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Das Augsburgische Kochbuch: Darum war Resteverwertung damals schon wichtig

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Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen ist ein Nudelholz, das auf einem aufgeklappten, alten Kochbuch liegt (Symbolbild).
Das Augsburgische Kochbuch erschien 1787 (Symbolbild). © A. Schauhuber / Imago

Das Augsburgische Kochbuch war ein voller Erfolg im 18. Jahrhundert. In ihm stehen Rezepte mit Laubfröschen und Eiern, aber auch Tipps zur Resteverwertung.

München – Kochen war damals für die meisten Menschen kein Hobby oder Entspannung, sondern tägliche Pflicht, um hungrige Mäuler zu füttern. Doch auch im 18. Jahrhundert legten die oberen Klassen bereits wert auf gute Speisen. Besonders Augsburg war für seine exzellente Küche zu dieser Zeit bekannt. Kein Wunder also, dass auch hier eines der ersten Kochbücher entstand. Geschrieben von Sophie Juliane Weiler, revolutionierte das Kochbuch die damalige Küche.

Das Augsburgische Kochbuch: Deswegen kamen auch Laubfrösche auf den Teller

Sophie Juliane Weiler ist wahrlich eine herausragende Person gewesen. Sie war nicht nur Autorin des Augsburgischen Kochbuchs, sondern auch überzeugte Protestantin und Mutter von 15 Kindern, wovon vier früh starben. Am 14. Januar 1750 kam Sophie Juliane Gestenhof in Obersontheim zur Welt, wo sie am 23. Februar 1768 den Diakon Johann Daniel Gotthilf Weiler heiratete. Johann Weiler wird 1772 der erste Diakon an der Barfüßerkirche in Augsburg, weswegen die Familie umzog. Ihren großen Erfolg feierte Sophie Juliane Weiler dann 1787, als sie ihr Augsburgisches Kochbuch veröffentlichte. Das Buch war vielen Menschen bekannt, sodass eine zweite Auflage bald folgte. Am 21. Oktober 1810 starb die Autorin in Augsburg.

Über ihr Kochbuch sagte sie einst: „Halbgemachte Werke dieser Art sind schon genug in der Welt, denen man das Gepräge der Eilfertigkeit, oder der Unthunlichkeit bey der Ausführung der Kochvorschriften, nicht wegwischen kann. Aber ein recht gutes, brauchbares, allgemeinverständliches, treu und genau anweisendes, und doch nicht allzuweitläuftiges Kochbuch für höhere und geringere Personen, so eins wünschte ich.“

Das Augsburgische Kochbuch: Resteverwertung und sparsames Kochen

Im Gegensatz zur damals üblichen ausgeschmückten und verschwenderischen Schauküche, wie sie laut dem Bayerischen Rundfunk (BR) im 18. Jahrhundert modern war, konzentriert sich Weiler schon damals auf Aspekte wie Wiederverwertung, Haltbarmachung und Resteverwertung. Weiler hatte zwei Vorteile beim Verfassen ihres Kochbuchs: Zum einen war Augsburg über die Landesgrenzen bekannt als kulinarischen Zentrum, aber auch als Verkehrsknotenpunkt und gesellschaftliches Zentrum im Rokoko-Stil*. Zum anderen suchte sich Weiler einen für damalige Verhältnisse starken, katholischen Verlag aus, mit dem sie einen für viele Menschen bezahlbaren Preis pro Buch aushandelte.

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Das Augsburgische Kochbuch: Das gabs zu essen

Die Küche der Augsburger war durchaus auch für damalige Verhältnisse schon exquisit. So waren Gewürze wie Zimt, aber auch Zitronen, Mandarinen und Ingwer nicht selten in Speisen verarbeitet. Dennoch hält das Augsburgische Kochbuch einige Gerichte bereit, die heutzutage etwas Irritation oder sogar Ekel hervorrufen:

Vielleicht trifft das Augsburgische Kochbuch nicht mehr ganz unseren heutigen Geschmack, doch ein Blick in das alte Buch zu werfen, lohnt sich allemal. Das können Sie direkt hier. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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