Umstrittene Heckenpflanze

Kirschlorbeer Genolia und Novita: Wichtige Tipps zum Pflanzenabstand und zur Blüte im Garten  

  • Anna Katharina Küsters
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Sie gilt als besonders robust und schnell wachsend. Der Kirschlorbeer ist als Heckenpflanze immer beliebter geworden. Umweltschützer sehen das jedoch kritisch.

  • Der Kirschlorbeer ist bei Gartenbesitzern umstritten: Die einen lieben die immergrüne Pflanze, die anderen verbannen sie aus ihrem Garten
  • Für eine Hecke eignet sich je nach Anspruch an die Hecke am besten die Sorten Genolia und Novita
  • Wer eine Kirschlorbeerhecke pflanzt, sollte den Abstand zwischen den Pflanzen an der gewünschten Dichte der Hecke bemessen

Bremen – Am Kirschlorbeer spalten sich die Geister. Auf der einen Seite ist die immergrüne Pflanze extrem pflegeleicht und wächst schnell zu einer blickdichten Hecke heran. Auf der anderen Seite ist sie keine heimische Pflanze, vermehrt sich fast unkontrolliert schnell und scheint wenigen Tieren einen Mehrwert zu bieten. Die Pflanze wächst meist als Strauch und nicht als Baum im Garten und macht sich gut neben Beeten mit Lavendel, Stauden oder Bambus.

Kirschlorbeerhecke: Eine umstrittene Pflanze aus Kleinasien

Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) ist ein Vetter der Kirsche und nicht mit dem echten Lorbeer verwandt. Treffender ist deshalb eigentlich die Bezeichnung Lorbeerkirsche, aber Kirschlorbeer hat sich im Volksmund durchgesetzt. Vornehmlich bekannt als pflegeleichtes, immergrünes Heckengewächs, hat er noch weitere Vorzüge: Von Mai bis Juni trägt der Kirschlorbeer weiße kleine Blüten. Von den im August und September reifenden erbsengroßen Beeren, die lila-schwärzlich leuchten, ernähren sich Amseln und Drosseln. Außerdem besitzt dieses bis zu vier Meter hohe Gewächs extraflorale Nektardrüsen, die als rotbraune Flecken an der Unterseite der Blätter erkennbar sind.

Mit seinen glänzenden, ledrigen Blättern nutzen ihn Gärtnerinnen und Gärtner gern als Hecke, er bietet sich aber gleichermaßen als Solitärgehölz neben anderen Bäumen an. In kälteren Lagen in Verbindung mit Wintersonne und scharfen Ostwinden ist der Kirschlorbeer im Gegensatz zum Bambus frostgefährdet. Von Mai bis Juni trägt der Kirschlorbeer weiße kleine Blüten. Neben blau-lila blühendem Lavendel ergibt dies ein schönes Bild im Garten.

Kirschlorbeerhecke: Vorsicht beim Pflanzen der Hecke

Neben den positiven Eigenschaften des Kirschlorbeers müssen Gärtnerinnen und Gärtner jedoch auch immer die Giftigkeit der Pflanze bedenken. In den Samen und Blättern befinden sich sogenannte cyanogene Glykoside. Aus diesen bildet sich nach dem Zerkauen im Magen giftige Blausäure. Das Fruchtfleisch der Beeren enthält nur wenig Glykoside. Gefährlich wird es laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), wenn beispielsweise Kinder die Samen der Beeren oder Blätter kauen und herunterschlucken. Auch wenn es glücklicherweise nur selten zu ernsthaften Vergiftungen kommt, ist ein Arztbesuch dann Pflicht. Tieren kann der Kirschlorbeer ebenfalls schaden und hat auf Pferdekoppeln sowie Schafs- und Kuhweiden nichts verloren. Dort sollte lieber Bambus und Lavendel oder ein anderer Baum wachsen.

Hinzu kommt, dass der Kirschlorbeer als potenziell invasiven Neophyten gilt. Das heißt, als gebietsfremde Pflanze, die sich mit verschleppten Samen durch Vögel in heimischen Wäldern verbreitet und dort hiesigen Gewächsen den Lebensraum nimmt. Diese Art der Verbreitung ist aber nur schwer zu unterbinden.

Kirschlorbeerhecke: Die richtige Sorte für eine Kirschlorbeerhecke

Im Laufe der Jahrhunderte sind verschiedenste Sorten des Kirschlorbeers nach Europa gekommen. Laut t-online sind das unter anderem:

Herbergii

Mount Vernon

Mano

Rotundifolia

Zabeliana

Genolia

Novita

Caucasia

Etna


Wer eine schmale Kirschlorbeerhecke im Garten wünscht, ist mit der Sorte Genolia gut bedient. Jährlich legt sie etwa 20 Zentimeter bis 40 Zentimeter in der Höhe zu und erreicht damit eine Größe von 2,5 Metern bis 4 Metern. Manch ein Baum erreicht diese Höhe nicht. In die Breite geht die Pflanze dabei aber nur etwa einen Meter. Sie bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen, windgeschützten Standort.

Die Sorte Novita zeichnet sich durch ihren aufrechten und breitbuschigen Wuchs aus. Ihr kraftvolles Erscheinungsbild verdankt sie ihrer hohen Wachstumsgeschwindigkeit von bis zu 50 Zentimetern jährlich. Aufgrund ihrer Wuchshöhe zwischen 250 Zentimetern und 300 Zentimetern, aber vor allem wegen ihrer Wuchsbreite von bis zu 180 Zentimetern eignet sie sich für größere Gärten beziehungsweise Heckenanpflanzungen mit ausreichendem Platzangebot in voller Sonne bis Schatten, ebenfalls windgeschützt. Kombiniert mit Bambus entsteht so eine blickdichte Hecke.

Kirschlorbeerhecke: So viel Abstand und Schnitt muss sein

Der passende Pflanzabstand hängt von der Beharrlichkeit des Gärtners ab. Bei einer Pflanzenhöhe von etwa 50 Zentimetern sollten Gartenfans zwei bis drei Pflanzen pro Meter einkalkulieren. Sind die Pflanzen kleiner oder soll die Hecke möglichst schnell blickdicht sein, können Gärtnerinnen und Gärtner die Anzahl auch auf drei bis vier Pflanzen pro Meter erhöhen. Soll die Kirschlorbeerhecke als Grundstücksgrenze dienen, sollten sich Gartenfreunde vorher bei der Stadt oder Kommune erkundigen, welche Abstände zu Nachbargrundstücken einzuhalten sind. Dies gilt auch für die Pflanzung von Bambus oder einem großen Baum.

Der Kirschlorbeer ist grundsätzlich gut schnittverträglich. Wer ihn in Form bringen möchte, sollte allerdings statt zur Heckenschere zur Hand- oder Astschere greifen. Heckenscheren beschädigen die immergrünen Blätter und hinterlassen neben braunen Wundrändern einen allgemein ausgefransten Eindruck. Um ein natürliches Wuchsbild zu erhalten, sollten Gartenfreunde möglichst nur einzelne Triebe herausschneiden – optimalerweise so tief, dass die Schnittstelle von Blättern bedeckt ist.

Kirschlorbeerhecke: Keine besonderen Ansprüche an den Boden

Der Kirschlorbeer ist bei der Wahl des Bodens nicht nur anspruchslos, sondern sogar anpassungsfähig. Gedeiht er gerne in nährstoff- und humusreichen Grund, kommt er aber auch ohne größere Probleme mit einfachen Sandböden zurecht. Nur nasse und stark verdichtete Böden machen ihm zu schaffen: erst werden die Blätter des eigentlich immergrünen Busches gelb und stirbt ab. Dann macht die Pflanze auch neben Bambus und Lavendel keine ansehnliche Figur mehr im Garten.

Rubriklistenbild: © Andrea Warnecke/dpa-tmn/dpa

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