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Ältestes Kochbuch: So ausgefallen kochten Menschen im 3. Jahrhundert

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Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen ist die Nahaufnahme eines hölzernen Nudelholzes, das auf einem aufgeschlagenen Kochbuch liegt (Symbolbild).
Vom ältesten erhaltenen Kochbuch „De re coquinaria“ gibt es nur noch zwei Fassungen (Symbolbild). © Alfred Schauhuber/Imago

Das älteste erhaltene Kochbuch, „De re coquinaria“, zeichnet sich durch recht einfach gehaltene, informative, aber auch kuriose Rezepte aus.

München – Früher wurde anders gekocht, das ist klar. Die verfügbaren Lebensmittel waren größtenteils andere, es gab weniger oder nichts aus Übersee und oftmals galt das Kochen in der Spätantike dem puren Überleben. Doch auch in dieser Zeit machten sich einige Menschen bereits Gedanken über die Zusammensetzung von Speisen. Im ältesten erhaltenen Kochbuch „De re coquinaria“, übersetzt „Über die Kochkunst“, lesen Hobby-Köche und Hobby-Köchinnen heute noch von den Essgewohnheiten in der Antike.

Ältestes Kochbuch: So ausgefallen kochten Menschen im 3. Jahrhundert

Der genaue Zeitpunkt, zu dem „De re coquinaria“ erschienen ist, ist bis heute nicht klar. Expertinnen und Experten schätzen die erste Version des ältesten erhaltenen Kochbuchs auf das 3. oder 4. Jahrhundert. Einen Autor oder eine eindeutig identifizierbare Autorin suchen Leserinnen und Leser ebenfalls vergeblich, vielmehr handelt es sich bei dem Kochbuch vermutlich um eine Sammlung von Rezepten verschiedener Herkunft. So ist gut möglich, dass mehrere Personen damals über mehrere Jahre ihre Rezepte sammelten und zusammentrugen. Als Verfasser ist zwar der Name Caelius Apicius überliefert, diesen Namen trugen damals jedoch einige Köche.

Zu sehen ist die Nahaufnahme eines hölzernen Nudelholzes, das auf einem aufgeschlagenen Kochbuch liegt (Symbolbild).
Vom ältesten erhaltenen Kochbuch „De re coquinaria“ gibt es nur noch zwei Fassungen (Symbolbild). © Alfred Schauhuber/Imago

Die Fassung, die Gärtnerinnen und Gärtner heutzutage noch kaufen können, stammt aus einer karolingischen Handschrift im 9. Jahrhundert. Von ihr gibt es noch genau zwei Exemplare, eines davon liegt im Vatikan. Die Rezepte im „De re coquinaria“ richten sich größtenteils an wahre Kochprofis. Oftmals sind die Anleitungen so kurz wie möglich gehalten, Mengenangaben gibt es selten und die meiste Zeit gehen die Autoren und Autorinnen offenbar davon aus, dass die Lesenden bereits ausgebildet und wissend in ihrem Fach sind.

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Ältestes Kochbuch: Rezeptauswahl mit kuriosen Ausbrechern

Allgemein stecken im ältesten erhaltenen Kochbuch „De re coquinaria“ recht einfache Rezepte. So finden Köchinnen und Köche beispielsweise Anleitungen für die Zubereitung folgender Leckereien:

An einigen Stellen bietet das Kochbuch jedoch auch Einblick in eher ungewöhnliche Essgewohnheiten aus dem 3. Jahrhundert. So leiten die Verfasser an, wie die Zubereitung von Sauzitzen funktioniert und schildern, wie sich Schweinswurst gefüllt mit Siebenschläfer herstellen lässt. Ähnlich wie etwa „Das Buch von guter Speise“, was allgemein als erstes deutsches Kochbuch gilt, gibt es also auch bei diesem lateinischen Werk immer wieder exotischere Gerichte zu entdecken.

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