Nahaufnahme lila bodennahe Blume.
+
Polster-Phlox (Phlox subulata) ist ein Kaltkeimer (Symbolbild).

Winter im Garten

Kaltkeimer aussäen: Aus diesen Gründen brauchen die Samen frostige Zeiten

  • Stephanie Drewing
    vonStephanie Drewing
    schließen

Für Kaltkeimer sind frostige Temperaturen unabdingbar, um zu wachsen. Das macht sie so interessant für eine Aussaat im Winter.

München – Viele der heimischen Pflanzen sind Kaltkeimer, das heißt, das Saatgut ist direkt nach der Ernte nicht noch nicht wieder keimfähig. Manche Stauden fordern große Geduld, da sie sich sogar bis zu zwei Jahre bis zur Keimung nehmen und erst nach weiteren vier Jahren zeigt sich eine erste Blüte.

Kaltkeimer aussäen: Tipps und Sortenübersicht

Früher wurden Kaltkeimer auch „Frostkeimer“ genannt, und sie sollten im Herbst oder Winter ausgesät werden, da sie nach der Aussaat einen Kältereiz brauchen, um zu keimen. Im Saatgut sind ein austriebhemmendes und -förderndes Pflanzenhormon enthalten: In den frisch gereiften Samen dominiert das Hormon, das die sofortige Keimung verhindert. Erst wenn es kühler wird, steigt der Anteil des keimfördernden Hormons.

Mittlerweile werden unter dem Begriff “Kaltkeimer” die Frostkeimer und Kühlkeimer zusammengefasst. Frostkeimer benötigen, wie der Name schon sagt, einige Zeit Frost, um die Samenruhe zu durchbrechen. Während Kühlkeimer es einfach nur ein wenig kühler brauchen.

Kaltkeimer aussäen: Schnelle Sorten

Diese Sorten können bereits Januar bis Anfang März ausgesät werden und blühen meist schon im ersten Jahr:

  • Frauenmantel (Alchemilla mollis)
  • Federgras (Stipa gigantea, S. pennata, S. capillata)
  • Iris (Iris clarkei, I. setosa, I. ensata)
  • Wolfsmilch (Euphorbia nicaeensis, E. characias, E. corollata)
  • Roter Sonnenhut (Echinacea ­purpurea, E. pallida, E. tenessensis)
  • Bartfaden (Penstemon)
  • Mädchenauge (Coreopsis major)
  • Witwenblume (Knautia macedonica)

Kaltkeimer aussäen: Langsame Sorten

Bei diesen Sorten benötigen Sie viel Geduld, da sie erst nach ein paar Jahren blühen:

  • Lenzrosen, Christrosen, Nieswurz (Helleborus-Arten)
  • Pfingstrosen (Paeonia-Arten)
  • Dreiblatt (Trillium-Arten)
  • Fieberwurz (Triosteum-Arten)
  • Trollblume (Trollius europaeus)
  • Duftveilchen (Viola odorata)
  • Enzian (Gentiana-Arten)
  • Eisenhut (Aconitum-Arten)
  • Dreiblattspiere (Gillenia trifoliata)
  • Amsonie (Amsonia tabernaemontana)
  • Indigo-Lupine (Baptisia australis)

Viele Kaltkeimer benötigen Frostzeiten von vier bis fünf Wochen, bis sie zu keimen beginnen, schreibt Merkur.de*. Es gibt auch Kaltkeimer, wie Phlox, Schwertlilien (Iris) oder Trollblumen, die Sie bereits im Spätherbst aussäen können.

Kaltkeimer aussähen: Tipps zur Aussaat

Die wichtigsten Tipps, die Sie bei der Aussaat von Kaltkeimern berücksichtigen sollten:

  • In Büchern wird oft empfohlen, hartschalige Samen anzupfeilen oder anzuritzen, um deren Keimruhe zu verkürzen. Dabei verletzt man allerdings leicht den Embryo. Einfacher und sicherer ist ein Bad in warmem (nicht heißem!) ­Wasser oder Kamillentee, in dem die ­Samen 24–48 Stunden quellen und anschließend sofort gesät werden.
  • Säen Sie Kaltkeimer in saubere ­Blumentöpfe. In flachen Aussaatsschalen entwickeln sich die Pflänzchen nicht richtig, weil viele Arten schon als Keimlinge lange Wurzeln in die Tiefe schicken. Eine Bodenschicht aus Perlite, Blähton oder Bims erleichtert das Entwirren der Wurzeln beim Austopfen.
  • Füllen Sie den Topf mit krümeliger, leicht feuchter Aussaaterde, stoßen Sie ihn sanft auf, damit sich Luftlöcher schließen, und streichen Sie die Erde glatt. Verteilen Sie die Samen nicht zu dicht, um Pilzkrankheiten vorzubeugen. Mit einer Holzscheibe drücken Sie die Samen in die Erde.
  • Den entstehenden Rand füllen Sie mit Quarzsand auf. Der Sand trocknet nach Regen schnell, sodass darauf kaum Moos und Unkraut wächst. Ein zweiter guter Grund für Quarzsand: Mit ihm können Gärtner und Gärtnerinnen sowohl Licht- als auch Dunkelkeimer abdecken.
  • Gießen Sie die fertige Aussaat mit ­feiner Brause an. Dann stellen Sie die Töpfe ein bis zwei Tage in eine Schale mit Wasser, bis sich die Erde vollgesogen hat.
  • Ab in die Kiste heißt es dann an einem frostfreien Tag. Ein Frühbeetkasten an halbschattiger Stelle im Garten ist der richtige Platz. In einer zehn Zentimeter starken Sandschicht lassen sich die Töpfe stabil versenken, ein aufgelegter Gitterrahmen schützt die Saaten vor Vögeln.
  • Nach ihrem Umzug ins Frühbeet ­sollte die Erde immer leicht feucht gehalten werden. Unkraut schneiden Sie mit einem kleinen Küchenmesser ab. Es herauszuzupfen schadet den Kaltkeimer-Samen.
  • Sobald die Samen im Frühling keimen, bewahren Sie die kleinen Pflänzchen mit Frühbeetfenstern oder Vlies vor ­strengen Frösten und schattieren sie bei praller Sonne.
  • Wenn der Topf zu eng wird, werden die Pflänzchen in neue Töpfe (Ø sieben bis zehn Zentimter) und ­frische Erde ­gesetzt.

Um sicherzugehen, welche Pflanzen Kaltkeimer sind und wann diese am besten ausgesät werden sollten, lesen Sie immer die Angaben auf dem Samentütchen. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare