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Kauliflorie: So schaffen es Pflanzen, ihre Blüten zu schützen

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Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen ist der Stamm einer Goethepflanze, an dem eine rötliche, filigrane Blüte wächst (Symbolbild).
Die Blüten der Goethepflanze wachsen direkt am Stamm (Symbolbild). © imagebroker / Imago

Kauliflorie tritt in der Regel bei Pflanzen in den Tropen auf, doch manchmal lässt sie sich auch hier beobachten. Dabei erfüllt das Phänomen einen sinnvollen Zweck.

München – Die Kauliflorie hat nichts mit dem englischen „cauliflower“, also Blumenkohl zu tun. Sie ist ein biologisches Phänomen, das nur bei wenigen Pflanzen auftritt. Für Gartenfreunde ist es daher umso spannender, die besondere Art und Weise des Blüten- und Fruchtwachstums zu beobachten.

Kauliflorie: An diesen Pflanzen können Sie das Phänomen beobachten

In den Genuss, das Phänomen der Kauliflorie zu beobachten, kommen nur recht wenige. Denn es beschränkt sich auf einzelne Pflanzenarten. Der Begriff leitet sich von zwei lateinischen Wörtern ab. Caulis bedeutet Stamm und floris Blüte. Beim Phänomen der Kauliflorie wachsen also die Blüten und Früchte einer Pflanze direkt am verholzten Stamm, statt wie sonst an einem Zweig oder Stängel. Unter die sogenannte Stammblütigkeit fällt auch die Ramiflorie, bei der die Blüten und Früchte direkt am Ast wachsen.

Das Phänomen der Kauliflorie tritt in der Regel nur bei tropischen Pflanzen auf. Das liegt unter anderem daran, dass es in den Tropen teilweise zu starken Regenfällen kommt. Unter diesen Bedingungen können sich filigrane Blüten an kleinen Zweigen nicht gut halten. Wachsen sie jedoch direkt am Stamm, sind sie wesentlich robuster. Neben dem besseren Halt am Stamm sind die Blüten auch durch die Blätter der Baumkrone geschützt, sodass allzu starker Regen gar nicht bis zu ihnen gelangt.

Kauliflorie: Pflanzen, die ihre Blüten an den Stämmen tragen

Eine Ausnahme unter den Pflanzen, an denen Kauliflorie auftritt, ist der Echte Seidelbast. Er ist keine tropische Pflanze, an ihm ist das Phänomen dennoch beizeiten zu beobachten.

Ansonsten sehen Gartenfreunde Kauliflorie bei folgenden Pflanzen:

Neben dem besseren Schutz liefert die Kauliflorie aber auch noch weiter Vorteile für die Pflanze selbst und für Tiere. Denn aufgrund des ungewöhnlichen, aber auch präsenteren Wachstumsortes kommen auch größere Tiere an die Blüten heran. So tragen beispielsweise dann auch Fledermäuse zur Bestäubung bei. Die Vermehrung der Pflanzen ist also abgesichert und die Tiere erhalten mehr Nahrung.

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