an.

Insekten könnten für dieses Problem einen Teil der Lösung liefern. Laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung konnten Medizinerinnen und Mediziner bestimmte Wirkstoffe aus Insekten extrahieren, mit deren Hilfe multiresistente Keime bekämpft werden können. Im Fokus stehen dabei die sogenannten antimikrobiellen Peptide der Honigbiene und der Milchkrautwanze. Das sind Proteine, die in den Körpern der Tiere produziert werden und die bestimmte Mikroorganismen abtöten können. Besonders im Bereich der Antibiotika-Forschung ist das ein spannender Ansatz mit viel Potenzial.

3 Fakten über Insekten: Insekten verhindern, dass überall Tierkadaver herumliegen – Fakt 2

Insekten sind Meister im Wiederverwerten und Aufräumen. Dabei gibt es auch eine Menge Aasfresser, ohne die unsere Umgebung deutlich anders aussehen würde, als sie es zurzeit tut. Denn im Wald, auf Wiesen oder auch im Garten räumen diese Tiere aufgrund ihrer Fressgewohnheiten auf. Würden sie das nicht tun, lägen wahrscheinlich viel mehr Tierkadaver herum, als uns lieb wäre. Neben Insekten erfüllen diese Aufgabe zum Beispiel auch aasfressende Spinnen.

Ein Beispiel ist der Totengräber-Käfer. Laut dem Deutschlandfunk ernähren sich die Tiere von kleineren toten Vögeln und Säugetieren und vergraben den Kadaver, sobald sie ihn gefunden haben. So schützen sie ihre Beute vor anderen Insekten. Dann beginnen sie, den Kadaver zu enthaaren oder von Federn zu befreien. Aus dem Kadaver formen sie dann eine Art Fleischball, der lange Zeit aufgrund eines Sekretes, das sie abgeben, konserviert werden kann. So ernähren sie ihren Nachwuchs über eine lange Zeit von diesem Fleischball.

3 Fakten über Insekten: Gegen Kälte im Winter hilft Insekten Frostschutzmittel im Körper – Fakt 3

Noch eine wundersame Erfindung der Natur: Manche Insekten tragen einen besonderen Schutz gegen Kälte in sich. So besitzt der Zitronenfalter laut dem NABU beispielsweise eine Art Frostschutzmittel in seinem Körper, das ihn vor dem Erfrieren rettet. Da er den Winter fast ungeschützt im Freien verbringt, muss er sich gegen frostige Tage und Nächte gut wappnen. Dafür entlässt er zum einen alle nicht nötigen Flüssigkeiten aus seinem Körper und ist zum anderen auf das Glyzerin in seinem Körper angewiesen. Denn dadurch gefriert die verbliebene Flüssigkeit im Insektenkörper nicht. *fr.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © imago images / blickwinkel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare