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Jakobskreuzkraut: So gefährlich ist die Pflanze für Ihre Haustiere

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Von: Anna Katharina Küsters

Jakobskreuzkraut ist seit einiger Zeit im Garten und auf Weiden auf dem Vormarsch. Die Pflanze ist hochgiftig und lässt sich schnell mit bekannteren Pflanzen verwechseln.

Münster – Im Sommer freuen sich wahre Gartenfans wahrscheinlich über jede noch so kleine Blume, die bei ihnen im Garten blüht. Bei vielen Exemplaren ist das auch kein Problem, doch manchmal mischen sich auch giftige Pflanzen wie etwa das Jakobskreuzkraut unter die Gartenbepflanzung. Das Jakobskreuzkraut ist besonders für Haustiere gefährlich.

Jakobskreuzkraut: So gefährlich ist die Pflanze für Ihre Haustiere

Viele Pflanzen im Garten sind entweder zum Teil oder in jedem ihrer Teile giftig. Das heißt natürlich nicht, dass sie deswegen keinen Platz mehr im Garten finden sollten, denn die Giftpflanzen bringen viele Vorteile mit sich. Es ist nur sehr wichtig, dass Gärtnerinnen und Gärtner es wissen, wenn sie solche Exemplare im Beet haben. Das trifft auch auf das Jakobskreuzkraut zu. Es blüht wunderbar gelb und färbt den Garten, doch für Tiere ist es hochgiftig.

Das vielleicht Verwunderlichste an dieser Pflanze ist, dass sie im Gegensatz zu vielen anderen Giftpflanzen kein Neophyt ist. Das bedeutet, sie ist hierzulande heimisch und keine eingeschleppte Neuerscheinung. Problematisch ist allerdings, dass das Jakobskreuzkraut im Gegensatz zu früheren Vegetationsperioden sich mittlerweile stark und schnell verbreitet. Laut der Landwirtschaftskammer NRW breitet sich das Jakobskreuzkraut besonders auf folgenden Flächen aus:

Das bedeutet, besonders auf Weiden sind Pferde und andere Nutztiere gefährdet. Denn sie fressen das Kraut gerne und das kann unter Umständen tödlich für sie enden.

Zu sehen sind viele gelb blühende Blüten des Jakobskreuzkrauts (Symbolbild).
Jakobskreuzkraut hat unterschiedlich viele Blätter pro Blüte (Symbolbild). © Manfred Ruckszio/Imago

Jakobskreuzkraut: Das macht das Kraut so giftig

Äußerlich lässt sich kaum erahnen, dass das Jakobskreuzkraut so gefährlich ist. Lediglich seine knallgelbe Farbe weist warnend darauf hin, dass sie Pflanze giftig sein könnte. In ihren Adern fließen jedoch verschiedener Pyrrolizidin-Alkaloide, die bei Verzehr schwere Schäden an der Leber hervorrufen. Einmal gegessen, lagern sich die Giftstoffe mit der Zeit in der Leber an, wodurch häufig eine chronische Erkrankung entsteht. Der Landwirtschaftskammer NRW nach sind von schweren Verläufen vor allem Pferde und Rinder betroffen, Schafe und Ziegen eher seltener.

Dabei ist das Jakobskreuzkraut nicht nur im frischen Zustand giftig. Auch nach Lagerung und Trocknung enthält es seine giftigen Inhaltsstoffe noch.

Jakobskreuzkraut: So entfernen Sie die Pflanze

Haben Gartenfreunde Jakobskreuzkraut in ihrem Garten entdeckt, sollten sie dieses lieber entfernen und so dessen Ausbreitung verhindern. Dafür muss laut dem Bayerischen Rundfunk (BR) jeder Teil der Pflanze fort. Bleibt nur ein kleiner Teil der Wurzel zurück, reicht der Pflanze das zur Vermehrung. Der komplette Stiel mit Wurzel muss also weichen. Die Reste verbrennen Gartenfans am besten oder stecken sie in den Restmüll. Keinesfalls dürfen sie auf dem Kompost landen, dann entsteht dort in kürzester Zeit eine Jakobskreuzkraut-Farm.

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Jakobskreuzkraut: Verwechslunsgefahr

Wer sich unsicher ist, ob er das Jakobskreuzkraut im Garten hat, sollte es auf keinen Fall probieren. Denn Gärtnerinnen und Gärtner verwechseln die Pflanze schnell mit Johanniskraut. So unterscheiden sich die beiden Pflanzen:

Zu sehen sind mehrere Blüten des gelb blühenden Joahnniskrauts (Symbolbild).
Johanniskraut hat immer fünf Blätter pro Blütenkopf (Symbolbild). © Michael Kristen/Imago

Insgesamt sind in Deutschland 30 Kreuzkrautarten bekannt, die meisten davon sind giftig. Jakobskreuzkraut bildet laut der Landwirtschaftskammer NRW im ersten Jahr lediglich eine Rosette und blüht erst im zweiten Jahr. Seinen Namen hat das Kraut seiner Hauptblütezeit zu verdanken, die im Juli ist und auf den Namenstag des Heiligen Jacobi fällt. Seine Samen verbreitet der Wind, ähnlich wie beim Löwenzahn. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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