Baum des Jahres 2021

Beliebte Stechpalme: Wie die immergrünen Sträucher Ihren Garten verschönern

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Im Sommer eine blickdichte Hecke, zur Weihnachtszeit bezaubernder Naturschmuck und obendrein für Vögel gut: Die immergrüne Stechpalme ist ein gern gesehener Bewohner im eigenen Garten. 

  • Stechpalmen sind sowohl im Sommer mit ihren Blüten als auch im Winter mit ihren roten Beeren ein Hingucker

  • Stechpalmen sind äußerst pflegeleicht: Sie brauchen weder zwingend Schnitt noch Dünger

  • Außerdem lassen sie sich gut in gemischte Vogelschutzhecken integrieren

Berlin – Die Familie der Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae) besteht aus den rund 400 verschiedenen Arten der Stechpalmen. Die Gewöhnliche Stechpalme (Ilex aquifolium) ist in den west-europäischen Breitengraden beheimatet, also ein heimisches Gewächs. Ihr ursprünglicher Lebensraum liegt in Nadel- und Laubwäldern, in denen sie unter Naturschutz steht und nicht entfernt werden darf.

Ilex: Gewöhnliche Stechpalme oder Japanische Stechpalme

Ebenfalls mehr und mehr in den heimischen Gärten zu finden ist der Japanische Ilex (Ilex crenata), umgangssprachlich auch als Berg-Ilex bekannt, da er in den Gebirgsregionen Japans beheimatet ist. Der Japanische Ilex sieht dem Buchsbaum zum Verwechseln ähnlich, weshalb ihn Gartenfreunde mittlerweile gerne als Alternative pflanzen. Vom Buchsbaum unterscheiden lässt er sich am ehesten an der Anordnung der Blätter: Der Ilex trägt seine Blätter wechselständig, der Buchsbaum gegenständig.

Ilex: Ohne Pärchen keine Beerchen

Nahezu alle Sorten der Stechpalmen sind zweihäusig. Das heißt, es gibt männliche und weibliche Pflanzen wie zum Beispiel auch bei der Kätzchenweide, Eibe oder Kiwi. Damit die weiblichen Pflanzen den attraktiven Beerenschmuck bilden können, brauchen sie zum Befruchten der Blüten einen männlichen Vertreter als Pollenspender in ihrer Nähe.

Gartenfreunde pflanzen ihre Ilexhecke oder einzelne Pflanzen optimalerweise an halbschattige bis schattige Standorte. Am besten gedeihen Stechpalmen auf humosen und leicht feuchten Sandböden. Lehmige, undurchlässige und kalkhaltige Böden sowie sonnige und trockene Plätze hingegen verträgt die Stechpalme nicht.

Ilex aquifolium und Ilex crenata freuen sich über viel Wasser. Bleiben ausreichend Niederschläge aus, greifen Gärtner bevorzugt zu Regenwasser, da es keinen Kalk enthält. Der Stechpalme kann es in strengen Wintern schon mal zu kalt werden. Um ihr die Kälte vom Leibe zu halten, wird das Erdreich entweder naturgemäß mit einer dicken Mulchschicht (Rinde, Laub) oder aber mit Frostschutzvlies aus dem Garten- oder Baumarkt abgedeckt. Als äußerst winterhart hat sich hingegen die Hybridzüchtung Ilex x meservae herausgestellt. Sie soll auch bei minus 20 Grad Celsius der Kälte trotzen können.

Ilex: So wird die Stechpalme gepflanzt und gepflegt

Zuerst spannen Gartenfreunde den Bereich, an dem später die Hecke den Garten verschönern soll, mit einer Schnur ab. Entlang dessen heben sie nun den Pflanzgraben aus. Dies geht auch ohne Schnur, aber wenn es wirklich gerade werden soll, empfiehlt sich dieser Zwischenschritt alle Male.

Der Pflanzabstand beträgt je nach der Größe der Stechpalmen zwei bis fünf Pflanzen pro Meter. Im Anschluss werden die Pflanzlöcher oder der Pflanzgraben mit der ausgehobenen Erde aufgefüllt. Wie auch Liguster, Kirschlorbeer und Thuja brauchen auch Stechpalmen nach der Pflanzung regelmäßig und ausreichend Wasser, um ein starkes Wurzelwerk bilden zu können. Der Baumarkt Hagebau rät bei Heckenanpflanzungen dazu, einen Gießrand um die einzelnen Heckenpflanzen anzuhäufen, der das Ablaufen des Gießwassers verhindern soll.

Die Ilexhecke ist genügsam, deshalb ist bei der Düngung weniger mehr. In der Regel reicht es, wenn Gärtnerinnen und Gärtner sie im Frühjahr zum Austrieb mit Kompost, Dung, Hornspänen oder einem mineralischen Dünger mit einem abgestimmten Stickstoffgehalt unterstützen.

Ilex: Ein Schnitt ist nicht unbedingt erforderlich

Da Stechpalmen nur langsam wachsen, ist ein Rückschnitt nicht unbedingt notwendig. Falls sich Gartenfreunde doch dazu entschließen, sollten sie zur manuellen Garten- und Heckenscheren greifen, um die Ilexblätter nicht zu beschädigen. Der optimale Zeitpunkt für einen leichten Pflegeschnitt ist vom Frühjahr bis zum frühen Sommer. Dann ist der Blütenansatz erkennbar und wird nicht versehentlich weggeschnitten.

Stechpalmen schlagen auch aus dem alten Holz aus, ein Radikalschnitt oder das Entfernen der Sträucher oder Ilexhecke ist allerdings zwischen dem 1. März und 30. September laut Bundesnaturschutzgesetz zum Schutz nistender Vögel untersagt. Dies erledigen Naturfreunde besser in der kalten Jahreszeit.

Ilex: Schädlinge und Krankheit erkennen und beseitigen

Die anspruchslosen Stechpalmen leiden selten unter Krankheiten. Die häufigsten Gründe für das Eingehen der Pflanzen liegt am falschen Standort: zu sonnig, zu trocken, zu kalkhaltig.

Schädlinge verirren sich allerdings häufiger mal auf die Blätter der Stechpalme, allen voran die Ilex-Minierfliege. Auch Dickmaulrüssler, Triebwickler und Wollschildläuse gehören zu den potenziellen Störenfrieden. T-online empfiehlt, die Pflanzen mit Wasser abzuspritzen und stark betroffene Stellen abzuschneiden und im Restmüll zu entsorgen.

Ilex: Blätter und Beeren kannst Du verehren, aber bloß nicht verzehren!

Sowohl die Beeren, bei denen es sich botanisch korrekt um Steinfrüchte handelt, wie auch die Blätter der Stechpalme sind ziemlich giftig. Auch wenn Vögel die Beeren als Nahrungsquelle schätzen, sollten Kindern und Haustieren keinen Zugriff darauf haben. Dies gilt nicht für die eigentliche Pflanze im Garten, sondern auch für ihre Verwendung zu Dekorationszwecken, zum Beispiel in Oster- oder Weihnachtsgestecken. Mögliche Vergiftungssymptome beim Verzehr von Stechpalmenblättern oder -beeren sind:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schläfrigkeit
  • Lähmungen
  • Magen-Darmbeschwerden
  • Durchfall

Auch wenn nicht sicher ist, ob Kinder oder Tiere Blätter oder Beeren zu sich genommen haben, ist der Gang zum Arzt auf jeden Fall ratsam.

Rubriklistenbild: © Andrea Warnecke/dpa

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