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Huflattich: Deswegen ist er nicht nur Heilpflanze, sondern auch Klopapier-Ersatz

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Von: Anna Katharina Küsters

Huflattich ist keinesfalls nur ein Unkraut, sondern schon Jahrhunderte lang als Heilpflanze bekannt. Auch Wanderern nutzen seine Blätter ab und an.

Hannover – Er erinnert ein bisschen an Löwenzahn mit seinen gelben, runden Blüten und seinen Samen, die an Flugschirmen gewachsen sind. Der Huflattich ist im Frühjahr nicht nur eine der ersten Anlaufstellen für Bienen und andere Insekten, sondern bringt zudem auch Farbe in den Garten und Gesundheit zu den Menschen.

Huflattich: So wirksam ist die Pflanze bei Husten und Erkältung

Huflattich trägt den botanischen Namen Tussilago farfara und blüht laut dem Botanischen Garten Berlin von März bis Ende Mai. Da das Frühjahr 2021 eher kalt war, ist eine längere Blüte in diesem Jahr durchaus möglich. Mit etwas Glück ist im August sogar eine zweite Blüte möglich. Die Pflanze gehört zur Familie der Korbblütengewächse und breitet sich meistens flächig auf einem Gebiet aus. Das liegt daran, dass Huflattich sehr schnell keimt. Bereits nach etwa 48 Stunden Blüte erscheinen die ersten Keimblätter. Die Jungpflanze entwickelt zudem unterirdische Ausläufer, sodass die Ursprungspflanze nach zwei Jahren absterben kann, aus ihren Ausläufern aber neue Huflattich-Pflanzen wachsen. Ist die Blütezeit vorbei, bildet die Pflanze ihre charakteristischen, hufförmigen Blätter aus, die Grundlage ihres Namens sind.

Huflattich: Diese heilende Wirkung steckt in der Pflanze

Schon der botanische Name „Tussilago“ verrät etwas über die Heilkraft des Huflattichs. Laut dem BUND Landesverband Niedersachsen bedeutet „Tussis“ übersetzt Husten und „ago“ ich vertreibe. Huflattich ist schon seit 2.500 Jahren bekannt dafür, Erkältungssymptome wie Husten zu lindern und Abhilfe zu schaffen. Dabei wirkt die Pflanze:

So lässt sich aus Huflattich leicht heilender Tee zubereiten. Aber auch Salben und Bonbons enthalten die Wirkstoffe des Huflattichs häufig. Laut dem BUND war es früher zudem üblich, aus den großen Blättern des Huflattichs Wickel zu formen, die gegen Schwellungen und Hautkrankheiten halfen*. Und auch Wanderer freuen sich beizeiten über die von unten sehr weichen Blätter der Pflanze und trägt in dem Fall dann jedoch den Namen „Wanderers Klopapier“.

Da Huflattich in größeren Mengen aber schädlich ist, sollte es nicht über einen langen Zeitraum als Heilmittel zum Einsatz kommen.

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Huflattich: So wächst es am besten

Gartenfreunde mit Lehmboden im Garten können sich jetzt freuen, denn der Huflattich ist eine der Pflanzen, denen ein fester, lehmiger Boden nicht allzu viel ausmacht. Optimaler wäre natürlich ein sonniger, trockener Standort mit durchlässigem Boden. Doch die Pflanze kommt auch mit ungemütlicheren Standorten gut zurecht. Wer Huflattich-Saatgut hat, kann es zwischen März und Mai aussäen. Dabei müssen Gärtnerinnen und Gärtner eine Rhizomsperre anbringen, falls sie keine unkontrollierte Ausbreitung wollen. Die Samen stecken Pflanzenfans dann nur leicht in die Erde und schon nach wenigen Tagen sprießen die Pflanzen empor und entwickeln sich zu bis zu 30 Zentimeter großen Blumen. Huflattich gilt oft als Unkraut, das am Wegesrand oder mitten im Rasen wächst*. Deswegen ist es selten in Fachgeschäften als Saatgut erhältlich, weswegen sie Gartenfreunde besser bei Onlinehändlern erwerben. *Merkur.de und 24vita.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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