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Das Buch von guter Speise: Das steht im ersten deutschen Kochbuch

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Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen ist ein handschriftlich verfasstes Kochbuch auf einem Tisch, auf dem ein Holzlöffel liegt. Daneben liegen Walnüsse und ein aufgeschlagenes Ei mit Mehl (Symbolbild).
Das „Buch von guter Speise“ ist das erste in deutscher Sprache verfasste Kochbuch (Symbolbild). © Erwin Wodicka/Imago

Das Kochbuch von guter Speise half vor allem angehenden Köchen im Mittelalter mit leichten und schweren Rezepten, sich besser zurechtzufinden.

München – Kochbücher gibt es mittlerweile viele, selbst gute Köchinnen und Köche verlieren da schon mal den Überblick. Ein Blick zurück in die Vergangenheit zeigt, dass Kochbücher früher wahre Luxusware waren. Als sich im mittelalterlichen Europa so langsam die deutsche Sprache entwickelt, entstehen mit dieser sprachlichen Revolution in Kombination mit Pergament und Feder auch die ersten Bücher. So zum Beispiel das „Buch von guter Speise“, auch Würzburger-Kochbuch genannt.

Das Buch von guter Speise: So kochten die Menschen im Mittelalter

Zu Beginn muss klar sein, dass das „Buch von guter Speise“ nicht mit heutigen Kochbüchern zu vergleichen ist. Es entstand etwa um 1350, zu einer Zeit, zu der kaum ein Mensch lesen oder schreiben konnte. Als Teil der sogenannten Würzburger Liederhandschrift war es zudem noch nicht mal ein eigenständiges Kochbuch. So ist auch der Autor des Kochbuchs unbekannt, da die Liederhandschrift von verschiedenen Personen verfasst wurde. In Auftrag gab das Schriftstück damals Michael de Leone, der mithilfe ihm untergeordneter Schreiber das Werk vervollständigte und korrigierte.

Das „Buch von guter Speise“, auf Mittelhochdeutsch „buoch von guoter spîse“, besteht aus zwei Teilen und umfasst stolze 101 Rezepte. Eine nicht unerhebliche Leistung für damalige Verhältnisse. Kein Wunder, dass das Buch zahlreiche Nachahmer hatte, in denen die Verfasser die ursprünglichen Rezepte nur leicht abänderten. Im ersten Teil finden im „Buch von guter Speise“ 55 Rezepte Platz, Sinn für Humor aber auch. Denn zwei Rezepte gelten als Scherzrezepte. Im zweiten Teil sind dann weitere 44 Rezepte zu finden.

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Das Buch von guter Speise: Der Aufbau und die Ausrichtung

Schon beim Blick auf die Zutaten wird schnell klar: Die Rezepte richteten sich an den Adel und die wohlhabendere Oberschicht. So empfiehlt der Autor unter anderem Gewürze, die sich Bauern und andere Menschen früher nicht leisten konnten. Safran, Pfeffer, der heutzutage auch als Waschmittel dient*, Nelken und Zucker waren damals noch ein rares Gut, das auch Adelige nicht jeden Tag zur Verfügung hatten. Auch waren manche Gerichte nur dem Adel vorbehalten, wie zum Beispiel Rebhuhn oder Fasan.

Die beiden Teile des „Buchs von guter Speise“ sind wie folgt aufgebaut:

Das „Buch von guter Speise“ ist also noch mal deutlich kryptischer verfasst als beispielsweise das „Augsburgische Kochbuch“ oder das „Saltzburgische Kochbuch“. In den letzten beiden sind die Rezepte schon wesentlich präziser verfasst und es gab mehrere Exemplare. Das „Buch von guter Speise“ ist in gewisser Weise ihr Vorläufer, der erste Versuch im Mittelalter, die Küchenordnung festzuhalten für die Nachwelt. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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