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Alraune: Zauberpflanze und tödliche Wurzel

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Von: Franziska Irrgeher

Eine Alraunenwurzel liegt auf nasser Erde.
Alraunen existieren nicht nur in Geschichten (Symbolbild). © IMAGO / blickwinkel

Die Sagen, die sich um die Alraune ranken, sind alt und ähneln sich alle. Nicht nur die Entstehung der Pflanze erscheint magisch, auch ihre Verwendungsmöglichkeiten. Recht giftig ist sie zudem.

München – Ob Alraune, Mandragora oder Mandrake in alten englische Texten: Die Alraune ist wohl eine der bekanntesten und gefürchtetsten Zauberpflanzen überhaupt. Sie kommt bei Harry Potter und in Filmen wie Pans Labyrinth vor. Immer ist sie mit Gefahr verbunden und das aus gutem Grund.

Alraune: Zauberpflanze mit tödlicher Wirkung

Ob als Zutat für Zaubertränke, für ewigen Reichtum oder einfach als Heilpflanze – die Alraune findet Einzug in Filme, Bücher, mittelalterliche Rollenspiele und vieles mehr. Bei der Gemeinen Alraune (Mandragora officinarum) handelt es sich um eine Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse. Das alleine ist schon ein Hinweis darauf, wie giftig sie sein kann.

Schon in der Antike galt die Mandragora als Zauberpflanze, dabei ist ihr Erscheinungsbild oberhalb der Erde wenig spektakulär. Sie sieht fast ein Bisschen aus wie ein Kohl mit violetten Blüten. Der wahre Schatz verbirgt sich aber unterirdisch, denn die Alraunen-Wurzeln sehen in ihrer Wuchsform gerne mal aus wie kleine Menschen. Kein Wunder also, dass die Pfahlwurzeln für reichlich Gesprächsstoff und viele abenteuerliche Geschichten gesorgt haben.

Alraune: Vorkommen, Wirkung und Gefahren

Die Alraune kommt im Mittelmeerraum natürlich vor, es gibt sie aber auch als Topfpflanze bei uns zu kaufen. Sie mag Ödland und sandige, trockene Böden. Carl von Linné hat die Pflanze im Jahr 1753 beschrieben, weit davor gab es aber schon nicht-wissenschaftliche Texte über sie. Alraunen enthalten Alkaloide. Die Pflanze kann aphrodisierend wirken, ebenso schmerzstillend und als Narkotikum dienen. Auch halluzinogene Wirkungen sind möglich.

Halluzinationen können aber auch bei einer Vergiftung auftreten, zusammen mit Mundtrockenheit, geweiteten Pupillen, hohem Puls und weiteren Symptomen, ähnlich wie bei Atropa Belladonna (Tollkirsche). Schlimmstenfalls kommt es auch zum Koma mit Atemlähmung und anschließendem Tod. In der Homöopathie findet die Alraune noch stark verdünnt Anwendung bei Depression, Schlaflosigkeit und Asthma sowie Gelenkschmerzen.

Alraune: Geschichten über ihre Entstehung und Ernte

Während die tatsächliche Wirkung der Alraune von spannend bis grausam reicht, sind vor allem die Geschichten zu der unscheinbaren Pflanze interessant. Denn eine Alraunenwurzel einfach zu ernten, geht nicht. Dafür braucht man schon Hunde. Aber erstmal muss sie überhaupt entstehen:

Alte Buchseite mit einem Alraunmännchen, das von einem braunen Hund herausgezogen wird.
So hat man sich die Ernte einer Alraune vorgestellt (Symbolbild). © IMAGO / KHARBINE-TAPABOR

Um der Hölle nach dem Tod zu entgehen, sollte die Pflanze zudem noch vor dem Ableben an die Nachkommen vererbt werden. Bei Goethes Faust kommt sie ebenso vor wie bei The Witcher. Wenn auch bedeutend unspektakulärer und ohne Tierquälerei.

Die Mandragora ist vielleicht die bekannteste Zauberpflanze, aber ganz sicher nicht die einzige, der faszinierende Fähigkeiten zugeschrieben werden. Und auch nicht die einzige Pflanze, um die sich Sagen ranken. Dazu gehört etwa auch der Holunder.

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