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Gartenzwerge: Diese Merkmale machen einen richtigen Gartenzwerg aus

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Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen ist eine Wiese, auf der ein Gartenzwerg steht. Der Zwerg sitzt in einem Stuhl, stützt sein Kinn ab und trägt eine Sonnenbrille (Symbolbild).
Ein beseelter Gartenzwerg ist aus Holz oder Ton (Symbolbild). © photo2000 / Imago

Gartenzwerge ist nicht gleich Gartenzwerg. Besonders im Bereich der Nanologie, also der Forschung zu Gartenzwergen, gibt es strenge Kriterien, die erfüllt sein müssen.

München – Schätzungen zufolge stehen rund 20 Millionen Gartenzwerge in den deutschen Gärten und bewachen oder schmücken das gepflegte Fleckchen Grün. Eine ganze Menge dafür, dass Gartenzwerge lange als Inbegriff der Spießigkeit standen. Doch in den vergangenen Jahren hat sich das Image der kleinen Männer geändert und in ihrer Geschichte beginnt ein neues Kapitel.

Gartenzwerge: Deswegen sind die kleinen Männer alles andere als spießig

Wer sich heutzutage Gartenzwerg nennen will, der muss laut der Internationalen Vereinigung zum Schutz der Gartenzwerge folgende Kriterien erfüllen:

In der Regel ist er aus Ton oder Holz und trägt etwas bei sich, dass ein Mensch an ihm angebracht hat. Erfüllt ein Gartenzwerg all diese Attribute, zählt er zu den „beseelten“ Gartenzwergen.

Schon diese konkrete Auseinandersetzung mit dem Wesen eines Gartenzwergs zeigt, wie präsent das Thema in der heutigen Gartenwelt noch ist. Neben den beseelten Gartenzwergen gibt es auch noch unbeseelte, abartige und liberale Gartenzwerge. Unbeseelte oder auch falsche Gartenzwerge bestehen aus Plastik. In der Nanologie, also der Lehre der Gartenzwerge, gelten sie als vordergründig freundlich, da ihr Material für die Umwelt giftig ist.

Abartige Gartenzwerge sind beispielsweise Exemplare, die ein Messer im Rücken stecken haben oder als kriechende Zombies im Garten verweilen. Liberale Gartenzwerge sind ebenfalls wie echte Gartenzwerge aus Naturmaterialien, tragen zwar eine Mütze, die ist jedoch in vielen Fällen nicht rot. Gärtnerinnen und Gärtner, die ihren Garten gerne mit einem Gartenzwerg schmücken möchten, sollten sich also im Klaren sein, welche Zwerge zu den wahren Gartenzwergen zählen.

Gartenzwerge: Die Geschichte der Tonfigur

Bis es zu dieser ausgereiften Gartenzwerg-Wissenschaft kommen konnte, sind einige Jahrzehnte vergangen. Seinen Ursprung hat der klassische Gartenzwerg laut dem Bayerischen Rundfunk (BR) im 19. Jahrhundert in der Werkstatt des Tierkopfmodelleurs Philipp Griebel. Er begann damit, Tierköpfe aus Ton herzustellen, auf die seine Kunden Geweihe stecken konnten. Immer häufiger kamen dann auch Tonabbildungen von Haustieren oder Hoftieren und Waldtieren dazu. Nach ein paar Jahren erweiterte Griebel sein Sortiment und erschuf nun auch Märchenfiguren aus Ton. Um 1880 entstanden so auch Nachbildungen von Bergmännern, die allgemein als Symbol des Fleißes und der Tüchtigkeit galten, wie der BR berichtet. Aus diesen Gnomen entwickelten sich dann mit der Zeit die klassischen Gartenzwerge.

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Auch heute noch produziert die Manufaktur Griebel Gartenzwerge. Mittlerweile sind es jährlich etwa 5.000 Stück und die Nachfrage ist weiterhin groß. Bis ein Gartenzwerg komplett fertig ist, dauert es zehn Tage. Wer sich einen echten Gartenzwerg aus Ton als Gartendekoration für die Terrasse* kauft, sollte diesen nicht direkt auf den Boden stellen. Kommt der Ton zu viel in Kontakt mit Wasser, besteht die Gefahr, dass das Material porös wird. Und ein Tipp der Nanologen: Ein beseelter Gartenzwerg braucht in jedem Fall einen Namen, damit er die in ihm steckende Freundlichkeit auch voll entfalten kann. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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